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Für eine persönlichere Erfahrung

Der Peugeot E-T16 ist ein retrofuturistischer Kompaktsportler mit irrer Leistung

Das wilde Elektro-Rallye-Revival gibt einen Ausblick auf Peugeots nächsten 208

Peugeot E-T16 Concept (2026) auf dem Pariser Autosalon
Bild von: Motor1.com Deutschland | C. Otto

Peugeot holt eine seiner größten Motorsport-Legenden zurück – ein moderner 205 T16, der bald beim Händler um die Ecke steht, ist allerdings nicht zu erwarten. Sagen Sie Hallo zum E-T16 Concept: ein elektrischer Kompaktsportler, der den ursprünglichen Rallye-Boliden feiert und zugleich einen Ausblick auf den nächsten E-208 gibt.

Die radikale Studie, die am Vorabend des Pariser Autosalons enthüllt wurde, markiert den 40. Jahrestag der beiden aufeinanderfolgenden Rallye-Weltmeistertitel des 205 T16 in den Jahren 1985 und 1986. Entwickelt gemeinsam mit Peugeot Sport, überträgt der E-T16 diesen vom Rallyesport geprägten Geist ins Elektrozeitalter: mit muskulöser Karosserie und einem Antrieb aus drei Elektromotoren, der auf vogelwilde 816 PS kommt.

Nein, das ist kein Tippfehler. Damit ist er das stärkste Peugeot-Modell aller Zeiten. Die drei Elektromotoren – einer vorn und zwei hinten – ermöglichen ein Leistungsgewicht von weniger als 2 Kilogramm pro PS.

<p><em>2026 Peugeot E-T16 Concept</em></p>

2026 Peugeot E-T16 Concept

Bild von: Peugeot

Peugeots wilder Hot Hatch ist so schnell wie ein Supersportwagen

Entsprechend spektakulär fallen die Fahrleistungen aus. Der elektrische Kleinwagen-Sportler beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und soll nach nur 16 Sekunden die 300 km/h erreichen. Eine Höchstgeschwindigkeit nennt Peugeot nicht, doch schon diese Beschleunigungswerte zeigen: Das ist kein gewöhnlicher Hot Hatch.

Torque Vectoring passt die Kraftverteilung kontinuierlich zwischen Vorder- und Hinterachse sowie zwischen den Hinterrädern an – abhängig vom verfügbaren Grip. Fahrer können aus drei Fahrmodi wählen, die Leistungsabgabe, Drehmomentverteilung und Fahrwerksabstimmung verändern. Dazu zählt ein Track-Modus, der das volle Potenzial des Autos freisetzen soll, sowie ein vierter Modus, in dem sich die Einstellungen individuell konfigurieren lassen.

 

Peugeot Sport hat besonderes Augenmerk darauf gelegt, die Leistung auch bei harter Gangart konstant zu halten. Die Batteriekühlung ist bei einem leistungsstarken Elektroauto entscheidend, denn zu hohe Temperaturen können eine Leistungsreduzierung auslösen, um die Zellen zu schützen. Der E-T16 nutzt ein aus dem Motorsport abgeleitetes „Side Cooling“-System, das die Batteriezellen über ihre Seitenwände statt über ihre Unterseite kühlt.

Laut Peugeot schafft das System genügend thermische Reserven, um im Performance-Modus drei Runden auf der Nürburgring-Nordschleife zu absolvieren – also mehr als 60 Kilometer –, ohne die Leistung zu reduzieren.

<p><em>2026 Peugeot E-T16 Concept</em></p>

2026 Peugeot E-T16 Concept

Bild von: Peugeot

Inklusive hydraulischer Handbremse

Zur Technik gehören vier 380 Millimeter große Bremsscheiben, eine vertikal montierte hydraulische Handbremse wie in Rallyeautos sowie Michelin-Reifen mit 275er-Gummis vorn und stattlichen 315er-Schlappen hinten.

Das Design des E-T16 verbindet bekannte Anspielungen auf den 205 T16 mit Peugeots künftiger Designsprache „Feline Future“, die man auch am ebenfalls neuen RCZ Concept sehen kann.

Außen zeigt die Studie stark ausgestellte Radhäuser, eine modellierte Motorhaube mit zwei großen Luftauslässen und drei überdimensionierte Kühllufteinlässe in der Frontschürze. Luftauslässe hinter den Vorderrädern und ein Heckdiffusor mit zwei verstellbaren Aerodynamik-Elementen sollen den Luftstrom kontrollieren. Ein großer Heckflügel mit markanter „Katzenohren“-Anmutung setzt den Schlussakzent.

Peugeot hat außerdem seine charakteristische Drei-Krallen-Lichtsignatur neu interpretiert. Statt der bekannten Anordnung nutzt die Studie vorn und hinten jeweils drei schmale, horizontale Leuchtbalken, die ein beleuchtetes Löwen-Emblem einrahmen.

Peugeot E-T16 Concept (2026) auf dem Pariser Autosalon

Peugeot E-T16 Concept (2026) auf dem Pariser Autosalon

Bild von: Motor1.com Deutschland | C. Otto

Das Konzeptdesign setzt stark auf Nostalgie

Die Lackierung in Winchester Matte Grey erinnert an den ursprünglichen 205 T16, während silberne Räder mit Einsätzen in Wagenfarbe einen weiteren Retro-Akzent setzen. Eine dünne, beleuchtete rote Linie verläuft rund um das gesamte Fahrzeug und zitiert den roten Zierstreifen des legendären Vorgängers.

Auch funktional gibt es eine clevere Anspielung auf das Original. Der Lufteinlass vor dem Hinterrad des 205 T16 versorgte einst den Verbrennungsmotor. Bei der elektrischen Studie sitzen in diesem Bereich nun der Ladeanschluss und der Türöffnungsmechanismus. Auch das schwebende C-Säulen-Design bleibt erhalten, ist nun jedoch darauf optimiert, Luft in Richtung Heck zu leiten.

Und ja: Das Heck lässt sich öffnen. Wie beim originalen Rallyeauto klappt der E-T16 seine gesamte hintere Karosseriesektion nach oben und gibt den Blick auf Elektromotoren und Fahrwerkskomponenten frei. Ziemlich sehenswert.

<p><em>2026 Peugeot E-T16 Concept</em></p>

2026 Peugeot E-T16 Concept

Bild von: Peugeot

Das eckige Lenkrad soll in Serienmodelle kommen

Der Innenraum gibt einen weiteren Ausblick auf künftige Serienmodelle von Peugeot. Die Studie führt eine neue Generation des i-Cockpit ein, aufgebaut um die rechteckige Hypersquare-Lenkeinheit und Steer-by-Wire-Technik.

Inspiriert vom Lenkrad des Langstrecken-Rennwagens Peugeot 9X8 ersetzt das ungewöhnliche Hypersquare ein konventionelles Lenkrad durch ein kompaktes Bedienelement mit konfigurierbarem Zentraldisplay. Es zeigt Informationen wie Fahrzeuggeschwindigkeit und Rundenzeiten an, während das Steer-by-Wire-System auf Präzision und Agilität bei sportlicher Fahrweise abgestimmt ist.

Ein gebogenes, extrem schmales 21-Zoll-Panorama-HD-Display kombiniert Head-up-Instrumentenanzeige und zentralen Touchscreen und liegt direkt im Sichtfeld des Fahrers. Das Layout soll den Blick von der Straße möglichst selten nötig machen und zugleich wichtige Informationen griffbereit halten.

Der restliche Innenraum ist ebenso kompromisslos wie das Exterieur. Carbon, eloxiertes Aluminium und technische Mesh-Materialien prägen das Ambiente, tief ausgeformte Schalensitze nutzen Carbon-Schalen zur Unterstützung. Vierpunktgurte und ein roter Rohrkäfig unterstreichen den Motorsportanspruch der Studie.

<p><em>2026 Peugeot E-T16 Concept</em></p>

2026 Peugeot E-T16 Concept

Bild von: Peugeot

Ordentliche Reichweite, aber extrem schnelles Laden

Trotz der stark auf die Rennstrecke ausgerichteten Technik betont Peugeot, dass das E-T16 Concept die Alltagstauglichkeit nicht vergessen habe. Die 800-Volt-Architektur und die 85-kWh-Batterie sollen bis zu 400 Kilometer WLTP-Reichweite ermöglichen. Unter den vom Unternehmen genannten Bedingungen dauert das Laden von 10 auf 80 Prozent weniger als 15 Minuten. Wie lange die Energie bei dauerhaftem Hochleistungsbetrieb reicht, sagt Peugeot nicht.

Die größere Frage ist, ob irgendetwas davon in Serie geht. Peugeot beschreibt den E-T16 als ultimative Vision des nächsten E-208, doch das bedeutet nicht, dass ein elektrischer Kompaktsportler mit 816 PS unmittelbar bevorsteht. Die Studie zeigt vor allem künftige Designelemente, die nächste i-Cockpit-Generation und die Möglichkeiten leistungsstarker Elektroantriebe.

<p><em>2026 Peugeot E-T16 Concept</em></p>

2026 Peugeot E-T16 Concept

Bilder von: Peugeot
<p><em>2026 Peugeot E-T16 Concept</em></p>

2026 Peugeot E-T16 Concept

Fotos von: Peugeot

Bitte bauen, Peugeot

Trotzdem ist es eine spannende Richtung für eine Marke mit einer so reichen Rallye-Historie. Der originale 205 T16 trug maßgeblich dazu bei, Peugeot im Motorsport zu etablieren – und sein geistiger Nachfolger zeigt, dass die Marke beim Wechsel zur Elektromobilität das Thema Performance nicht hinter sich lassen will.

Ob der E-T16 jemals in einer Form auf die Straße kommt, die seiner aktuellen Gestalt ähnelt, bleibt abzuwarten.

Während der E-T16 ein Einzelstück bleibt, hat Peugeot bereits einen elektrischen Hot Hatch im Programm. Die Marke hat den GTi-Schriftzug kürzlich wiederbelebt – diesmal ohne Verbrennungsmotor, dafür mit rein elektrischem Antrieb im E-208 GTi.