Stellantis: Diese drei Prioritäten warten auf den neuen CEO
Die Herausforderungen reichen vom US-Markt über die chinesische Bedrohung bis hin zu den 14 Konzernmarken
Endlich ist ein neuer Mann für die Konzernspitze von Stellantis gefunden. Das Unternehmen hat Antonio Filosa als neuen CEO und Nachfolger von Carlos Tavares bekannt gegeben, aber die künftige Nummer eins des viertgrößten Automobilherstellers der Welt wird komplexe Herausforderungen vor sich haben. Dies sind die drei wichtigsten Prioritäten, die Filosa in Angriff nehmen muss.
1. Nord-Amerika
Der US-amerikanische und kanadische Markt machte 2023 mit 1,44 Millionen Einheiten etwas mehr als ein Viertel des weltweiten Absatzes von Stellantis aus, was einem Rückgang von 14 % entspricht. Obwohl das Volumen nur halb so groß ist wie in Europa und der Türkei, ist die Region in Bezug auf die Gewinnspannen von strategischer Bedeutung: Hier werden große Geländewagen und Pick-ups verkauft, die wesentlich rentabler sind als die in Europa oder Südamerika vermarkteten Stadtautos.
Ein solides Geschäft in den USA und Kanada ist daher unerlässlich, um den zunehmenden Wettbewerbsdruck in Lateinamerika und Europa auszugleichen.
2. Zu viele Marken auf der Suche nach Platz
Das Ziel jeder Fusion ist es, Ineffizienzen und Überschneidungen zu verringern. Doch im Gegensatz zu anderen Konzernen hat Stellantis alle 14 Marken trotz offensichtlicher Überschneidungen aktiv gehalten. Heute ist es schwierig, einen Peugeot von einem Opel zu unterscheiden, oder die europäischen Abteilungen von Citroën und Fiat.
DS und Alfa Romeo, die beiden Premiummarken, haben ihre Ziele nicht erreicht. Maserati, die Luxusmarke, durchläuft eine komplizierte Phase. Lancia zielt jetzt auf die oberen Segmente, obwohl der vorherige Ypsilon ein preiswertes Stadtauto war.
In den USA überleben Dodge und Chrysler mit einem reduzierten Angebot (drei bzw. ein Modell). Auch Jeep ist weit von seinen ursprünglichen Zielen entfernt: weniger als eine Million verkaufte Fahrzeuge gegenüber einer Prognose von zwei Millionen. Es bleibt abzuwarten, ob alle diese Marken unter dem neuen CEO Antonio Filosa weitergeführt werden können.
3. Die chinesische Konkurrenz
Die neue Führungsspitze wird sich mit einem immer präsenteren Konkurrenten auseinandersetzen müssen: Chinesische Hersteller, die vor allem auf zwei Schlüsselmärkten für Stellantis, nämlich Brasilien und Europa, aktiv sind.
Wettbewerbsfähige elektrifizierte Modelle und eine Beschleunigung der Zusammenarbeit mit Leapmotor werden erforderlich sein. Fiat, der Marktführer in Brasilien, läuft Gefahr, erhebliche Marktanteile an die Newcomer zu verlieren. Und die vier Generalistenmarken des Konzerns in Europa können sich keine weiteren Rückgänge leisten. Wird die Partnerschaft mit Leapmotor ausreichen?
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei JATODynamics.
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