DS Automobiles sendet mit griffiger Kompakt-Studie Lebenszeichen
Der stylische Kleinwagen gibt einen Ausblick auf einen möglichen DS 3-Nachfolger
DS Automobiles sendet ein Lebenszeichen. Ja klar, es gibt sie noch, die französische Premiummarke – und mit einem neuen Concept Car will sie das auch unterstreichen. Der DS F3VER ist eine sehr stimmige Designstudie, die im Vorfeld des Pariser Autosalons 2026 vorgestellt wurde und zeigen soll, wohin sich die zu Stellantis gehörende Marke künftig entwickeln möchte.
Seien wir ehrlich: DS dominiert nicht gerade die Gespräche über Premiumautos – oder über Autos im Allgemeinen. Die Marke arbeitet seit Jahren daran, ihre Identität jenseits der Citroën-Wurzeln zu schärfen, in einem dicht besetzten Segment, in dem deutsche Premiummarken und Mini einen erheblichen Vorsprung haben. Nun versucht DS, mit einem Konzept aufzufallen, das markantes Design, umfassende Individualisierung und Alltagstauglichkeit verspricht.
Der neue Fever (Entschuldigung, F3VER) ist kein Ausblick auf ein bereits bestätigtes Serienmodell. DS beschreibt ihn vielmehr als Designmanifest, das die künftige Ausrichtung der Marke auslotet. Die Studie soll zeigen, dass der französische Hersteller weiterhin eigene Ambitionen verfolgt – auch während Stellantis ein weit verzweigtes Markenportfolio jongliert. Gut vorstellbar wäre, dass daraus eines Tages der Nachfolger des DS 3 entsteht.
DS F3ver-Konzept 2026
Ein markanter neuer Auftritt für DS
Mit 4,19 Meter Länge, 1,84 Meter Breite und 1,46 Meter Höhe hat der F3VER kompakte Abmessungen, tritt aber selbstbewusst auf. Seine skulpturierte Karosserie, die straffen Linien und die eigenständigen Proportionen sollen ihn hervorheben, ohne auf die überdimensionierten Maße vieler moderner SUVs zurückzugreifen.
Besonders auffällig ist die Frontpartie. Ein vertikales Zentralelement mit DS-Emblem bildet den optischen Anker, flankiert von Y-förmigen Lichtsignaturen, die der Studie einen futuristischen Ausdruck verleihen. Am Heck greift DS dieses Thema auf: mit einem zentral platzierten, digitalisierten Logo und einer multidimensionalen Beleuchtung, die den Eindruck eines beleuchteten Tunnels erzeugen soll.
Die Rückleuchten bestehen aus 16 LED-Paneelen, die auf einer leichten Magnesiumstruktur montiert sind. Inspiriert ist diese Konstruktion vom Gewölbedach des Pariser Grand Palais. Das ist eine aufwendige Lichtsignatur – aber genau darum geht es: Der F3VER soll im Gedächtnis bleiben.
DS hat zudem eine exklusive Lackierung namens Cosmic Blue entwickelt, die je nach Lichteinfall zwischen leuchtendem Blau und tiefem Violett changiert. Die Zweifarblackierung beschränkt sich nicht auf das Dach, sondern zieht sich bis um das Heck herum, um die Form des Fahrzeugs zusätzlich zu betonen.
Auch die Dachverkleidung lässt sich individualisieren und bietet Käufern damit eine weitere Möglichkeit zur Personalisierung. Die Räder tragen champagnerfarbene Details und ein dezentes Clous-de-Paris-Muster.
Individualisierung steht im Mittelpunkt
DS will den F3VER nicht nur als hübsche Designübung verstanden wissen. Die Studie untersucht eine Zukunft, in der Individualisierung zu einem zentralen Bestandteil des Besitz- und Nutzungserlebnisses wird – weit über Lackfarben und Polster hinaus.
Ähnlich wie bei Audi kann das hintere Lichtsystem unterschiedliche Animationen darstellen. Es dient damit nicht nur als visuelle Signatur, sondern auch als Mittel zur Informationsvermittlung. DS stellt sich vor, dass Licht zu einer Art Sprache wird, über die das Auto seine Persönlichkeit ausdrückt und mit seiner Umgebung interagiert.
Das ist ein ambitionierter Ansatz. Allerdings erklärt das Unternehmen bislang nicht, wie viel dieser Technik realistisch in die Serie gelangen könnte – und was Kunden dafür bezahlen müssten.
Unter der auffälligen Gestaltung steckt das, was DS „Design Intelligence“ nennt: ein Ansatz, bei dem mit weniger Bauteilen mehr erreicht werden soll. Ziel ist es, die Fahrzeugkonstruktion zu vereinfachen, Gewicht zu reduzieren, die aerodynamische Effizienz zu verbessern und klarere Oberflächen zu schaffen, ohne den wahrgenommenen Qualitätsanspruch zu mindern.
2026 DS F3ver-Konzept
DS will den Fahrzeugbau vereinfachen
Die Studie nutzt integrierte Leuchteinheiten, einteilige Stoßfänger und weniger zusätzliche Kunststoffelemente an den Radläufen und im unteren Karosseriebereich. Wie so oft gilt: Weniger kann tatsächlich mehr sein. Neben einem geschlosseneren Erscheinungsbild könnten solche Lösungen auch die Fertigung vereinfachen, sofern sie in Serienfahrzeuge übernommen werden.
Trotz seines dramatischen Auftritts ist der F3VER auf Alltagstauglichkeit ausgelegt. Der 2,70 Meter lange Radstand soll den Innenraum bestmöglich ausnutzen. Gleichzeitig bietet der 400 Liter große Kofferraum ein Ladevolumen, das man eher mit größeren Fahrzeugen verbindet.
Angaben zu Antrieb, Batteriekapazität, Ladeleistung oder geschätzter Reichweite nennt das Unternehmen noch nicht.
DS Fever
DS arbeitet an einer neuen Elektroauto-Familie
DS beschreibt den F3VER als Teil einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen und verspricht eine Reichweite auf oberem Klassenniveau. Ohne konkrete Zahlen lässt sich allerdings nicht beurteilen, wie konkurrenzfähig das Modell gegenüber etablierten elektrischen Wettbewerbern wäre.
Ob all diese Ideen am Ende in überzeugende Serienautos münden, bleibt abzuwarten. Für den Moment hat DS jedenfalls daran erinnert, dass die Marke noch im Spiel ist – und dass Stellantis offenbar nicht vorhat, die angeschlagene Marke einfach aufzugeben. Der nächste Schritt wird sein, dafür zu sorgen, dass sich Kunden daran erinnern, wenn der nächste Autokauf ansteht ...
Quelle: DS Automobiles
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