Selbstzünderversion mit 68 PS und automatisiertem Schaltgetriebe im Test

Nicht weniger als 2.000 Euro Rabatt gewährt Citroën derzeit für den Kleinwagen C2. Ohne Beschränkung auf einzelne Ausstattungen oder Motoren, ohne Haken und Ösen, einfach so: 2.000 Euro. Das Einstiegsmodell kostet damit nicht mehr 10.990 sondern nur noch 8.990 Euro. Das sind gerade mal 600 Euro mehr als der Einstiegspreis für den kleinen Bruder C1. Damit erscheint der C2 enorm günstig, oder? Diese Frage stellten wir uns und nahmen den C2 in der Dieselversion unter die Lupe.

24 Zentimeter länger als der C1
Der C2 liegt mit 3,67 Metern Länge etwa in der Mitte zwischen C1 und C3. Er ist stolze 24 Zentimeter länger als der C1 und basiert auf derselben Plattform wie der C3; dagegen ist der C1 eine Neuentwicklung unter der Federführung von Toyota. Ein weiterer Unterschied: Den C1 wird es als Drei- und Fünftürer geben; dagegen ist der C2 ausschließlich mit drei Türen verfügbar. Während es beim C1 nur zwei Antriebe geben soll, stehen beim größeren Modell vier Motorisierungen zur Auswahl. Dies sind drei Benziner mit 60, 73 und 122 Pferdestärken sowie der von uns getestete 1,4-Liter-Turbodiesel mit 68 PS und Common-Rail-Einspritzung. Im C2 hält der Selbstzünder die strenge Euro-4-Abgasnorm ein; ein Diesel-Partikelfilter ist jedoch nicht verfügbar.

Bremsendes Sensodrive-Getriebe
Unser Testfahrzeug war mit dem automatisierten Schaltgetriebe Sensodrive ausgestattet. Damit spurtet der kleine Stadtflitzer in 16,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Mit der 500 Euro günstigeren Fünfgang-Schaltung erreicht das Auto die Landstraßengeschwindigkeit fast zwei Sekunden schneller. Der Verbrauch ist mit 4,2 beziehungsweise 4,3 Litern auf 100 Kilometer beinahe identisch.

Praktische Schaltwippen
Ein Vorzug des Sensodrive-Getriebes sind die praktischen Schaltwippen am Lenkrad. Wer nicht selber schalten will, kann dies auch einfach der Automatik überlassen. Ein Nachteil des automatisierten Getriebes sind die Zugkraftunterbrechungen, die sich beim Schalten ergeben.

Nichts für sportliche Eskapaden
Alles in allem wirkt der C2 mit der getesteten Motor-Getriebe-Kombination nicht eben flott. In der Stadt kommt man damit aus, aber sportliche Eskapaden sind nicht drin. Dafür hört sich der Antrieb im Leerlauf und bei niedrigen Drehzahlen nicht dieselartig an. Schon ab 3.000 U/min wird der Sound allerdings dumpf und laut. Auch das Fahrwerk eignet sich nicht für die rasche Gangart. Es neigt sich in der Kurve deutlich nach außen. Bei Unebenheiten im Fahrbahnbelag bekommt man die harte Federung zu spüren.

Poppige Farbflächen
Im Inneren sieht der C2 nett aus: Dazu tragen besonders die poppigen Farbelemente bei, die Serie ab der Ausstattung Confort sind. Die Instrumente wurden vom C3 übernommen; sie erinnern vom Design her ein wenig an eine Küchenwaage aus Kunststoff. Im Fond ist Platz für zwei Passagiere, die zwar ausreichend Beinfreiheit, aber zu wenig Kopffreiheit haben. In der Basisversion hat der C2 eine konventionell umklappbare Rückbank. In den höheren Versionen lassen sich die Möbel in Fahrtrichtung verschieben. Außerdem kann man die Lehnen nach vorn klappen und dann die Sitze mit einem Handgriff in die Senkrechte bringen. Gut hier: Gasdruckfedern halten die Sitze in dieser Position, eine manuelle Arretierung ist nicht nötig. Ein Nachteil ist, dass das Wickeln nur klappt, wenn die vorderen Passagiere klein sind oder weiter nach vorne rücken als sie es sonst tun würden.

Kofferraum mit unkonventioneller Klappe
Eine Besonderheit des C2 ist die zweigeteilte Hecktür: Das Heckfenster lässt sich nach oben, der untere Part nach unten klappen. So kann man den Kofferraum auch in engen Parklücken noch erreichen. Ins Gepäckabteil passen 166 bis 879 Liter. Diese Volumina passen zur Gesamtgröße des Fahrzeugs. Der deutlich kleinere C1 packt mit 139 bis 712 Liter auch weniger ein, der etwa gleich große Ford Ka mit 186 bis 724 Liter in etwa gleich viel.

Ab 10.690 Euro
Die Preise für den 1.4 HDi beginnen – nach Abzug des Aktionsrabatts von 2.000 Euro – bei 10.690 Euro. Dafür erhält man allerdings nur ein kärglich ausgestattetes Auto. So muss man die Fenster manuell kurbeln und kann die Sitze nicht wickeln. Die Sicherheitsausstattung ist jedoch mit vier Airbags und ABS schon ganz ordentlich. Ein ESP ist allerdings nur für den 1.4 HDi mit Sensodrive erhältlich, nicht für die Version mit normaler Schaltung. Mit Sensodrive-Getriebe gibt es nur die Ausstattung VTR Plus. Diese Version kostet stolze 13.990 Euro, wenn man den Rabatt berücksichtigt.

Vergleich mit Benziner
Lohnt sich der Diesel im Vergleich zum Benziner? Wir rechnen die höheren Anschaffungskosten gegen die niedrigeren Ausgaben für Sprit: Der Selbstzünder kostet 900 Euro mehr als die Version mit Ottoaggregat und vergleichbarer Leistung. Die Schaltversionen verbrauchen 6,1 Liter Super beziehungsweise 4,2 Liter Diesel. Damit kosten 100 Kilometer beim Diesel etwa 2,97 Euro weniger als beim Benziner. So hat sich der 1.4 HDi nach etwas mehr als 30.000 Kilometern schon amortisiert.

Preisliste


Citroën 1.4 HDi

Grundpreis: 10.690 Euro
HDi 70 Advance 12.690
HDi 70 Style 13.090
HDi 70 Confort 14.450
HDi 70 VTR Plus 15.090
HDi 70 Sensodrive VTR Plus 15.590

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.398 
Leistung in PS 68 
Leistung in kW 50 
bei U/min 2.000 
Drehmoment in Nm 160 
Antrieb Vorderradantrieb 
Getriebe Automatisiertes Fünfgang-Schaltgetriebe 
Maße und Gewichte
Länge in mm 3.666 
Breite in mm 1.659 
Höhe in mm 1.474 
Radstand in mm 2.315 
Leergewicht in kg 1.092 
Zuladung in kg 308 
Kofferraumvolumen in Liter 166 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 879 
Dachlast in kg 50 
Tankinhalt in Liter 41 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 166 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 16,5 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,3 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 5,2 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 3,9 
Schadstoffklasse Euro 4 

Stadtwiesel mit Diesel