Was hat das Facelift dem Kraftkombi mit 612 PS gebracht?

Mitte Juni diesen Jahres erhielten die AMG-Modelle der Mercedes E-Klasse wie ihre zivilen Brüder ein umfangreiches Facelift. Neue Leuchten an Front und Heck sorgen für einen gestrafften Auftritt. Motorenseitig scheint sich auf den ersten Blick nicht viel getan zu haben: Es bleibt bei 571 PS beim normalen E 63 und 612 PS bei der S-Variante.

Jetzt hatten unsere Kollegen von Motor1 Italien die Gelegenheit zu einem Ausritt im Mercedes-AMG E 63 S T-Modell. Was können Sie uns berichten?

Sehen wir uns zuerst die wichtigsten technischen Daten des E 63 S 4matic+ T-Modell, so der ellenlange Modellname, an:

  • Motor: 4,0-Liter-V8 mit Direkteinspritzung und Biturbo-Aufladung
  • Hubraum: 3.982 ccm
  • Leistung: 450 kW (612 PS) bei 5.750-6.500 U/min
  • maximales Drehmoment: 850 Newtonmeter bei 2.500-4.500 U/min
  • permanenter Allradantrieb mit variabler Momentenverteilung und Drift-Modus
  • Getriebe: AMG Speedshift MCT 9G mit nasser Anfahrkupplung
  • Beschleunigung auf 100 km/h: 3,5 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h (elektronisch abgeregelt)

Mit diesen Voraussetzungen sollte unser Kollege Francesco aus Italien mächtig viel Spaß haben. Zunächst aber fesselte die Farbe "designo magno brillantblau", wie sie auf den Bildern zu sehen ist, seinen Blick: "Das Licht spielt auf der Karosserie und hebt die Sicken hervor, die sich an der Motorhaube und den Seiten entwickeln. Das passt gut zu den gewundenen, aber gleichzeitig kraftvollen Linien, die die neuesten AMG-Modelle auszeichnen." 

Mercedes-AMG E 63 S T-Modell im Kurztest

Aber der Kraft-Kombi ist ein Meister des Alltags: "Er kann unter allen Bedingungen rundum eingesetzt werden und schafft es, Sportlichkeit und Fahrkomfort in Einklang zu bringen. Das Fahrwerk absorbiert alles. Auf der Autobahn fahren Sie schweigend und schleifen Kilometer für Kilometer, bis der Tank mit "nur" 66 Litern zum Halt an der ersten Tankstelle zwingt."

Denn obwohl im Comfort-Modus zwischen 1.000 und 3.200 Touren vier der acht Zylinder stillgelegt werden, ist es kaum möglich, den E 63 S Kombi unter 10 Liter zu drücken. Die Werksangabe sind übrigens 11,9 Liter auf 100 Kilometer.

Was 612 PS in der Praxis bedeuten? "Es reicht schon aus, nur ans Überholen zu denken, um den Unglücklichen bereits um 100 Meter enteilt zu sein und die Geschwindigkeit zum Führerscheinentzug erreicht zu haben. Auf der Geraden scheint es Sie in Richtung Horizont zu schleudern, indem es Sie auf den Sitz drückt." Und wie Francesco ergänzt, hat AMG beim E 63 S nicht am Klang gespart. 

Mercedes-AMG E 63 S T-Modell im Kurztest

Bei scharf gefahren Kurven spüren Sie nicht das geringste Untersteuern, auch dank der Reifen mit großzügigem Profil und einer Lenkung, die unter gemischten Bedingungen immer aufrichtig und klar und nie zu schwer ist. 

Es ist leicht, falls gewünscht, den Kombi ins Übersteuern zu bringen, indem man bei Kurvenfahrten den Fuß vom Gaspedal nimmt und plötzlich die Vorderachse leicht macht, oder indem man kräftig auf das Gaspedal drückt.

In diesen Fällen müssen Sie jedoch immer vorsichtig sein, Stichwort ungefederte Massen. Wir sprechen immer noch von einem 5-Meter- und 2-Tonnen-Wagen. Der Radstand ist jedoch lang, was hilfreich ist.

Mercedes-AMG E 63 S T-Modell im Kurztest

Und Kritik? Die gibt es am Pedalgefühl bei der optionalen Carbon-Keramik-Bremsanlage und der Lenkung: "Das Pedal schien in den frühen Phasen des Bremsens nicht viel Biss zu haben, was mich zwang, mehr als nötig zu treten. Bei einem AMG mit über 600 PS hätte ich eine schnellere Reaktion vorgezogen. Zweitens: Die Lenkung weist bei hohen Geschwindigkeiten Lücken in der Mitte auf."

So weit, so gut. Und was kostet der Lust-Laster? 124.978,40 Euro sind es mit 16 Prozent Mehrwertsteuer.

Bildergalerie: Mercedes-AMG E 63 S T-Modell im Kurztest