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Schwedens neuer Allrad-Camper: Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)

Mercedes Sprinter, Allrad, Alde-Heizung und Doppelboden: Kabe baut seinen Novum jetzt winterfest und geländetauglich

Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Bild von: Kabe

Wer bei schwedischen Wohnmobilen an rote Holzhäuser und Elche denkt, liegt nicht ganz falsch. Künftig steht davor aber öfter ein hochbeiniger Sprinter mit Allrad. Der Kabe Novum Traq 750 LGB markiert einen echten Einschnitt: Es ist der erste 4x4-Teilintegrierte der Marke.

Dass Schweden robust kann, haben zuletzt Modelle wie der Dovra Rig X-610 und X-750 sowie der luxuriösere Rig-S gezeigt, viel Offroad-Attitüde kombiniert mit klassischem Campingkomfort. Jetzt zieht Kabe nach. Der neue Traq 750 LGB ist über 7,40 Meter lang und versteht Traktion nicht als Extra, sondern als Konzept.

Bildergalerie: Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)

Basis ist der Mercedes Sprinter mit zuschaltbarem Allradantrieb und ausgelegter Traktionscharakteristik für lose Untergründe. Dazu kommen mehr Bodenfreiheit und grobstollige Reifen. Das macht aus dem Teilintegrierten keinen Expeditions-Lkw, aber einen ernstzunehmenden Camper für schlechte Wege, nasse Wiesen oder verschneite Passstraßen.

Trotz der Offroad-Ambitionen bleibt er mit rund 7,44 Metern Länge klar in der Komfortklasse verankert, inklusive langem Radstand und entsprechend ruhigem Geradeauslauf. Unter der Haube arbeitet der bekannte 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel aus dem Sprinter-Regal, kombiniert mit der 9G-Tronic-Automatik. Beim zulässigen Gesamtgewicht geht es je nach Konfiguration bis etwa 4,1 Tonnen.

Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Bilder von: Kabe
Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Bilder von: Kabe

Der Grundriss LGB steht für Längs-Einzelbetten im Heck. Die rund zwei Meter langen Liegeflächen lassen sich per Zusatzpolster zur großen Liegewiese verbinden. Darunter entsteht eine üppige Heckgarage mit hoher Zuladungsreserve, geeignet für E-Bikes, Ski oder umfangreiche Outdoor-Ausrüstung.

Typisch Kabe ist der isolierte Doppelboden, der nicht nur Stauraum schafft, sondern auch Frisch- und Abwassertanks frostgeschützt integriert. Rund 170 Liter Frischwasser sind an Bord, der Abwassertank fällt ähnlich großzügig aus. Leitungen verlaufen konsequent im beheizten Bereich, ein klares Signal Richtung Wintereinsatz statt Schönwetter-Camping.

Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Bilder von: Kabe
Bilder von: Kabe

Passend dazu ist die Kabine auf Ganzjahresbetrieb ausgelegt. Kabe setzt auf eine wassergeführte Alde-Warmwasserheizung mit Konvektoren und beheiztem Doppelboden. Wände, Dach und Boden sind stark isoliert, die Fenster mehrfach verglast. Auch bei Minusgraden bleiben Tanks, Technik und Innenraum zuverlässig nutzbar.

Im Innenraum trifft skandinavische Sachlichkeit auf solide Möbelbauweise. Vorn sitzt die klassische Halbdinette mit drehbaren Fahrerhaussitzen. Die seitliche Küche bietet Kocher, Spüle und einen großen Kühlschrank mit separatem Gefrierfach, ausgelegt auf längere Standzeiten. Das Bad liegt gegenüber oder im Heck und kombiniert Dusche und Toilette in einem funktionalen, ausreichend großzügigen Raum.

Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Kabe Novum Traq 750 LGB (2026)
Bilder von: Kabe
Bilder von: Kabe

Optisch hebt sich der Traq klar von den zivileren Novum-Modellen ab. Schwarze Anbauteile, Offroad-Bereifung und die höhere Silhouette machen deutlich, dass hier mehr geplant ist als der Stellplatz hinter der Hecke. Gleichzeitig bleibt das Konzept bewusst unterhalb der Expeditionsklasse, kein Overlanding-Zirkus, sondern Allrad mit klarer Alltagstauglichkeit.

Preislich spielt der Traq 750 LGB im oberen Regal. Sprinter-Basis, Allradtechnik, Alde-Heizung und Doppelboden treiben das Niveau deutlich über klassische Fronttriebler. Je nach Ausstattung kratzt der Kabe an der 150.000-Euro-Marke. Dafür gibt es einen 4x4-Teilintegrierten mit echter Wintertauglichkeit, hoher Tankkapazität und einem Raumangebot, das auch längere Reisen ohne feste Infrastruktur erlaubt.

Wer noch weiter ins Extreme will, findet Alternativen wie den Torsus Praetorian Liberra oder den Krug Expedition Rhino XL. Der Traq setzt dagegen auf eine andere Idee: viel Platz, viel Technik, viel Traktion, ohne Show, aber mit klarer Ansage.