Subaru Forester (2025) im ersten Fahrbericht: Pragmatisch gut?
Geräumig, komfortabel und geländegängig war er schon vorher, jetzt ist er auch überraschend schick
Geräumig, komfortabel und geländegängig – das war der Subaru Forester schon immer. Doch nun kommt eine neue Qualität hinzu: Stil.
Subaru verfolgt mit dem neuen Forester ein klares Ziel: Die Erfolgsgeschichte des Mittelklasse-SUVs fortzuschreiben. Dafür setzt die Marke weiterhin auf ihre bewährten Stärken wie Robustheit, Sicherheit, Geländegängigkeit und Komfort. Doch erstmals rückt auch das Design in den Fokus. Wie sich die sechste Generation auf der Straße und abseits befestigter Wege schlägt, konnten wir bereits ausgiebig testen.
Bildergalerie: Subaru Forester (2025) im Test
Exterieur | Interieur | Antrieb | Fahrverhalten | Preis | Fazit
Was ist das?
Seit 1997 hat sich der Forester einen festen Platz in der automobilen Welt erarbeitet. Mehr als fünf Millionen verkaufte Einheiten weltweit sprechen eine deutliche Sprache. Auch in Europa erfreut sich das SUV großer Beliebtheit: Knapp 370.000 Mal wurde der Forester hier abgesetzt, in Deutschland immerhin 89.000 Mal. Für einen vergleichsweise kleinen Hersteller wie Subaru sind das beeindruckende Zahlen.
| Schnelle Daten | Subaru Forester 2.0ie Platinum |
| Motor | Vierzylinder-Saugboxer, 2,0 Liter Hubraum plus Elektromotor |
| Leistung | 100 kW (136 PS), 182 Nm Drehmoment; Elektromotor 12,3 kW, 66 Nm |
| Länge x Breite x Höhe | 4.670 x 1.830 x 1.730 mm |
| Leergewicht | 1.739 kg |
| Preis | 49.190 Euro |
Dass der Forester seine Käufer überzeugt, zeigt auch der Blick auf die jüngsten Verkaufszahlen. Trotz eines schwierigen Marktumfelds und des bevorstehenden Modellwechsels legte er 2024 um satte 19 Prozent zu. Ein starkes Fundament für die nächste Generation – und gleichzeitig ein hoher Anspruch.
Der Forester war schon immer ein Auto für Pragmatiker. Funktional, verlässlich, aber optisch eher zurückhaltend. Nun aber betreten die Japaner Neuland: Der 2025er Forester setzt erstmals ein bewusstes Design-Statement.
Exterieur
Am technischen Grundgerüst wurde nicht gerüttelt – der bewährte Boxermotor und der permanente Allradantrieb bleiben unangetastet. Doch optisch hat sich Subaru etwas getraut. Die Linienführung ist markanter, die Details präziser gezeichnet.
Vor allem die Flanke wirkt nun durchdachter: Die Designer haben die breiten Dachsäulen mit horizontalen Elementen optisch durchbrochen, die Radhäuser kantiger modelliert und den Schwellern mehr Struktur gegeben. Das Ergebnis ist für unseren Eindruck ein SUV, das nicht nur funktional, sondern auch ansprechend aussieht.
An der Front dominiert ein selbstbewusst gestalteter schwarzer Kühlergrill, flankiert von scharf geschnittenen LED-Scheinwerfern. Am Heck ziehen horizontale Elemente den Wagen optisch in die Breite. Überraschend, dass man so lange über das Design eines Subaru sprechen kann – das zeigt, wie wichtig das Thema für die Marke mittlerweile geworden ist.
| Abmessungen | Subaru Forester 2.0ie Platinum |
| Länge | 4.670 mm |
| Breite | 1.830 mm |
| Höhe | 1.730 mm |
| Radstand | 2.670 mm |
| Leergewicht | 1.739 kg |
| Gesamtgewicht | 2.185 kg |
| Anhängelast | 2.055 kg |
| Kofferraumvolumen | 508 - 1.186 Liter |
Interieur
Auch im Innenraum hat Subaru spürbar nachgelegt. Komfort stand bei der Entwicklung weit oben auf der Prioritätenliste – und das merkt man sofort. Die Vordersitze sind großzügig dimensioniert und bieten überraschend viel Seitenhalt.
Die Kombination aus Leder und Alcantara verleiht dem Innenraum einen Hauch Premium-Ambiente, auch wenn einige Kunststoffflächen nicht ganz auf diesem Niveau mitspielen können. Besonders das mit Leder bezogene Lenkrad wirkt eher robust als hochwertig – praktisch im Gelände, aber nicht unbedingt ein Handschmeichler.
Auf der Rückbank bietet der Forester fast schon verschwenderisch viel Platz. Für ein knapp 4,70 Meter langes SUV sind die Bein- und Kopffreiheit beeindruckend. Dazu kommen Annehmlichkeiten wie eine eigene Sitzheizung für die äußeren Plätze. Das Kofferraumvolumen fällt ebenfalls großzügig aus, und mit cleveren Details wie Befestigungshaken, einer Steckdose und einer Fernbedienung für die umklappbaren Rücksitze zeigt Subaru, dass Praxistauglichkeit weiterhin großgeschrieben wird.
Das neue Infotainmentsystem setzt auf einen hochkant stehenden Touchscreen mit knapp 30 Zentimetern Diagonale. Die Bedienung fällt dank großer, logisch angeordneter Icons leicht. Besonders erfreulich: Trotz des zentralen Bildschirms verzichtet Subaru nicht auf klassische Tasten und Drehregler für wichtige Funktionen – ein Pluspunkt für die Ergonomie.
Optisch mag die Grafik nicht mit den hypermodernen Displays der Konkurrenz mithalten, doch in der Praxis zählt vor allem eines: Funktionalität. Und hier überzeugt das System mit einer reibungslosen Bedienung und schnellen Reaktionszeiten.
Smartphone-Integration ist selbstverständlich: Apple CarPlay und Android Auto lassen sich kabellos verbinden, eine induktive Ladeschale mit Schnellladefunktion sorgt für volle Akkus. Zudem gibt es sowohl USB-A- als auch USB-C-Anschlüsse.
Eine echte Überraschung bietet das Cockpit: Statt eines digitalen Instrumentendisplays setzt Subaru weiterhin auf klassische analoge Rundinstrumente mit einem kleinen Infodisplay in der Mitte. Wann haben wir zuletzt einen Neuwagen ohne volldigitales Cockpit gesehen? Doch auch hier gilt: Die Ablesbarkeit leidet keineswegs – im Gegenteil.
Antrieb
Beim Antrieb ist Subaru stolz darauf, weiterhin als einziger Anbieter neben Porsche auf den markentypischen Boxermotor zu vertrauen. Trotz einiger Nachteile (teure Produktion, breite Bauweise) möchte man auf die konzeptbedingten Vorteile nicht verzichten.
Durch den extrem flachen Bau sinkt der Schwerpunkt, die Motorhaube kann tiefer gehalten werden und beim Frontalcrash schiebt sich das Paket unter den Fahrgastraum. Fun Fact: Subaru setzt auf gleich zwei 12V-Batterien. Während eine sich um das Bordnetz kümmert, versorgt die andere ausschließlich das Start/Stopp-System.
Doch beim Fahren schleichen sich einige Zweifel ein, ob das alles nach wie vor seine Berechtigung hat. Im Zuge der Weiterentwicklung sind dem zwei Liter großen Triebwerk nämlich einige seiner ohnehin recht spärlichen Pferdestärken abhandengekommen, sodass sich die verbleibenden 136 PS mit den über 1,7 Tonnen Leergewicht abmühen müssen.
Grund sind die strengen Abgasvorschriften, die wohl einige Anpassungen erforderten. Unterstützt werden die Pferdchen von einer Elektromaschine am Getriebeausgang, die 12,3 Kilowatt und 66 Nm Drehmoment beisteuert. Klingt nicht nach viel, macht aber einen kleinen Unterschied.
Besonders beim Anfahren merkt man die elektrische Unterstützung deutlich, denn es geht spritzig los. Danach folgt – nicht mehr viel. Die stufenlose Automatik namens "Lineartronic" lässt den Sauger hochjubeln, viel Vortrieb entsteht dabei nicht. Wenigstens entstehen trotz der hohen Drehzahlen keine störenden Vibrationen und die Schalldämmung ist wirklich gut.
| Fahrleistungen | Subaru Forester 2.0ie Platinum |
| 0 - 100 km/h | 12,2 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 188 km/h |
| Verbrauch (WLTP) | 8,1 l/100 km |
Zum Mitschwimmen im Verkehr reicht das natürlich allemal, aber besonders souverän fühlt sich das nicht an. Auch im Gelände ist der Subaru mit diesem Motor klar untermotorisiert. Gerade hier kann dieses Auto derart viel, dass man sich oft einfach mehr Leistung wünscht. Genau wie auf der Autobahn.
Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer. Auf Nachfrage bestätigte Subaru-Geschäftsführer Volker Dannath, dass man sehr interessiert sei, den neuen „Strong Hybrid“-Antrieb auch im deutschen Forester anzubieten. Dieser hätte mit 185 PS Systemleistung, doppelt so großer Batterie und mehr elektrischer Unterstützung deutlich bessere Karten. Hoffen wir also, dass der deutsche Markt hier nicht leer ausgeht.
Fahrverhalten
Dafür hatten wir Gelegenheit, den Forester ausgiebig im Gelände zu testen. Und hier brilliert der Subaru, wie man es erwartet. Mit 220 Millimetern Bodenfreiheit, permanentem Allradantrieb und dem elektronischen „X-Mode“ kommt er fast überall durch und drüber und stellt viele Konkurrenten in den Schatten.
Dabei hilft die neue 360°-Kamera genauso wie die gute Rundumsicht. Durchdrehende Räder sind angesichts der sehr guten Traktion (und der geringen Leistung) kein Thema. Beeindruckend, was hier alles geht – schließlich reden wir von einem SUV und nicht von einem echten Geländewagen.
Das Fahrwerk selbst ist komfortabel abgestimmt. Wir hatten die Gelegenheit, das Vorgängermodell zum Vergleich zu fahren, und gerade auf Kopfsteinpflaster ist der Fortschritt beträchtlich. Obwohl auch die Geräuschdämmung stark verbessert wurde, dringt auf harten Unebenheiten zuweilen ein Poltern der Vorderachse durch.
Ansonsten ist es erstaunlich, wie ausgewogen die Subaru-Ingenieure das Fahrwerk abgestimmt haben, ohne die Geländegängigkeit zu beeinträchtigen. Ein weiterer Pluspunkt: Nur für Deutschland wurde die Anhängelast auf über zwei Tonnen (2.055 kg bei maximal 8 % Gefälle) erhöht, während im Rest der Welt nur 1.870 kg gezogen werden dürfen.
Bei den Assistenzsystemen ist der neue Forester auf der Höhe der Zeit. Neben den mittlerweile gesetzlich vorgeschriebenen Systemen wie der Tempolimitwarnung (die mit drei Klicks deaktivierbar ist) bietet er auch einen gut funktionierenden adaptiven Tempomaten und eine Spurhaltefunktion. Eine Nothaltefunktion ist ebenfalls an Bord, falls der Fahrer nicht mehr reagiert.
Interessant: Subaru setzt weiterhin auf sein selbst entwickeltes EyeSight-System, das fast ausschließlich auf Kameras setzt, während andere Hersteller auf Radar vertrauen. Während diese Technik bei Tesla bereits mehrfach für Probleme sorgte, scheint Subaru sie im Griff zu haben. Erst wirklich schlechte Sicht soll laut Subaru-Technikern die Grenzen des Systems aufzeigen. Ein Vorteil: Im Gegensatz zu Radarsensoren ist es nicht so anfällig für Schneefall oder Verschmutzung. In unserem Test funktionierte alles einwandfrei.
Preise
Mit mindestens 40.490 Euro für das Basismodell „Trend“ ist der Subaru Forester durchaus angemessen eingepreist. Unser gefahrenes Top-Modell „Platinum“ kostet mindestens 49.190 Euro, bietet dafür aber eine fast komplette Ausstattung. Ein ähnlich geräumiger Skoda Kodiaq mit Allradantrieb kostet mindestens 48.890 Euro, hat dann aber über 200 PS.
Der VW Tayron mit Allrad beginnt bei 50.770 Euro. Toyota verlangt für den RAV4 4x4 mindestens 52.790 Euro. Auch der Honda CR-V mit Allrad kostet nicht unter 52.000 Euro. Der Nissan X-Trail mit 4x4 ist ab 45.900 Euro zu haben. Wer also unbedingt Allrad und viel Platz möchte, kommt mit dem Forester recht günstig weg.
Fazit 7/10
Man muss Subaru für die Konsequenz bewundern, mit der die Japaner ihr eigenes Ding durchziehen. Der neue Forester ist nun massentauglicher, ohne seine Markenkernwerte zu verwässern. Für den harten Arbeitseinsatz im Eifelwald oder Steinbruch taugt er nach wie vor bestens. Dass man mit ihm nun aber auch im feinen Zwirn vor der Oper auftauchen kann, ist neu.
Komfort und Sicherheit bietet er im Überfluss, nur die Antriebseinheit kann nicht überzeugen. Im Vergleich zu modernen Turbotriebwerken mit Direktschaltgetriebe ist die Kombination aus Saug-Boxer und stufenlosem Getriebe schlicht unterlegen. Dabei macht der Forester den Eindruck, als könnte er viel mehr – wenn die richtige Motorisierung nachgereicht wird. Andererseits hat Subaru eine feste Fangemeinde und diese wird sich am bekannten Motorsystem nicht stören. Dem weiteren Erfolg steht also nichts im Wege.
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