Der 150-PS-Kleinwagen ist ein richtiger Beißer

So klein und schon so böse: Was passiert, wenn man 150 Pferde in eine Länge von 3,92 Meter presst, zeigt der neue Ford Fiesta ST: Die Pferde wollen raus und zwar mit Schmackes. Wer das am Steuer des Ford-Beißers erlebt, muss sich gewaltig zügeln, damit ihm diese Pferde nicht durchgehen. Wir haben es erlebt.

1981 kam erster Sport-Fiesta
Der ST setzt die Reihe sportlicher Fiesta fort, die 1981 mit dem XR2 begann. Der sah schärfer aus als die Fiesta-Kollegen und hatte für die damalige Zeit sensationelle 84 PS unter der Haube. Wie damals soll der neue ST ein realisierbarer Flitzer-Traum junger Leute mit eher schmalen Bankkonten sein.

Bissiger Gesichtsausdruck
Allein die Optik ist eine Anzahlung wert: Der bissige Gesichtsausdruck des ST entsteht durch den markanteren Stoßfänger und den tiefer gezogenen Lufteinlass. Die geänderten Schweller und schicke 17-Zöller verraten einiges vom Charakter des ST. Auch von hinten sieht man dem sportlichsten aller Fiesta an, dass er anders ist als die anderen. Hier fallen vor allem die ausgeprägte Schürze und ein großer Dachspoiler auf, der allerdings nur gegen Aufpreis zu haben ist.

150 PS unter der Haube
Die Heckansicht werden Nicht-ST-Fahrer in Zukunft wohl öfter zu Gesicht bekommen, als ihnen lieb ist. Schuld daran sind die 150 Pferdestärken des Zweiliter-Vierzylinders, die bei 6.000 Touren vollen Auslauf bekommen. Bei 4.500 Umdrehungen liegt das Drehmoment von 190 Newtonmetern an.



Starker Motor-Sound
Der Motor ist nicht nur stark, er klingt auch so: Vor allem bei mittleren Touren erzeugt er einen satten Sound, der seinem Temperament angemessen ist. Die durchzugsstarke Maschine lässt sich recht schaltfaul fahren, obwohl einem dann die extra-kurzen Schaltwege der Fünfgangbox entgehen. Für Zahlen-Füchse: 8,4 Sekunden auf hundert, 208 km/h Spitze.

Räubern auf der Kurvenstrecke
Auf der Kurvenstrecke fühlt sich der grimmige Fiesta richtig wohl: Als wolle er die Beißerchen in den Asphalt schlagen, räubert dieser Wolf im Wolfspelz die Straßenbiegungen. Man merkt die Modifikationen am Fahrwerk deutlich: Der Fiesta ST ist tiefer gelegt, die Lenkung zehn Prozent direkter geworden. Auch das Anti-Schleuder-Programm ESP wurde geändert: Es greift etwas später ein, um den Spaß an der guten Fahrdynamik nicht zu trüben.

Ab 17.850 Euro
Für einen Preis von 17.850 Euro ist der Fiesta ST zu haben. Damit ist er relativ komplett ausgestattet. Wer möchte, kann ihn auch mit GT-Streifen ordern – das sind jene Doppel-Streifen, die wir vom Original-GT 40 kennen. Die sind allerdings Geschmackssache. Manche meinen, die Streifen gehören an den echten GT. Wie es an anderen Fahrzeugen wirkt, kennen wir ja von dem alten Ford Probe aus einem Werbespot. Man sollte den ST in einer Farbe kaufen, die ihm wirklich ausgezeichnet steht: In Rot.

Preisliste


Ford Fiesta ST

Grundpreis: 17.850 Euro
Heckspoiler 190
GT-Streifen 250
17-Zoll-Alus 175

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihenmotor, DOHC 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.999 
Leistung in PS 150 
Leistung in kW 110 
bei U/min 4.500 
Drehmoment in Nm 190 
Antrieb Front 
Gänge
Getriebe Schaltung 
Maße und Gewichte
Länge in mm 3.921 
Breite in mm 1.683 
Höhe in mm 1.468 
Radstand in mm 2.486 
Leergewicht in kg 1.137 
Zuladung in kg 453 
Kofferraumvolumen in Liter 268 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 945 
Tankinhalt in Liter 45 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 208 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 8,4 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,4 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 10,4 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,7 
Schadstoffklasse Euro 4 

Bildergalerie: Ford Fiesta ST im Test