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Kalmar RS-7: Ist das der ultimative Safari-911?

Auf Basis des Porsche 997 entsteht ein knallhartes Offroad-Viech mit mehr Bodenfreiheit als im Cayenne

Kalmar RS-7 auf Basis Porsche 911
Bild von: Kalmar Automotive

An neuen Offroad-Porsche 911 hat es in den letzten Jahren nun wirklich nicht gemangelt. So gut wie jeder Tuner/Restomoder/Offroad-Spezialist und sogar Porsche selbst (mit dem 911 Dakar) präsentierten uns ihre höhergelegten, plastikbeplankten "Ich fahr überall hin"-Varianten der Sportwagen-Ikone. Jetzt kommt eine weitere dazu, die es offenbar etwas ernster meint. Sagen Sie Hallo zum Kalmar RS-7.

Wir wissen nicht, was man in Ingolstadt von diesem Namen hält, aber natürlich haben wir es hier nicht mit einer fünf Meter langen, 600 PS starken V8-Performance-Limousine zu tun, sondern mit einem sehr seriösen Safari-Umbau auf Basis eines Porsche 997.

Dahinter steckt das Team von Kalmar Beyond Adventure, des dänischen Konstrukteurs und Auto-Enthusiasten Jan Kalmar. Der Mann ist äußerst umtriebig, baut neben Hardcore-Abenteurer-Porsches (unter anderem Cayenne, 993 und sogar Cayman) mit seinem anderen Unternehmen Kalmar Automotive auch sehr exklusive Restomod-Einzelstücke auf Basis von 964 und 993.  

Kalmar RS-7 auf Basis Porsche 911

Kalmar RS-7 auf Basis Porsche 911

Kalmar RS-7 auf Basis Porsche 911

Kalmar RS-7 auf Basis Porsche 911

Kalmar RS-7 auf Basis Porsche 911

Kalmar RS-7 auf Basis Porsche 911

Bilder von: Kalmar Automotive

Der neue RS-7 ist Kalmars dritter Offroad-Elfer nach dem Beyond Adventure RS (993) und dem Beyond Adventure RS-6 (996). Anders als bei den beiden Vorgängern habe man sich nun auch mehr um die Optik des Vehikels gekümmert - immer mit Funktionalität im Hinterkopf, versteht sich.

Im Falle des RS-7 heißt das: dicke Kotflügelverbreiterungen, die dafür aber auch größere Offroad-Reifen von Michelin beherbergen. Außerdem gibt es große Lufteinlässe vorne und ein offeneres Heck, das Hitze besser loswird. Weitere Karosserie-Änderungen kommen in Form eines Entenbürzel-Spoilers am Heck sowie einer LED-Rallye-Lichtleiste, "die die Nacht zum Tag macht". Alle neuen Teile sind aus Kevlar-Verbundmaterial.   

Ein vollflächiger Aluminium-Unterbodenschutz und zusätzliche Verstrebungen sollen dafür sorgen, dass der RS-7 auch in anspruchsvollerem Offroad-Terrain zurechtkommt. Die größeren Reifen, hydraulisch ausfahrbare Stoßdämpfer und abgesenkte Achsträger sorgen für deutlich mehr Bodenfreiheit, "ohne das fahrdynamische Erbe des Spenderfahrzeugs zu opfern". Ein gut aussehender Safari-Umbau nütze schließlich nichts, wenn er sich miserabel fährt, meint Kalmar. 

Entsprechend professionell lesen sich die Fahrwerksspezifikationen im Detail: Vollaktiv, mit adaptiver Dämpfung und hydraulischer Höhenverstellung – entwickelt in Zusammenarbeit mit den Spezialisten von TrackTive Suspension. Zudem entfernt man die Querstabilisatoren, um maximale Radverschränkung zu ermöglichen. Die aktive Dämpferregelung sorgt dabei für die Kontrolle über die Seitenneigung der Karosserie. Mit 170 mm Bodenfreiheit im niedrigen und 210 mm im hohen Fahrwerksmodus übertrifft der RS-7 laut Kalmar einen Porsche Cayenne

Ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse ist optional erhältlich. Ein 6-Gang-Handschaltgetriebe ist Serie, Automatik-Varianten sind aber ebenfalls möglich. 

Bildergalerie: Kalmar RS-7 auf Basis Porsche 911

Der Antriebsstrang bleibt serienmäßig, um maximale Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Das bedeutet je nach Modell 3,6- oder 3,8-Liter-Motoren mit Leistungen zwischen 325 und 385 PS. Auf Wunsch könne die Leistung aber auch individuell angepasst werden, sagt Kalmar.

Der Innenraum des Foto-Autos sieht noch erstaunlich stark nach Serien-997 aus. Zu den Änderungen gehören Recaro CS-Sitze mit Pepita-Stoff sowie die Entfernung von Hi-Fi- und Navigationssystemen zur Gewichtsreduzierung. Wer Musik will, kriegt einen leichten Bluetooth-Lautsprecher. Die Mittelkonsole beherbergt nun das Display zur Dämpferregelung sowie eine digitale Kartenansicht auf einem Tablet. Wer es rustikaler möchte, kann sich aber auch für eine puristischere Innenraumvariante entscheiden.

Sehr interessant ist der Standpunkt des Unternehmens, dass es sich beim 997 um den letzten Elfer handelt, der für einen Safari-Umbau taugt. Der Grund ist simpel: Er hat ein komplett aus Stahl gefertigtes Chassis. Die Baureihen 991 und 992 haben selbiges nicht mehr. 

Trotz mehr als zehn Jahren Erfahrung im Safari-Bau will sich Kalmar nicht an die neuesten 911-Modelle wagen, deren Karosseriestruktur aus einer komplexen Verbindung von Aluminium und Stahl besteht – geklebt und verklebt.

Jan Kalmar erklärt: „Ein Safari-Auto muss man notfalls mit Hammer und Schweißgerät reparieren können – irgendwo im Nirgendwo. Viele Rennteams haben bereits festgestellt, dass das neue, steife Chassis schon bei vergleichsweise kleinen Einschlägen zu Rissen neigt.“

Sollten Sie sich jetzt unsterblich in den Kalmar RS-7 verliebt haben - die Umbaukosten beginnen bei 99.997 Euro (zzgl. Spenderfahrzeug und gewünschten Extras). Sechs Fahrzeuge sind bereits verkauft, die Produktion läuft laut Kalmar auf Hochtouren.