Vergessene Studien: Mercedes IAA Concept (2015)
Bei diesem Auto konnte die Aerodynamik variabel verändert werden
Das Mercedes "Concept IAA" (Intelligent Aerodynamic Automobile) war vor zehn Jahren zwei Fahrzeuge in einem: ein Aerodynamik-Rekordler mit einem cw-Wert von 0,19 und ein viertüriges Coupé. Die Studie, auf der IAA 2015 in Frankfurt erstmals präsentiert, wechselte ab 80 km/h automatisch vom Design- in den Aerodynamik-Modus.
Zahlreiche aktive Elemente veränderten dabei die Form: Am Heck fuhren acht Segmente aus und verlängerten das Fahrzeug um bis zu 390 Millimeter, Frontflaps verbesserten die Umströmung, Felgen veränderten ihre Schüsselung und eine Lamelle im Stoßfänger optimierte die Strömung am Unterboden.
Mercedes IAA Konzept (2015)
Das viertürige Coupé folgte der Mercedes-Designphilosophie der „sinnlichen Klarheit“. Lange Motorhaube, stromlinienförmiges Greenhouse, klare Front mit „Shark nose“-Profil und ein reduziertes Heck mit Leuchtenring prägen das Exterieur. Die Maße: 5,04 Meter Länge (5,43 Meter im Aerodynamik-Modus mit ausgefahrenem Bürzel), 1,99 Meter Breite, 1,30 Meter Höhe, Radstand 2,98 Meter.
Bildergalerie: Mercedes IAA Concept (2015)
Das Concept IAA reihte sich in eine lange Linie aerodynamisch optimierter Fahrzeuge von Mercedes ein – vom Rekordwagen W 25 aus den 1930er Jahren bis zum CLA von 2013 mit cW-Wert 0,22.
Im Innenraum führte das Concept IAA die Linie von S-Klasse und S-Klasse Coupé fort. Neue touchbasierte Funktionen gaben einen Ausblick auf das, was wir heute auf vielen Mercedes-Lenkrädern finden. Bedient wurde 2015 unter anderem über ein weiterentwickeltes Zweispeichen-Lenkrad mit integrierten OFN-Buttons, die wie ein Touchpad funktionieren.
Mercedes IAA Konzept (2015)
Mercedes sah das Concept IAA auch als Symbol für den Wandel der Branche. Die digitale Vernetzung verschiedener Entwicklungsbereiche ermöglichte Design und Aerodynamik. Mit Hilfe von Simulationen rechneten die Ingenieure rund eine Million CPU-Stunden, vergleichbar mit dem Aufwand für ein Serienmodell. Rapid Prototyping brachte die komplexen Formen in die Realität.
Technisch setzte das Concept IAA auf einen Plug-in-Hybridantrieb mit 205 kW (279 PS). Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 250 km/h. Die elektrische Reichweite betrug je nach Modus 62 bis 66 Kilometer, die CO₂-Emissionen lagen zwischen 28 und 31 g/km.
Auch bei der Car-to-X-Kommunikation wies die Studie in die Zukunft: Das Fahrzeug konnte mit anderen Autos und Informationsquellen Daten austauschen, um Gefahren zu erkennen, die außerhalb des direkten Sichtfeldes liegen.
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