Notin Envol (2026): Wenn Premium plötzlich bezahlbar werden soll
Drei Grundrisse, modernes Interieur und Preise ab unter 81.000 Euro
Wer bei Notin an sechsstellige Preise, viel Leder und die französische Reisemobil-Luxusklasse denkt, liegt normalerweise richtig. Mit dem neuen Envol geht die Traditionsmarke jedoch einen ungewöhnlichen Weg. Erstmals soll ein Notin deutlich günstiger werden, ohne dabei seine Premium-Gene komplett abzugeben.
Das ist auch mit Blick auf den Trigano-Konzern spannend. Dort hat man mit dem Mobilvetta KEA P86 und dem ungewöhnlich schmalen Chausson X640 gezeigt, dass sich selbst etablierte Wohnmobil-Konzepte neu denken lassen. Der Envol verfolgt einen anderen Ansatz: Er soll die Tür zur Premiumklasse öffnen, ohne das Budget eines Einfamilienhauses zu sprengen.
Bildergalerie: Notin Envol (2026)
Seit mehr als 100 Jahren baut Notin Reisemobile in Frankreich und gehört zu den Herstellern, die ihren Ruf nicht über große Stückzahlen, sondern über Handwerkskunst und Verarbeitung aufgebaut haben. Entsprechend überraschend ist der Einstiegspreis der neuen Baureihe. Der Envol soll bereits ab 80.900 Euro erhältlich sein und damit deutlich unter den bisherigen Notin-Modellen liegen.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein abgespecktes Einstiegsmodell. Vielmehr scheint der Envol der Versuch zu sein, die typische Notin-DNA in ein Fahrzeug zu übersetzen, das für deutlich mehr Käufer erschwinglich ist. Der Hersteller selbst spricht von einem neuen Zugang zur Premiumklasse.
Zum Marktstart umfasst die Baureihe drei Grundrisse. Den Einstieg bildet der 6,49 Meter lange E649. Darüber rangieren die beiden 7,19 Meter langen Varianten E719CF mit Queensbett und E719JF mit Einzelbetten. Vor allem die größeren Modelle orientieren sich dabei an einem derzeit bei vielen Käufern gefragten Layout: großzügiger Wohnbereich vorne, Raumbad in der Mitte und ein separates Schlafzimmer im Heck.
Besonders auffällig ist die neue Gestaltung des Innenraums. Während klassische Notin-Modelle oft eher traditionell auftreten, geht der Envol sichtbar in eine modernere Richtung. Vertikale Holzlamellen treffen auf anthrazitfarbene Flächen, helle Möbeloberflächen und eine angenehm zurückhaltende Farbgestaltung.
Auch in puncto Funktionalität fällt der Franzose deutlich weniger nach Einstiegsklasse aus, als es der Preis vermuten lässt. In der Küche arbeitet ein 152 Liter großer Kompressorkühlschrank der Marke Thetford. Hinzu kommen eine großzügige Arbeitsfläche sowie eine zusätzliche Schlafmöglichkeit im Wohnbereich. Damit lassen sich die langen Varianten auch problemlos zu dritt nutzen.
Auch bei der Serienausstattung spart Notin nicht übermäßig. Zum Standard gehören ein Pioneer-Multimediasystem mit Navigation und Rückfahrkamera, eine Truma Combi 6 mit Diesel- und Elektrobetrieb, eine Fahrerhausverdunkelung sowie eine elektrische Trittstufe. Sogar ein isolierter und beheizter Abwassertank gehört zur Grundausstattung.
Hinzu kommt eine ungewöhnlich große Heckgarage. Mit einer Innenhöhe von bis zu 115 Zentimetern bietet sie reichlich Platz für Fahrräder, Campingmöbel oder andere Ausrüstung. Gerade bei den längeren Modellen dürfte dies für viele Käufer wichtiger sein als ein weiterer Zentimeter Arbeitsfläche in der Küche.
Zum Marktstart bietet Notin außerdem ein Ausstattungspaket an, das den Envol praktisch direkt reisefertig macht. Für 3.000 Euro erhält man eine 150-Ah-Lithium-Batterie, einen 2.000-Watt-Wechselrichter, ein 200-Watt-Solarpanel mit MPPT-Regler sowie eine Markise von Thule. Damit bringt der Franzose ab Werk vieles mit, was bei anderen Herstellern erst nach einem längeren Ausflug durch die Optionsliste ins Fahrzeug wandert.
Preislich startet der E649 bei 80.900 Euro. Der E719CF liegt bei 85.500 Euro, während der E719JF für 86.000 Euro angeboten wird. Natürlich bleibt auch ein Einstiegspreis von rund 81.000 Euro weit entfernt von günstigen Volumenmodellen, im Notin-Kosmos wirkt der Envol trotzdem fast schon rebellisch. Gleichzeitig rückt die Marke aber in Regionen vor, in denen bislang eher gehobene Modelle von Hymer, Malibu und Co. um Aufmerksamkeit kämpfen.
Mehr aus der Premiumklasse der Reisemobile: Der Bürstner Signature SMT setzt auf Mercedes-Sprinter-Basis und luxuriöse Ausstattung, der Frankia Next verfolgt einen besonders modernen Ansatz und der neue Hymer GT-S zeigt, wie sportlich ein Teilintegrierter heute auftreten kann.
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