Der kleine Fünftürer mit 1,2-Liter-Dreizylinder verbraucht nicht viel

Wer auf der Suche nach einem geräumigen Kleinwagen ist und etwas Außergewöhnliches sucht, kann im Ford Ka + Active einen guten Verbündeten finden. Der kompakte Fünftürer mit Offroadoptik enttäuscht auch in puncto Wirtschaftlichkeit nicht. Dies zeigt unser neuester Verbrauchstest, bei dem wir unsere 360 Kilometer lange Standardstrecke diesmal mit dem 85 PS starken Ka + Active 1.2 fuhren. Das Ergebnis: 4,85 Liter auf 100 Kilometer, was bei den derzeitigen Spritpreisen 7,47 Euro/100 km entspricht.

Sind 4,85 Liter/100 km nun ein gutes Ergebnis? Wir vergleichen mit der Konkurrenz. Der Fiat 500C 0.9 TwinAir mit 85 PS (von 2015) und der Fiat Panda 1.2 lagen bei unserem Test mit 5,00 Liter/100 km etwas höher, der Smart Fortwo 70 twinamic mit 5,20 Liter/100 km erwies sich noch etwas durstiger. Die Sparkönige waren der Suzuki Celerio 1.0 (mit 3,65 Liter/100 km) und der Peugeot 108 PureTech 82 (3,70 Liter/100 km). Besser als der Ka+ haben seltsamerweise auch größere Autos mit 1,0-Liter-Benziner abgeschnitten, wie der Ford Fiesta 1.0 Ecoboost mit 100 PS und der VW Golf 1.0 TSI mit 110 PS, die beide auf 4,00 Liter/100 km kamen.

Ford Ka+ Active
Ford Ka+ Active

Die Stadt tut dem Verbrauch nicht gut

Das einzige Mal, dass unser Ka+ mit überdurchschnittlichem Benzindurst auffiel, ist der dichte Verkehr in Rom, wo er auf nicht gerade brillante 9 Liter kam. Im gemischten Stadt-  und Vorstadtgebiet waren es 5,7 Liter. Auf der Autobahn stieg der Verbrauch zwangsläufig, aber nicht übertrieben: Hier brauchte der Wagen 6,5 Liter/100 km.

Ford Ka+ Active

Daten

Fahrzeug: Ford Ka+ Active 1.2 85 PS
Testdatum: 26. Oktober 2018
Wetter: heiter, 24 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit: 79 km/h
Reifen: Goodyear Assurance Triplemax - 185/60 R15 84H

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,90 Liter/100 km
An der Zapfsäule ermittelter Verbrauch: 4,80 Liter/100 km
Mittel aus diesen Zahlen: 4,85 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,54 Euro pro Liter (Super)
Spritkosten: 7,47 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keine Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat für eine gewisse Zeit seine Tankrechnungen aufbewahrt und zusammengerechnet. Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Der Wert ergibt sich aus dem Mittel aus Bordcomputer-Wert und dieser beiden Zahlen. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna). Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (in Italien auf der Autobahn 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr. Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet er den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung). Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und den durchschnittlichen Strompreis von deutschen Haushalten, wie von www.stromauskunft.de angegeben.