Jeep Avenger 4xe (2026): Mit Spezial-Hybrid ins Gelände
Eine kurze Ausfahrt zeigt aber die Grenzen dieser Version des kleinen SUVs auf
Der Jeep Avenger startet in das Modelljahr 2027 mit technischen sowie optischen Anpassungen und bietet den Kunden weiterhin die Wahl zwischen vier verschiedenen Antriebsoptionen: einem klassischen Turbobenziner, einem e-Hybrid mit 48-Volt-Technologie, einem vollelektrischen Antrieb (BEV) sowie der allradgetriebenen Hybridvariante 4xe.
Das Herzstück des Avenger 4xe ist ein elektrifiziertes Allradsystem mit einer kombinierten Systemleistung von 107 kW (145 PS). Die Basis bildet ein 1.199 ccm großer Dreizylinder-Verbrennungsmotor mit 100 kW (136 PS), welcher von zwei Elektromotoren mit jeweils 21 kW (29 PS) unterstützt wird. Einer davon ist direkt an der Hinterachse verbaut und kann laut Jeep bis zu 1.900 Nm Drehmoment an die Hinterräder leiten
Bildergalerie: Jeep Avenger 4xe (2026) im Test
Die Kraftübertragung erfolgt über das eDCT6-Doppelkupplungsgetriebe. Mit einem maximalen Drehmoment von 230 Nm bei 1.750 U/min sprintet der Allradler in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 194 km/h. Der kombinierte WLTP-Kraftstoffverbrauch liegt bei 5,3 bis 5,4 Liter auf 100 Kilometer.
Tiefer durchs Wasser
Karosserieseitig hebt sich der 4xe deutlich von seinen Baureihen-Geschwistern ab. Mit einer Länge von 4.113 mm ist er knapp drei Zentimeter länger und mit 1.582 mm Höhe rund vier Zentimeter höher als der Standard-Avenger. Auch der Radstand fällt mit 2.563 mm minimal länger aus. Mit 1,80 Meter entspricht die Breite seinen zivilen Avenger-Brüdern.
Besonders markant sind die verbesserten Geländeeigenschaften: Während die Frontantriebs-Modelle eine Wattiefe von 230 mm bieten, verdoppelt der 4xe diesen Wert fast auf stolze 400 mm. Zudem verfügt er über leicht optimierte Böschungswinkel von 22 Grad vorne und 35 Grad hinten sowie einen Rampenwinkel von 21 Grad. Die Bremsanlage ist mit Scheibendurchmessern von 302 mm an der Vorderachse und 268 mm an der Hinterachse anforderungsgerecht dimensioniert.
Jeep Avenger 4xe (2026) im Test
Gelände-Kraxler? Eher Traktions-Plus
Leider fehlen dem Avenger 4xe im Gegensatz zu seinen größeren Baureihenbrüdern aber besonders ausgeformte Offroad-Stoßfänger, weshalb der Kunststoff bei steilen Abfahrten schnell Kontakt mit dem Boden schließt. Das zeigt eine kurze Ausfahrt im Gelände. Interessant ist der Avenger "Four by e" (so spricht Jeep das 4xe aus) also eher als Zweitwagen für schneereichere Gebiete in den Bergen. Um dort in der weißen Pracht zum Supermarkt zu gelangen.
Jeep Avenger 4xe (2026) im Test
Die 4xe-Variante unterscheidet sich optisch durch spezifische Details wie vertikale rote Elemente an der Frontstoßstange, schwarze Marken-Embleme und eine rote Anhängerkupplung am Heck. Serienmäßig ist dieses Modell zudem mit LED-Nebelscheinwerfern und einer Dachreling ausgestattet. Für den Innenraum kommt in der Allradversion eine strapazierfähige, waschbare grüne Ausstattung zum Einsatz.
Die zusätzliche Allradtechnik schlägt sich im Gewicht nieder. Mit einem Leergewicht von 1.455 kg wiegt der 4xe spürbare 175 kg mehr als schwächere 1.2 e-Hybrid, bleibt jedoch knapp unter der vollelektrischen Version. Die maximale Zuladung sinkt konstruktionsbedingt auf 375 kg, während die Anhängelast bei mittelprächtigen 1.150 kg liegt.
Jeep Avenger 4xe (2026) im Test
Der hintere Elektromotor fordert zudem Tribut beim Laderaum: Das normale Kofferraumvolumen schrumpft auf 325 Liter (respektive 1.218 Liter bei umgeklappten Rücksitzen). Wer auf exzellenten Sound hofft, muss beim Allradler zudem einen Kompromiss eingehen: Das optionale JBL Premium Audio-System ist laut Preisliste explizit nicht für die 4xe-Versionen lieferbar.
Preise: Kein Sonderangebot
Der Einstieg in die Allradwelt des Avenger ist den drei gehobenen, robusten Ausstattungslinien vorbehalten. Weshalb der 4xe nicht gerade zum Schnapper wird. Die Linie "Upland“ startet bei 34.300 Euro und bringt bereits optische Akzente in Rot, eine Dachreling sowie 17-Zoll-Leichtmetallfelgen in Schwarz mit M+S-Bereifung mit.
Darüber rangiert das Sondermodell "85th Anniversary" zum 85. Geburtstag von Jeep für 35.900 Euro, das zusätzlich unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, einen beleuchteten 7-Slot-Kühlergrill und ein spezifisches Interieur mit Tartan-Design bereithält.
Jeep Avenger 4xe (2026) im Test
Die Speerspitze bildet die Linie "Overland" für 36.500 Euro brutto. Diese zeichnet sich im Innenraum exklusiv durch ein grünes Armaturenbrett mit topographischen Linien samt Ambientebeleuchtung aus und verfügt serienmäßig über die magnetische Tunnelabdeckung im spezifischen 4xe-Design, während die Sitze aus einem wasserabweisenden und besonders widerstandsfähigen Material gefertigt sind.
Gibt es Allrad auch günstiger? Ab 22.800 Euro gibt es den kleinen Suzuki Swift mit echtem Allrad samt Viscokupplung und Schaltgetriebe. Der Vitara 1.4 Boosterjet Hybrid Allgrip aus gleichem Hause startet bei 31.600 Euro. Der günstigste Dacia Duster Hybrid-G 150 4x4 kostet in Deutschland mindestens 27.490 Euro.
Bei KGM, ehemals Ssangyong gibt es den Tivoli im Avenger-Format mit Allrad und 163 PS schon ab 20.990 Euro, 22.990 Euro sind es inklusive Automatik. Und manch einer wird geduldig auf den als Konzept schon gezeigten Fiat Grande Panda 4x4 warten.
Auch interessant
Jeep plant drei neue Modelle für die Zukunft
Polizei stoppt wildes Schrott-Wohnmobil
Tatsächlicher Verbrauch: Jeep Compass Mildhybrid (2026) im Test
KGM Korando Limited: Neues Sondermodell zum Sonderpreis
BMWs neuer Elektro-M3 wird wie sein Verbrenner-Pendant heißen
Alfa Romeo zeigt erste Detailaufnahme des neuen C-SUV
Ein neuer DS No.7 für Frankreichs Präsidenten