Zum Hauptinhalt springen

Peugeot bringt das RCZ Coupé zurück

Das eckige Lenkrad bildet einen markanten Kontrast zum kurvigen Exterieur

Peugeot Vision RCZ concept
Bild von: Peugeot

Peugeot bringt den RCZ zurück – doch allzu große Serien-Hoffnungen sollte man sich vorerst nicht machen. Der Löwe hat den RCZ Vision wenige Stunden vor dem eigentlichen Start des Pariser Autosalons 2026 vorgestellt. Das futuristische Elektro-Sportcoupé gibt einen Ausblick darauf, wohin sich die Marke bei Design, Technologie und Fahrerlebnis entwickeln will. Eine Serienversion ist keineswegs beschlossene Sache.

Peugeot baute (genau genommen war es Magna Steyr) den ursprünglichen RCZ von 2009 bis 2015 und stellte damit eine stilvolle Alternative zu den etablierten, hautpsächlich deutschen Sportcoupés auf die Räder. Der neue RCZ Vision versteht sich zunächst als rollendes Manifest für die Zukunft des Unternehmens – mit dramatischem Exterieur, Innenraumtechnik der nächsten Generation und einer mit Factorial Energy entwickelten Festkörperbatterie.

Peugeot zufolge basiert die Studie auf der neuen Designsprache „Feline Future“, die kommende Modelle prägen soll.

<p><em>2026 Peugeot Vision RCZ Concept</em></p>

2026 Peugeot Vision RCZ Concept

Bild von: Peugeot

Das Double-Bubble-Dach ist zurück

Das Coupé steht flach auf der Straße, zeigt muskulöse Schultern und eine schmale Glaskanzel, die einen deutlichen Kontrast zur skulpturalen Karosserie bildet. Das Showcar greift das markante, von Zagato inspirierte Double-Bubble-Dach als Verweis auf den ursprünglichen RCZ wieder auf. Gleichzeitig interpretiert die Lichtsignatur Peugeots bekanntes Drei-Krallen-Motiv mit extrem schmalen horizontalen Elementen an Front und Heck neu.

Ein aktiver Heckspoiler bleibt im Stand verborgen und fährt während der Fahrt aus. Die Räder fallen entsprechend spektakulär aus: 21 Zoll vorn und 22 Zoll hinten. Zudem ersetzt Peugeot massives Aluminium durch einen Lack auf Basis von recyceltem Aluminium, der der Studie ein nachhaltigeres metallisches Finish verleihen soll.

Beim Design geht es jedoch nicht nur um Wirkung. Laut Peugeot sollen die aerodynamische Form des RCZ Vision und die außergewöhnlich dünne Batterie den Energieverbrauch niedrig halten – angepeilt sind 11,5 kWh je 100 Kilometer. Bestätigt ist dieser Wert noch nicht, für ein Coupé mit dieser Leistung wäre er aber bemerkenswert. Andererseits: Sollte es bei einer reinen Studie bleiben, sind die technischen Daten nur bedingt relevant.

<p><em>Peugeot RCZ Vision Concept</em></p>

2026 Peugeot RCZ Vision Concept

Bild von: Peugeot

Peugeot nennt 600 Kilometer Reichweite und 368 kW Leistung

Solange noch Hoffnung besteht, dass daraus ein Serienauto wird, müssen wir über diese Festkörperbatterie sprechen. Sie ist lediglich 110 Millimeter dick und arbeitet mit einer 1.000-Volt-Architektur. Das System stellt bis zu 600 Kilometer Reichweite sowie einen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent in zehn Minuten in Aussicht.

Auch die Fahrleistungen dürften ordentlich ausfallen, schließlich verfügt der RCZ über eine Leistung von starken 368 kW (500 PS). Ob es sich um Heck- oder Allradantrieb handelt, sagt Peugeot allerdings nicht. Der benzinbetriebene RCZ hatte Frontantrieb. Bei dieser Leistung wäre das allerdings schwer vorstellbar.

Der RCZ Vision kommt auf 4,65 Meter Länge, 1,94 Meter Breite und nur 1,35 Meter Höhe. Gegenüber seinem Vorgänger ist er damit deutlich größer, bleibt aber ähnlich niedrig. Die Proportionen lassen ihn eher wie einen ausgewachsenen Gran Turismo wirken.

<p><em>Peugeot RCZ Vision Concept</em></p>

Peugeot RCZ Vision Concept

Bild von: Peugeot

Peugeot zeigt: Kanten sind weiter angesagt

Die Studie gibt außerdem einen Ausblick auf die nächste Generation des Peugeot i-Cockpit, inklusive Hypersquare-Lenkbedienelement und transparenten Micro-LED-Displays. Statt das Armaturenbrett mit immer größeren Bildschirmen zu überziehen, will Peugeot Informationen stärker konfigurierbar machen und Ablenkung reduzieren. Das zentrale Display lässt sich sogar abschalten und verschwindet dann optisch im Armaturenbrett, wenn es nicht benötigt wird.

Hypersquare ist dabei nicht nur reine Zukunftsmusik. Peugeot erklärt, die Studie nutze bereits dieselbe Serienversion des ungewöhnlichen Lenkbedienelements, die für den nächsten E-208 vorgesehen ist. In Kombination mit Steer-by-Wire-Technologie entfällt die mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Vorderrädern. Laut Peugeot kann das System Rangiermanöver bei niedrigen Geschwindigkeiten erleichtern und zugleich die Lenkübersetzung für mehr Stabilität bei höherem Tempo anpassen.

Der RCZ Vision führt außerdem Brake-by-Wire-Technologie ein. Dabei ersetzt eine elektronische Steuerung die konventionelle hydraulische Verbindung zwischen Bremspedal und Bremsen. Das soll eine feinere Dosierung der Bremsleistung und eine bessere Einbindung der Rekuperation ermöglichen. Automatisiertes Fahren auf Level 2++ inklusive Hands-free-Funktion gehört ebenfalls zum Technologiepaket der Studie.

<p><em>2026 Peugeot Vision RCZ Concept</em></p>

2026 Peugeot Vision RCZ Concept

Bild von: Peugeot

Der Peugeot RCZ Concept hat einzelne Rücksitze

Im Innenraum zielt die viersitzige Kabine eher auf eine Gran-Turismo-Atmosphäre als auf das reduzierte Ambiente eines Tracktools. Peugeot kombiniert Alcantara, recyceltes Leder, gefrästes Aluminium und ein hellblaues Farbkonzept. Die Rücksitze sollen zwei Erwachsenen Platz bieten und lassen sich umklappen, um das Gepäckraumvolumen zu vergrößern. Eine gemeinsam mit dem französischen Uhrenhersteller SERICA entwickelte Uhr setzt im ansonsten futuristischen Interieur einen traditionellen Akzent.

Peugeot beschreibt den RCZ Vision als Ausblick auf die eigene Zukunft – nicht als Zusage, dass das Coupé tatsächlich in den Handel kommt. Dennoch ist die Wiederbelebung eines markanten Sportwagen-Namens mit Elektroantrieb, Festkörperbatterie und fahrerorientiertem Cockpit ein überzeugender Weg, diese Zukunft ein wenig spannender wirken zu lassen.