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Für eine persönlichere Erfahrung

Citroën 2CV Concept (2026): Alles zur Neo-Ente

Bis 2028 soll aus der Studie ein Serienfahrzeug werden. Details zur Technik gibt es aber noch nicht

Citroën 2CV Concept (2026) auf dem Pariser Autosalon 2026
Bild von: Motor1.com Deutschland
Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Fiat hat es mit dem 500 vorgemacht, Renault spätestens mit dem neuen Twingo: Knuffige Kleinwagen im Retro-Stil liegen voll im Trend. Jetzt zeigt Citroën das Comeback seines wohl berühmtesten Modells und des bekanntesten Autos Frankreichs. Die "Ente" kehrt zurück respektive "La Deuche", wie man in Frankreich sagt.

Auf dem Pariser Autosalon 2026 dürfte das Citroën 2CV Concept wohl einer der Stars der Messe werden. Zurecht, wenn wir uns die Bilder betrachten. Proportionen, Abmessungen und Formen sind stark am originalen 2CV angelehnt, der von 1948 bis 1990 gebaut wurde. Aber bei Citroën gibt man offen zu: Eine Ikone lässt sich nicht kopieren. Sie muss neu erfunden werden.

Bildergalerie: Citroën 2CV Concept (2026)

Und so spricht man bei dem Konzept von "Elektrisch, minimalistisch, erschwinglich, kompakt und genial durchdacht". Gleichzeitig gibt es einen Ausblick auf ein künftiges Serienmodell, das bis 2028 das Citroën-Modellportfolio erweitern soll.

Ausgangspunkt war nicht die Neuauflage eines 2CV, sondern die Entwicklung eines kleinen Elektroautos der Zukunft: praktisch, begehrenswert und in der Lage, alltägliche Kurzstrecken wieder zu einem Erlebnis zu machen. Das Konzept steht für eine neue Generation kompakter Elektrofahrzeuge und positioniert sich im Citroën-Portfolio zwischen Ami und C3.

Abmessungen und Design

Mit 3,76 Meter Länge ist das 2CV Concept sogar kürzer als der ursprüngliche 2CV (3,83 Meter). Diese Entscheidung soll laut Citroën den Fahrspaß und die Agilität kleiner Fahrzeuge zurückbringen und gleichzeitig das Fahren und Einparken erleichtern. Das Zielgewicht liegt bei rund einer Tonne. Weniger Masse bedeutet eine kleinere und kostengünstigere Batterie, eine auf den Alltag zugeschnittene Reichweite und niedrige Betriebskosten.

Citroën 2CV Concept (2026)

Citroën 2CV Concept (2026)

Bild von: Citroën

Mit flächigen Karosserieelementen, direkten Lufteinlässen unter der Windschutzscheibe sowie von der Karosserie getrennten und einzeln austauschbaren Stoßfängern wurde auch auf einfache Fertigung und Reparaturfreundlichkeit geachtet.

Gemeinsam mit Michelin wurde der "universelle digitale Reifenzwilling" entwickelt, eine Innovation, die es ermöglicht, das Fahrzeugverhalten kontinuierlich an die Umgebungsbedingungen anzupassen und den Zustand der Reifen permanent zu überwachen.

Zum Design der Studie sagt man, "sie bewahrt die Essenz eines Fahrzeugs, dessen Silhouette auf den ersten Blick erkennbar ist, ohne dabei nostalgisch zu wirken. Die Silhouette greift die charakteristischen Proportionen und Rundungen des 2CV auf, interpretiert sie jedoch mit strafferen Linien und großzügigen Flächen neu."

Citroën 2CV Concept (2026)

Citroën 2CV Concept (2026)

Bild von: Citroën

An der Front finden sich freistehende runde Scheinwerfer, eine LED-Lichtsignatur, eine markante Motorhaube mit Anklängen an das historische Projekt "TPV" ("Toute Petite Voiture" oder "sehr kleines Auto", die Ur-Ente der 1930er-Jahre), integrierte Luftöffnungen sowie sichtbar platzierte Scheibenwischer.

Die Seitenansicht zeichnet sich durch eine steil stehende Frontscheibe, die fließend gewölbte Dachlinie, ausgeprägte Kotflügel und gespannte Flächen aus. Formschöne Türgriffe im Stil des alten 2CV, schlanke Blinkleuchten in den hinteren Dachsäulen sowie 19-Zoll-Stahlräder mit historischen Anleihen prägen den Auftritt.

Citroën 2CV Concept (2026)

Citroën 2CV Concept (2026)

Bild von: Citroën

Das Heck wird durch die markante Dachlinie, eine schwarze Heckklappe bis hinunter zum Stoßfänger, LED-Leuchten, drei horizontale Zierelemente und die sichtbare Heckklappengriffleiste charakterisiert. Das Kennzeichen trägt die unterschiedlichen Spitznamen des 2CV aus aller Welt.

Innenraum

Im Innenraum übersetzt das 2CV Concept (wir zitieren) "den Geist des Originals in eine helle, komfortable und einladende Atmosphäre." Statt eines klassischen Armaturenbretts soll die Gestaltung ein einzigartiges Raumgefühl mit besonders viel Platz für die Insassen schaffen, hinzu kommen breite Sitze mit Citroën Advanced Comfort-Technologie.

Der Beifahrersitz lässt sich ausziehen. Zahlreiche praktische Lösungen wie herausnehmbare Aufbewahrungskörbe oder Türgriffe aus weichen Gurtschlaufen unterstreichen den funktionalen Charakter. Die zentrale Bedieneinheit besteht aus einem Zylinder, an dem Lenkrad, Steuerhebel, Schaltwippe sowie das Citroën Smart Vision Display (vom C3 bekannt) befestigt sind. Dieses projiziert die wichtigsten Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers.

Citroën 2CV Concept (2026)

Citroën 2CV Concept (2026)

Bild von: Citroën

Ein quadratischer 8-Zoll-Touchscreen verbindet digitale und physische Bedienwelten und setzt grafisch auf Inspirationen aus der Comic-Kultur. "Radioën" heißt das herausnehmbare Radiosystem, das gleichzeitig als Lautsprecher dient und die Nutzer auch außerhalb des Fahrzeugs begleitet. Ein Stoff-Faltdach sorgt für früher für Licht, Offenheit und ein Gefühl von Freiheit. Apropos: Die Lichterkette dürfte es definitiv nicht in die Serie schaffen.

Die Farb- und Materialwelt des 2CV Concept soll Optimismus und Lebensfreude ausstrahlen. Die Außenfarbe "Infra Red" kombiniert Orange (der 2CV Spot lässt grüßen) mit gelben und roten Reflexen. Das traditionelle Karomuster des historischen 2CV wurde für die Sitze neu interpretiert und in frischen Gelbtönen umgesetzt. Beige Farbakzente als Hommage an Bakelit finden sich am Lenkrad, an Bedienelementen sowie an den Sitzen.

Citroën 2CV Concept (2026)

Citroën 2CV Concept (2026)

Bild von: Citroën

Bakelit war der erste vollsynthetische Industriekunststoff der Welt. Das hitzebeständige, harte und elektrisch isolierende Material wurde bei frühen 2CV Modellen für zahlreiche Bauteile verwendet. Strukturierte Stoffe, inspiriert von Flechtwerk und Korbgeflechten, prägen Boden, Instrumententafel und Türverkleidungen. Körbe aus Holz und biobasierten Kunststoffen aus dem 3D-Druck sowie Holzelemente rund um das "Radioën" schaffen eine warme Atmosphäre.

Hellgraue Stahlräder mit gelben "Color Clips" und 2-CV-Schriftzug setzen zusätzliche Akzente. Zahlreiche Details stellen die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft her: Der Klang von Hupe und Elektromotor erinnert an den historischen 2CV. Gleiches gilt für die Lüftungsklappen unter der Frontscheibe und den Krückstock-Wählhebel. Herzförmige Aufkleber spielen auf die große Beliebtheit des Modells an.

Die Zahlen 48, 90 und 26 auf der Frontscheibe stehen für das Jahr der Markteinführung (1948), das Produktionsende (1990) und die Vorstellung des Konzepts (2026). Die Michelin-Reifen tragen ein exklusives Chevron-Muster, während das Kennzeichen die internationalen Spitznamen des 2CV zeigt.

Citroën 2CV Concept (2026)

Citroën 2CV Concept (2026)

Bilder von: Citroën
Citroën 2CV Concept (2026)

Citroën 2CV Concept (2026)

Bilder von: Citroën

Auf den Pedalen symbolisieren eine Schildkröte die Bremse und ein Hase das Fahrpedal. Eine augenzwinkernde Anspielung auf die Freiheit, langsam oder schnell unterwegs zu sein. Die Türablagen sind für den Transport von Eiern (!) ausgelegt und erinnern damit an eine der bekanntesten Anforderungen des ursprünglichen Lastenhefts.

Das geplante Serienmodell wird in Europa produziert und soll mit einem Einstiegspreis von rund 15.000 Euro Elektromobilität für möglichst viele Menschen zugänglich machen. Wir sind gespannt, wie viel vom Konzept sich dort wiederfinden wird. Premiere: Vermutlich auf dem Pariser Salon 2028, exakt 80 Jahre nach dem ersten 2CV.