Neuer Jeep Compass (2026) mit Plug-in-Hybrid im Kurztest
Das in Italien gebaute SUV präsentiert sich nicht nur optisch eher amerikanisch
Halt, was heißt hier eigentlich "neu"? Immerhin wurde die neueste Generation des Jeep Compass bereits im Mai 2025 präsentiert, seit Oktober läuft die Produktion im italienischen Melfi. Also eher "frisch", aber in jedem Fall ein für die Marke wichtiges Auto. Denn das C-SUV hat seit seinem Debüt im Jahr 2006 weltweit über 2,5 Millionen Kunden gefunden.
| Schnelle Daten | Jeep Compass PHEV (2026) |
| Antrieb | Vierzylinder-Turbobenziner, 1.598 ccm plus E-Motor |
| Getriebe | 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (eDCT7) |
| Leistung / Drehmoment | Verbrennungsmotor: 110 kW (150 PS) und 300 Nm, Leistung Elektromotor: 92 kW (125 PS) und 350 Nm, Systemleistung kombiniert: 165 kW (225 PS) |
| Batteriekapazität | 17,9 kWh (netto), Reichweite 95 km |
| 0 - 100 km/h | 8,0 Sek. |
| Höchstgeschwindigkeit | 216 km/h |
| Verbrauch gewichtet (WLTP) / CO2-Emissionen | 3,0 Liter / 68 g/km |
| Bodenfreiheit / Watfähigkeit | 200 mm / 470 mm |
| Böschungswinkel (vorne / hinten / Rampenwinkel): | 20° / 27° / 16° |
| Basispreis | 43.400 Euro |
Karosserie/Design
Der neue Jeep Compass wirkt optisch recht wuchtig, der Betrachter fühlt sich spontan an den legendären Cherokee erinnert. Mit einer Fahrzeuglänge von 4,55 Meter übertrifft die dritte Generation des Compass ihre Vorgängerbaureihe um satte 15 Zentimeter.
Ein besonders prägnantes und stilbildendes Element der neuen Jeep-Designsprache ist der beleuchtete 7-Slot-Kühlergrill. Die LED-Hintergrundbeleuchtung hebt den ikonischen Grill bei Nacht hervor und verleiht dem Compass im Straßenverkehr ein unverwechselbares, modernes Gesicht.
Bildergalerie: Jeep Compass Plug-in-Hybrid (2026) im Test
Ergänzt wird der geschärfte Auftritt durch eine durchgehende Lichtleiste an der Front sowie neue Lichtsignaturen. Der unverbaut eingefasste Scheinwerfer- und Karosserieschutz schützt das Fahrzeug zuverlässig im leichten Gelände wie auch im urbanen Dschungel. Auf Wunsch rollt der Compass auf großen Leichtmetallrädern bis hin zu 20-Zoll-Formaten.
Besonders markant präsentiert sich das Fahrzeug in der Sonderedition "85th Anniversary". Diese Ausführung zollt dem Markeneintritt im Jahr 1941 Tribut. Neben den spezifischen Jubiläumslogos auf den vorderen Kotflügeln besticht das Sondermodell durch exklusive Farbakzente an den Stoßfängern sowie an den Felgen. Als optisches Highlight auf der Motorhaube dient ein im Tartan-Design gestalteter Dekorseitenschriftzug samt "85 Years of Adventure"-Signatur.
| Abmessungen | Jeep Compass PHEV (2026) |
| Länge x Breite x Höhe | 4.548 mm / 1.936 mm / 1.681 m |
| Radstand | 2.784 mm |
| Kofferraumvolumen | 550 - 1.561 Liter |
| Leergewicht | 1.994 kg |
| Zuladung | n.b. |
| Anhängelast | 1.500 kg |
| Dachlast / Stützlast | n.b. / 80 kg |
Innenraum
Das digitale Cockpit wird von einem 16-Zoll-Touchscreen für das Infotainment sowie einem Head-Up-Display (HUD) dominiert. Hinter dem Lenkrad befindet sich lediglich ein kleines Instrumentendisplay. Leider ist nicht alles echte Tate, was so aussieht. Zum einen auf dem Lenkrad, zum anderen unter dem Touchscreen. Dort sind die Bedienelemente in eine große Leiste integriert, die aber oft genug nur träge aufs Antippen reagiert. Das erfordert wie das teils verschachtelte Menü auf dem Schirm volle Aufmerksamkeit, um Fehleingaben im Menü zu vermeiden
Generell erscheint uns das Armaturenbrett zu unruhig, typisch amerikanisch (obwohl in Italien gebaut) sind Teile der Kunststofflandschaft. Besonders im unmittelbaren Vergleich zum günstigeren Avenger fällt das negativ auf. Der wellblechartige Plastikbereich auf dem Armaturenbrett wirkt billig, die Öffnungen dort wie grob ausgeschnitten.
Immerhin punktet der Compass bei den Raumeigenschaften: Das Platzangebot im Fond fällt großzügig aus, und der gut nutzbare Kofferraum bietet ordentlich Stauraum für Reisegepäck. In Sachen Übersichtlichkeit erfordert der Compass eine kurze Eingewöhnung: Trotz der angenehm hohen Sitzposition beeinträchtigt die konturierte und hoch ansteigende Motorhaube die exakte Peilung nach vorne.
Antrieb/Fahreindrücke
Die Technik teilt sich der aktuelle Compass in weiten Teilen mit seinen Markenbrüdern (wie dem Peugeot 3008 oder Opel Grandland) auf der STLA-Medium-Plattform des Stellantis-Konzerns. Der Plug-in-Hybrid-Antrieb (PHEV) erweist sich im Alltag als leise und unauffällig, nur unter Last dringt mehr Geräusch ans Ohr. Der elektrische Antriebsteil sorgt vor allem im Stadt- und Überlandverkehr für ein sehr kultiviertes und entspanntes Dahingleiten.
Jeep Compass Plug-in-Hybrid (2026) im Test
Der neue Jeep Compass profitiert laut seinen Machern von einer neuen Fahrwerksabstimmung, die entwickelt wurde, um die bestmögliche Balance zwischen Handling und Komfort zu erreichen. Die vertikale Beschleunigung wurde um 15 Prozent reduziert und die Wankneigung der Karosserie um 20 Prozent reduziert wurde, was für ein stabileres Fahrverhalten sorgt. Gleichzeitig wurde die Lenkungskalibrierung verfeinert, um sowohl Präzision als auch Laufruhe zu gewährleisten und sich intelligent an unterschiedliche Fahrsituationen anpassen zu können.
Soweit Jeep. Die Wahrheit sieht anders aus: Im Normalzustand ist die Lenkung zu indifferent, die Abstimmung des Fahrwerks zu weich, das Abrollverhalten mit den 20-Zöllern wiederum zu straff. Die "bestmöglichste Balance zwischen Handling und Komfort" ist das nicht.
Jeep Compass Plug-in-Hybrid (2026) im Test
Das Fahrmodus-System Selec-Terrain erweist sich als eines der wichtigsten Merkmale des Modells. Bei diesem System geht es nicht nur darum, die Bildschirmgrafik oder die Farbe der Umgebungsbeleuchtung zu ändern. Es führt echte mechanische Anpassungen ein, um die Leistung auf jeder Fahrbahnoberfläche zu optimieren. Der Fahrer kann zwischen fünf Fahrmodi wählen: “Auto”, “Sport”, “Snow”, “Sand/Mud” und “Electric” (letzterer exklusiv für die PHEV-Version).
Verbrauch/Preis
Wer regelmäßig daheim lädt und den PHEV im Kurz- und Mittelstreckenbetrieb fährt, drückt den Kraftstoffverbrauch gen Null und profitiert von einer hohen rein elektrischen Effizienz. 95 Kilometer rein elektrische Reichweite gibt Jeep an, leider kann der Akku nur maximal mit 7 kW geladen werden. So dauert eine Füllung fast drei Stunden. Hier zeigen chinesische und inzwischen auch deutsche Hersteller mit CCS-Schnellladung, wie es besser geht.
43.400 Euro kostet die Plug-in-Hybrid-Variante mindestens auf dem deutschen Markt, etwaige Förderungen nicht einberechnet. Bereits die Grundausstattung namens "Altitude" ist reichhaltig, "Summit" kostet 3.500 Euro mehr. Wir vergleichen: 43.950 Euro will Opel für den gleich motorisierten Grandland PHEV, ein VW Tiguan mit Stecker kostet mindestens 55.270 Euro
Fazit: 7/10
Der neue Jeep Compass PHEV punktet beim Preis, richtet sich sonst aber hauptsächlich an markenaffine Kunden, die bewusst keinen Opel oder Peugeot aus dem gleichen Konzern möchten. Letztlich muss man das Design innen wie außen mögen, in einem Punkt bleibt sich Jeep aber treu: Der Compass kann im Gelände mehr als seine Konzernkollegen.
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