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Für eine persönlichere Erfahrung

Porsche gibt einen weiteren Einblick in die neue Strategie 2035

Die Zahl der Derivate soll reduziert werden, auch die Zahl der Arbeitsplätze

Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG am 911 Turbo S
Bild von: Porsche

In den letzten Monaten lief es für Porsche nicht mehr rund. Doch die neue Führung will das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Porsche AG hat der seit dem 1. Januar 2026 amtierende Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Leiters die Grundzüge der neuen Unternehmensstrategie mit dem Zeithorizont 2035 vorgestellt.

Das strategische Konzept für Porsche zielt darauf ab, eine langfristig stabile Rentabilität sowie eine erhöhte strukturelle Resilienz des Automobilherstellers zu gewährleisten. Die finale und detaillierte Präsentation der "Strategie 2035" für alle Stakeholder und Investoren ist für den 7. Oktober 2026 im Rahmen eines Capital Markets Day angekündigt. Das Fundament des Konzepts basiert auf bereits im Jahr 2025 eingeleiteten operativen Maßnahmen und gliedert sich in drei zentrale Handlungsfelder.

Bildergalerie: Porsche 911 GT3 RS (2026) in Macadamiametallic mit Elementen aus mattem Carbon

Reduzierung der Konzern-Komplexität

Ein wesentlicher Bestandteil der Neuausrichtung betrifft das dritte Handlungsfeld, das die Unternehmensorganisation und das operative Geschäft umfasst. Die Konzernstruktur soll über alle Hierarchieebenen hinweg gestrafft und angepasst werden, um die Komplexität zu reduzieren und eindeutige Verantwortlichkeiten in der operativen Umsetzung zu etablieren.

In diesem Zusammenhang führt die Unternehmensleitung bereits Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über eine sozialverträgliche Anpassung der Beschäftigtenzahl, um die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Standorte langfristig abzusichern. Im Klartext: Es werden Arbeitsplätze abgebaut.

Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric (2026): Das Exterieur

Porsche Cayenne Turbo Coupé Electric (2026)

Bild von: Porsche

Zudem prüft die Porsche AG eine flexiblere und intensivere Nutzung von modularen Konzern-Baukästen und Plattformlösungen über verschiedene Modellreihen hinweg, um zusätzliche Synergieeffekte zu generieren, wie es bereits bei den Modellreihen Cayenne und Macan praktiziert wurde.

Leiters betonte in seiner Rede die Notwendigkeit, den Produktionsstandort Deutschland unter den veränderten globalen Rahmenbedingungen technologisch und strukturell weiterzuentwickeln. Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Wolfgang Porsche sicherte dem Vorstand die Unterstützung des Kontrollgremiums bei der Umsetzung dieser kostendisziplinierten Maßnahmen zu.

Restrukturierung des Produktportfolios

Das erste Handlungsfeld, "Marke & Kunde", sieht eine stärkere Konzentration auf die traditionellen Kernmerkmale des Portfolios vor. Die Marktpositionierung soll primär über Exklusivität, Design und Fahrdynamik für Kundengruppen definiert werden, die das Fahrzeug aktiv selbst steuern möchten. Damit distanziert sich das Unternehmen im Rahmen dieser Säule von einer Strategie, die primär auf Absatzvolumen abzielt, und stellt stattdessen die Wertschöpfung und Preisdurchsetzung in den Vordergrund.

Gekoppelt ist dies an das zweite Handlungsfeld, "Produkte & Technologie", das eine Straffung des Portfolios durch die Reduzierung von Modell-Derivaten vorsieht. Als konkrete Maßnahme wurde die Streichung von zwei Karosserievarianten des Elektromodells Taycan auf dem US-amerikanischen Markt genannt. (Vermutlich handelt es sich um Sport Turismo und Cross Turismo.)

GCOTY 2025: Porsche 911 GTS T-Hybrid

Porsche 911 GTS T-Hybrid

Bild von: GCOTY

Technologisch hält das Unternehmen an einem dreigleisigen Antriebskonzept fest, welches aus Verbrennungsmotoren, Hybridantrieben und rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) besteht. Dabei wird der Hybridantrieb, insbesondere der für die Baureihe 911 entwickelte Performance-Hybrid, als langfristige Technologie gesetzt, da eine rein elektrische Variante des Modells 911 nicht vorgesehen ist.

Im Segment der Elektrofahrzeuge soll dem kommenden Cayenne Electric eine zentrale Rolle beim Aufbau einer elektrischen Markenidentität zukommen. Wirtschaftliche Ergebnisverbesserungen durch diese neuen Produktanläufe werden jedoch erst mittelfristig erwartet.

Finanzielle Prognosen für das Geschäftsjahr 2026

Trotz der anhaltend anspruchsvollen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat der Vorstand die bestehende Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 offiziell bestätigt. Für das Gesamtjahr rechnet die Porsche AG mit Konzernumsatzerlösen in einem Korridor von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Die operative Konzernumsatzrendite wird zwischen 5,5 und 7,5 Prozent prognostiziert.

In dieser Kennzahl sind bereits kalkulierte außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 800 bis 900 Millionen Euro sowie Zollbelastungen von im Vorfeld geschätzten 700 Millionen Euro enthalten. Für die Netto-Cashflow-Marge im Segment Automobile geht das Management von einem Wert zwischen 3 und 5 Prozent aus.