Neue Lärmregeln in Japan: Mazda muss MX-5 leiser machen
Die neuen Anpassungen kommen dort zusammen mit einer Pure Sport (PS) Sonderedition
Mazda hat unmissverständlich klargemacht, dass die Arbeiten an einem neuen Miata respektive MX-5 bereits in vollem Gange sind. Das überrascht kaum angesichts des anhaltenden Erfolgs des beliebten Roadsters – auch wenn der ND inzwischen in die Jahre kommt. Die vierte Generation ist seit fast 12 Jahren auf dem Markt und hat in dieser Zeit mehrere technische Updates sowie zahlreiche Sondermodelle hervorgebracht.
Doch auch 2026 ist Mazda noch nicht fertig damit, den offenen Sportwagen vor seinem (hoffentlich) später in diesem Jahrzehnt anstehenden Nachfolger nachzuschärfen. Die jüngsten Änderungen erfolgen nicht unbedingt, weil Mazda den MX-5 weiter modernisieren möchte, sondern vor allem, weil das Modell weiterhin im Heimatmarkt angeboten werden kann.
Bildergalerie: 2027 Mazda MX-5 Miata Pure Sport (Japan)
Japans neue Vorschriften zum Außengeräusch zwingen die Ingenieure dazu, den ND erneut anzupassen – mit leiseren Reifen und einem größeren Schalldämpfer. Beim MX-5 mit versenkbarem Hardtop sorgt der größere Schalldämpfer allerdings für Packaging-Einschränkungen: Mazda musste die Tiefe des ohnehin sehr kleinen Kofferraums reduzieren.
Weitere Änderungen am Ansaugsystem ermöglichen es dem Zweisitzer, die Anforderungen an das Außengeräusch einzuhalten. Die Regelung gilt seit Oktober 2024 für neu typgenehmigte Modelle; ab dem kommenden Monat wird die Vorgabe auch auf bestehende Modelle ausgeweitet.
Ohne diese Anpassungen hätte Mazda den Wagen ab Juli in Japan nicht mehr verkaufen können. Dann greifen die Fahrzeuggeräuschvorschriften der Phase 3, die an die internationale UN-Regelung Nr. 51 (R51-03) angelehnt sind, für alle Fahrzeuge. Die Regeln senken die zulässigen Werte auf 68 bis 72 dB, abhängig vom Leistungsgewichtsverhältnis. Zum Vergleich: In der weniger strengen Phase 2 waren 70 bis 74 dB erlaubt, Phase 1 ließ 72 bis 75 dB zu.
Der Mazda Miata Pure Sport (Modelljahr 2027)
Passend dazu bekommt der Miata in Japan außerdem ein Sondermodell namens Pure Sport (PS) mit dem kleineren 1,5-Liter-Motor. Es kombiniert ein graues Stoffverdeck mit der neuen Lackfarbe Zinc Green Metallic, die man vermutlich schon kennt, sowie schwarzen 16-Zoll-Rays-Felgen. Für die Verzögerung sorgen Brembo-Bremsen mit silbernen Sätteln, Bilstein-Dämpfer sind serienmäßig an Bord.
Im Innenraum hat sich dagegen nicht viel getan. Der PS erhält Sitze mit einem wildlederähnlichen Bezug sowie schwarze Ringe um den Start/Stopp-Knopf und die Drehregler der Klimabedienung. Zudem sind die äußeren Ringe der Luftdüsen in glänzendem Schwarz ausgeführt.
Auch nach all den Jahren grenzt das Cockpit des Miata an Perfektion – vorausgesetzt, man passt hinein. Was auch immer nach dem ND kommt: Hoffentlich folgt er nicht dem jüngsten Mazda-Trend, den Bildschirm auf Kosten physischer Bedienelemente immer weiter zu vergrößern.
2027 Mazda MX-5 Miata Pure Sport (Japan)
Mazda hat seit dem Debüt des NA im Jahr 1989 mehr als 1,26 Millionen MX-5 verkauft – und der kleine, heckgetriebene Sportwagen ist tatsächlich weiterhin eine Klasse für sich. Trotzdem erinnern die neuen Geräuschvorschriften in Japan daran, dass auch Nischenmodelle immer strengere Regularien erfüllen müssen.
Während die meisten Hürden für Hersteller meist mit verschärften Emissionsvorgaben zusammenhängen, bringt die Einhaltung niedrigerer Geräuschgrenzwerte eine zusätzliche Komplexitätsebene in die Entwicklung neuer Fahrzeuge oder die Aktualisierung bestehender Modelle. Gut, dass der MX-5 weiter durchhält.
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