Toyota verkaufte letztes Jahr mehr Mirai als Supra in Europa
In Deutschland lag der Sportwagen noch knapp vor dem Wasserstoffauto. Selten sind sie beide
Man kann mit Sicherheit sagen, dass 2024 ein hervorragendes Jahr für Toyota in Europa war. Die Verkäufe stiegen um drei Prozent auf 1.128.948 Einheiten, während Lexus einen beeindruckenden Zuwachs von 20 Prozent auf 88.184 Fahrzeuge verzeichnete. Zusammen lieferten die beiden Marken 1.217.132 Fahrzeuge aus, ein Plus von vier Prozent - ein Allzeithoch auf dem Kontinent.
Falls Sie sich aber fragen, welcher Toyota in den Verkaufscharts den letzten Platz einnimmt: Es war nicht der Mirai. Mit 533 ausgelieferten Einheiten in den letzten 12 Monaten war die Wasserstoff-Limousine beliebter als die sportliche Supra. Nur 442 Personen kauften das heckgetriebene Coupé, das dieses Jahr in Europa nach der Final Edition ausläuft.
Bildergalerie: Toyota GR Supra A90 Final Edition (2025)
Immerhin: In Deutschland konnte sich die Supra mit 222 Neuzulassungen im gesamten Jahr 2024 (minus 23,4 Prozent gegenüber 2023) noch knapp vor dem Mirai (148 Neuzulassungen, minus 10,8 Prozent) behaupten. Zum Vergleich: 17.000 Corolla, 18.000 Aygo X und 33.000 Yaris.
Wie ist das überhaupt möglich? Das ist eine berechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass der Mirai nicht in allen Ländern des Kontinents verkauft wird. Und dann ist da noch die Frage der Betankung. Nach Angaben der Europäischen Wasserstoff-Beobachtungsstelle gab es im letzten Sommer weniger als 200 betriebsbereite Tankstellen in Europa. Fast die Hälfte davon befand sich in Deutschland (86), gefolgt von Frankreich (27) und den Niederlanden (24). Folglich richtet sich der Mirai an ein begrenztes Publikum.
Es gibt einige Gründe, die diese ungewöhnliche Situation erklären könnten. Anreize für Elektrofahrzeuge, Steuervergünstigungen und niedrigere Betriebskosten haben den Mirai bei Taxiflotten beliebt gemacht. In Paris sind viele der Brennstoffzellen-Limousinen so unterwegs, wie man im Rahmen von Olympia sah. Auch in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark, um nur einige Länder zu nennen, sind Taxi-Mirai erhältlich.
Die niedrigen Verkaufszahlen der Supra sind nicht völlig überraschend. Abgesehen von seinem Nischendasein als Sportwagen, ist das Modell auch teuer. Das liegt nicht unbedingt daran, dass Toyota viel Geld verlangt, sondern an der Mehrwertsteuer und der emissionsabhängigen Verkaufssteuer. In den Niederlanden zum Beispiel kostet der Supra in der Basisversion mit dem 2,0-Liter-Vierzylindermotor 76.795 Euro (79.120 Euro), inklusive 21 Prozent Mehrwertsteuer.
Dieser Preis ist jedoch vor der "Belasting van personenauto's en motorrijwielen", kurz BPM. Das steht für "Besteuerung von Personenkraftwagen und Motorrädern" und richtet sich nach der Höhe der CO2-Emissionen. Im Fall des Supra müssen Käufer einen Aufschlag von 17.629 Euro zahlen. So kommt es, dass eine Supra in der Einstiegsversion 94.424 Euro kostet.
Das ist der Grund, warum Sportwagen in Europa schneller aussterben als anderswo. Es war nicht einfach, die aktuelle Supra wirtschaftlich zu entwickeln, da Toyota mit BMW zusammenarbeiten musste, um die Kosten zu teilen. Die beiden arbeiten auch gemeinsam an der Wasserstofftechnologie, wobei die bayerische Marke ihr erstes Wasserstoff-Serienmodell im Jahr 2028 auf den Markt bringen wird.
In der Zwischenzeit hat sich Toyota verpflichtet, den Supra am Leben zu erhalten, auch nachdem die aktuelle Generation in Rente gegangen ist. Es ist unklar, ob das neue Modell komplett eigenständig entstehen wird, aber wir wissen, dass ein neuer 2,0-Liter-Turbobenziner in der Entwicklung ist.
Der andere Toyota-Sportwagen, der GR86, wurde letztes Jahr in Europa eingestellt. Aufgrund einer im Mai in Kraft getretenen Cybersicherheitsvorschrift musste Toyota seinem billigeren Spaßauto den Stecker ziehen. Bevor er vom Markt genommen wurde, erzielte der GR86 europaweit 920 Verkäufe. Dem GR Yaris erging es wesentlich besser, denn im Jahr 2024 wurden 5.624 der Hot Hatches verkauft.
Quelle: Toyota
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