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Test: So fährt sich der neue und fünftürige Ford Ka+
Ab so Ford ab 9.900 Euro

Motor1.com 
Von: Motor1.com
21. Sep. 2016 um 17:10 Uhr
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Weil der gemeine Autokäufer nicht immer ein Besserverdiener, ein Geschwindigkeitsjunkie oder ein Technikfreak ist, muss auch ein verwöhnter Motorjournalist mal die S-Klasse, den 911 oder das Model S stehen lassen und in die beschauliche Kleinwagen-Bürgerlichkeit umsteigen. Dass dieser vermeintliche Rückschritt aber auch ohne große Kompromisse zu einem wirklich guten Preis möglich ist, hat nun der neue Ford Ka+ bei unserem ersten Test beweisen können.
Mehr zu diesem Modell finden Sie hier:
Ford Ka+ Active im Verbrauchstest
Falls Sie sich bereits ein wenig mit dem internationalen Fahrzeugangebot von Ford auseinandergesetzt haben, dürfte Ihnen das Design des neue Ka+ bekannt vorkommen. Der 3,93 Meter lange, 1,70 Meter breite und 1,52 Meter hohe Fünftürer (damit ist der Ka+ deutlich länger als sein Gegner, der Opel Karl) wird seit gut einem Jahr in Brasilien als ,Ka" und in Indien unter dem Namen ,Figo Aspire" verkauft. Bei uns ist die Ablösung des dreitürigen Ka (ohne das ,Plus" im Namen) seit Juni 2016 bestellbar. Bei den Händlern steht der neue Fünfsitzer dann im Oktober. Und zwar zu einem Basis-Kampfpreis von 9.990 Euro.
Fassen wir also kurz zusammen: Der neue Ka+ ist ein Auto, das formal von einem Kleinwagen-Modell für den indischen und südamerikanischen Markt abstammt, das mit seinen Abmessungen bedrohlich nah an den Ford Fiesta reicht und auch noch auf dessen Plattform basiert (beide haben einen Radstand von 2,89 Meter) und das im eher schmucklosen Unter-13.000-Euro-Preissegment an den Start geht. Ob das funktioniert? Gut möglich, denn die Nachfrage nach Kleinwagen wächst hierzulande stetig und in der Gut-und-günstig-Klasse, die seit Jahren erfolgreich vom Dacia Sandero regiert wird, wurden 2015 rund 410.000 Fahrzeuge abgesetzt.
Wie schlägt sich also der Ford Ka+? Ganz ehrlich? Man bekommt erstaunlich viel gutes Auto für sein Geld. Der Innenraum ist super geräumig (dem Radstand sei Dank) und selbst als 1,90 Meter großer Mensch mit Sitzriesen-Allüren bekommt man auf keinem der weichen und mit wenig Seitenhalt gesegneten Sitzplätze klaustrophobische Angstzustände. Ein Zugeständnis an den Preis ist, dass Hard-Touch-Plastik das Cockpit, die Mittelkonsole und die Türinnenverkleidungen regiert, doch nichts wackelt oder klappert und alles wirkt außerordentlich sauber und gut verarbeitet. Hinter der Rückbank im Fond (deren Rückenlehne sich im Verhältnis 60:40 umklappen lässt) befindet sich ein 270 Liter großer Kofferraum. Zum Vergleich: Im kleineren Opel Karl sitzt es sich in der zweiten Reihe deutlich beengter und auch das Gepäckabteil ist mit 206 Liter etwas schmaler bemessen.
"Leider nicht der tolle 1,0-Liter-Ecoboost ..."
Unter der Haube arbeitet ein 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 70 oder 85 PS – leider nicht der tolle 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder. Wieso? Weil das kostenintensivere und stärkere Aggregat den Kampfpreis nicht erlauben würde. Und wieso ,leider"? Weil wir mit der stärkeren 85-PS-Version unterwegs waren und selbst der Top-Saugmotor mit seinen trägen 112 Newtonmeter nicht für Jubelschreie bei Ampelbeschleunigungsrennen sorgt. In zähen 13,3 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100 und durch die mangelnde Drehfreude und die fehlende Power im unteren Drehzahlbereich weist uns die Gangwahl-Anzeige oft darauf hin, dass es jetzt besser wäre, einen oder zwei Gänge in dem guten Fünfgang-Getriebe zurückzuschalten.
Doch wenn es schon nicht rasant mit dem Ka+ zugehen kann, dann wenigstens komfortabel: Für Europa wurde das Fahrwerkslayout überarbeitet (Federn, Dämpfer, vordere Stabilisatoren und die Verbundlenkerachse hinten) und die Servolenkung angepasst. Außerdem hat man die Wind-, Antriebs- und Abrollgeräusche reduziert. Was diese Maßnahmen gebracht haben? Der kleine Südamerika-Inder fährt sich unglaublich erwachsen. Das Fahrwerk wird ohne lautere Geräusche und ohne Komfortverlust mit Gullideckeln, Schlaglöchern und Bahngleisen fertig und schnelle Kurven meistert der Unter-13.000-Euro-Wagen souveräner als erwartet (kein übermäßiges Untersteuern, kein starkes Wanken). Eingetragene Höchstgeschwindigkeit im 85-PS-Ka+-Fahrzeugschein ist übrigens 169 km/h. Die haben wir erreicht. Was uns diese Grenzerfahrung gelehrt hat? Es bleibt selbst bei hohem Tempo ruhig im Ka+ und auch besonders windanfällig ist der kleine Ford nicht. Testverbrauch? 6,1 Liter auf 100 Kilometer.
Nervig (oder eben einfach etwas gewöhnungsbedürftig) ist die Kofferraumklappe, die sich lediglich über einen Knopf im Cockpit oder über den Funkschlüssel öffnen lässt. Darüber hinaus sitzt es sich auf dem Beifahrerplatz nicht ganz so gut wie auf dem Fahrersitz, da er nicht höhenverstellbar ist.
Ansonsten hat Ford ein gutes Kleinwagenpaket geschnürt: Serienmäßig ab der Basisversion sind elektrische Fensterheber, elektrische Spiegel, eine Funkzentralverriegelung und ein Berganfahr-Assistent. In der einzigen Ausstattungslinie ,Cool & Sound" (erhältlich ab 11.400 Euro in Verbindung mit dem 85-PS-Aggregat) sind eine Klimaanlage und ein Infotainmentsystem mit Smartphone-Koppelung ohne Aufpreis mit an Bord. Und für das vollkommene Komfortglück lassen sich für kleines Geld eine Klimaautomatik, ein Multifunktions-Lederlenkrad mit Tempomat, Parksensoren und beheizte Vordersitze mit Mittelarmlehne in den Ka+ buchen.
Wertung
-
- ★★★★★★★★☆☆
Wer keinen rollenden Techniktempel, kein Performance-Wunder und keinen übermäßigen Luxus braucht, sondern einfach nur ein Auto, dass einen komfortabel, mit ausreichend Platz und günstig von A nach B bringt, der ist mit dem neuen Ford Ka+ bestens bedient. Einzig der etwas zähe Motor trübt das Bild des sehr erwachsenen Kleinwagens zum kleinen Preis.
+ großes Platzangebot, günstiger Preis, ausreichende Komfortfeatures, geringer Verbrauch, ansprechende Optik
- etwas schlapper Motor
-
Antrieb
65%
-
Fahrwerk
85%
-
Karosserie
90%
-
Kosten
90%
Preisliste
Ford Ka+ 1.2 Ti-VCT (85 PS) Cool & Sound
Grundpreis: 11.400 Euro
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Klimaautomatik 300 Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe - Bildschirmnavigation - Metalliclackierung ab 565 Leichtmetallfelgen optional (15-Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie (Fahrersitz) Tempomat 350 Lederausstattung - Xenonlicht - Kurvenlicht -
Berganfahrassistent Serie Park Pilot 350 Alarmanlage 230 Sitzheizung (vorne) inkl. Fahrerarmlehne 300
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Reihen-Benziner Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.196 Leistung in PS 85 Leistung in kW 63 bei U/min 4.000 Drehmoment in Nm 112 Antrieb Frontantrieb Gänge 5 Getriebe Schaltgetriebe Fahrwerk Radaufhängung vorn Mac-Pherson-Federbeine Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse Bremsen vorn Scheiben (innenbelüftet) Bremsen hinten Trommel Wendekreis in m 10,7 Räder, Reifen vorn 195/55 R15 Räder, Reifen hinten 195/55 R15 Lenkung elektronische Servolenkung Maße und Gewichte Länge in mm 3.929 Breite in mm 1.695 Höhe in mm 1.524 Radstand in mm 2.489 Leergewicht in kg 1.055 Zuladung in kg 475 Kofferraumvolumen in Liter 270 Anhängelast, gebremst in kg 500 Tankinhalt in Liter 42 Kraftstoffart Superbenzin Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 169 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 13,3 Elastizität von 50 bis 100 in Sekunden 18,0 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,0 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,6 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,0 Testverbrauch Minimum in Liter/100 km 5,7 Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 6,1 CO2-Emission in g/km 114 Schadstoffklasse Euro 6
Lesen Sie auch:
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Bildergalerie: Ab so Ford ab 9.900 Euro
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