Porsche könnte den Verkauf von E-Autos in China aufgeben
Absatzeinbruch – Porsche könnte sich laut Chef Blume zukünftig auf Verkauf von Verbrennern konzentrieren
Wo wären die westlichen Luxusautohersteller heute ohne den chinesischen Markt? Prestigemarken sind seit Jahren auf der Erfolgswelle geschwommen, aber alles Gute hat einmal ein Ende. Der Aufstieg einheimischer Autohersteller hat die Nachfrage nach internationalen Marken stark beeinträchtigt: Fragen Sie beispielsweise Porsche.
Der Absatz der Zuffenhausener sank 2024 in China um 28 Prozent auf 79.283 Fahrzeuge. Im ersten Quartal dieses Jahres sah es noch düsterer aus: Die Nachfrage brach um 42 Prozent auf 9.471 Fahrzeuge ein. Der Niedergang von Porsche ist nicht darauf zurückzuführen, dass der 911 plötzlich unerwünscht wäre. Das eigentliche Problem liegt darin, keine greifende Mittel gegen die chinesische Konkurrenz im Segment der Elektroautos zu finden.
Xiaomi und weitere heimische Marken verkaufen viel billigere Elektroautos, von denen einige mehr Leistung haben als ein Taycan oder ein Macan. Porsche ist sich des Problems durchaus bewusst. Doch statt mit Preissenkungen oder neuen, günstigeren Modellen zu reagieren, könnten die Zuffenhausener in China eventuell die weiße Fahne hissen und aufgeben.
Auf der Auto Shanghai 2025 räumte Porsche-Chef Oliver Blume ein, dass das Unternehmen den Verkauf von Elektroautos in China in absehbarer Zeit einstellen könnte: "Wir werden in den nächsten zwei bis drei Jahren sehen, ob Porsche hier als Elektromarke existiert." Der Vorstandschef, der auch den Volkswagen-Konzern leitet, räumte gegenüber Automotive News ein, dass der Absatz von Porsche-BEVs in China "relativ gering" sei.
Die Konzernspitze stellte klar, dass Porsche nicht die Absicht hat, den Absatz zu steigern und die Preise auf einem für Porsche angemessenen Niveau halten wird. Folglich wird der neue Cayenne EV, der später in diesem Jahr auf den Markt kommt, nicht günstig sein, ebenso wenig wie der elektrische 718-Nachfolger, der nach dem großen SUV kommen soll.
Blume sieht Xiaomi mit seinem 1.548 PS starken SU7 Ultra nicht als direkten Konkurrenten an, da es sich um ein billigeres Elektroauto handelt, das nicht mit den "Fahrfähigkeiten" eines Porsche mithalten kann – auch wenn der Xiaomi SU7 Ultra auf der Nordschleife zumindest der Rundenzeit nach unlängst das Gegenteil bewies. Xiaomis Taycan-Kampfwagen kostet in China 529.900 Yuan (etwa 64.000 Euro), während der Basis-Taycan mit 402 PS zu einem viel höheren Preis von 918.000 Yuan (111.000 Euro) angeboten wird.
Xiaomi SU7 Ultra
Anders als BMW, Mercedes, Audi und sogar Jaguar hat Porsche nicht in China-spezifische Modelle investiert. Global Player haben Geld in Limousinen und SUVs mit langem Radstand gesteckt, um die Beinfreiheit für die Fondpassagiere zu verbessern. Eine verpasste Chance Seitens Porsche?
Audi ging kürzlich noch einen Schritt weiter, indem es den verwirrenden Namen AUDI (in Großbuchstaben geschrieben) als reine Elektro-Submarke einführte.
Fun-Fact: Der Jetta von VW ist dort auch eine eigene Marke.
Apropos VW: Das Unternehmen plant, bis Ende 2027 20 Plug-in-Hybride und Elektroautos in China auf den Markt zu bringen. Von Porsche ist anscheinend nichts in Bezug auf lokalisierte Produkte zu erwarten. Der neue Verbrenner-Crossover, der den Macan ersetzen soll, wäre zwar sinnvoll, wird aber erst gegen Ende des Jahrzehnts erwartet.
Andere traditionelle Premium-Hersteller haben sich angepasst, um ihren Marktanteil zu halten. Einschlägige Beispiele sind schicke Minivans wie der Lexus LM, der Buick GL8 und der Volvo EM90.
Da chinesische Marken jedoch leichteren Zugang zu Rohstoffen haben und von niedrigeren Lohnkosten profitieren, wird es für internationale Unternehmen immer schwieriger, zu konkurrieren. Sie auf ihrem eigenen Terrain zu schlagen, scheint jetzt nahezu unmöglich.
Einige Automobilhersteller haben sich mit der neuen, harten Realität abgefunden und sich stattdessen entschieden, lokale Allianzen zu stärken. Wie das Sprichwort schon sagt: "Wenn du sie nicht schlagen kannst, schließe dich ihnen an."
Quelle: Automotive News
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