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VW Golf R Facelift (2024): Technik erklärt-Der Fahrdynamikmanager

Was bringt der ganze Zauber?

Golf R 2024 covered drive

Christopher Otto Christopher Otto

Von: Christopher Otto

26. Jun. 2024 um 10:18 Uhr

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Der VW Golf R erfuhr gerade eine umfassende "Produktaufwertung", im Volksmund auch Facelift genannt. Vor allem ein Begriff fällt dabei immer wieder: Der "Fahrdynamikmanager". Aber was genau ist das und was bringt er dem Fahrer? Wir haben recherchiert und Experte Benny Leuchter befragt.

Für ein gutes Fahrverhalten müssen ziemlich viele Komponenten ihr Bestes geben. Natürlich spielt das Fahrwerk und seine Abstimmung eine Rolle, aber auch Dinge wie Lenkung, Differenzialsperre, Allradantrieb, ABS und ESP/ASR sind für Fahrspaß und Sicherheit extrem wichtig. Bislang arbeitete jedes dieser Systeme autark für sich mit eigenen Steuerteilen und Regelkreisen.

Golf R 2024 covered drive

Superhirn für bestes Fahrverhalten

Im Golf 8 führte Volkswagen dann den sogenannten Fahrdynamikmanager ein. Dieses "Superhirn" vernetzt erstmalig alle für das Fahrverhalten relevanten Systeme miteinander. Das heißt, dass ein leistungsfähiger Zentralrechner über alle Informationen sämtlicher Systeme verfügt und diese auch zentral steuert. Der Fahrdynamikmanager koordiniert und optimiert die Querdynamik und sorgt als zentrale Regelungseinheit permanent für ein Höchstmaß an Fahrstabilität, z.B. beim Anbremsen einer Kurve.

Im Golf R und Golf R Variant vernetzt das System nicht nur die elektronischen Differenzialsperren (XDS) und die geregelten Dämpfer des adaptiven Fahrwerks (DCC), sondern bindet auch den Allradantrieb mit R-Performance Torque Vectoring ein. Durch die einstellbaren Fahrwerkssysteme sollen die eigentlich unvereinbaren Attribute "maximaler Komfort" und "höchste Dynamik" kombiniert werden, je nach Laune und Fahrzustand.

Volkswagen Golf Fahrdynamikmanager

Mit dem Fahrdynamikmanager werden bei jedem Fahrmanöver der Allradantriebs, die elektronische Differenzialsperre und die DCC-Dämpfer koordiniert angesteuert. Dabei soll die Anpassung der radindividuellen Dämpfung für ein besonders agiles und präzises Handling sorgen. Der Fahrdynamikmanager ermöglicht zudem eine Berechnung der idealen Regelung des Torque-Splitters, um die Agilität und Stabilität zu optimieren.

Gezielte Bremseingriffe an der kurveninneren Fahrzeugseite reduzieren im Grenzbereich das Untersteuern. Die Traktion wird indes durch ein erhöhtes Sperrmoment im Torque-Splitter verbessert und ein eher heckbetontes statt untersteuerndes Fahrverhalten erzielt. Außerdem kann das System nicht wie zuvor nur reagieren, sondern durch Zugriff auf alle Informationen teilweise auch im Voraus agieren.

Volkswagen Fahrdynamikmanager

Der Max Kruse der Regelsysteme

Ok, das war jetzt aber viel Fachchinesisch. Um das alles auch etwas verständlicher rüberzubringen, haben wir Rennfahrer und VW-Entwicklungsfahrer Benny Leuchter gebeten, den Mehrwert für den Fahrer zu schildern. Da er direkt in die Entwicklung des Systems einbezogen war, kam er der Bitte gern nach.

"Der Fahrdynamikregler ist sowas der Nr.10-Spieler im Fußball, der alles im Überblick hat und das Spiel steuert. Hier läuft alles zusammen. Dadurch kann die Headunit extrem schnell auf Fahrmanöver reagieren und den Fahrer bestmöglich unterstützen."

Dabei geht es weniger um schnellstmögliche Rundenzeiten, als vielmehr um den Fahrspaß des Fahrers bei größtmöglicher Entlastung. "Wenn man in die Kurve reinbremst, macht der Fahrdynamikmanager die äußeren Dämpfer härter und bremst das kurveninnere Rad ab, damit sich das Auto schön in die Kurve eindreht. Falls man dabei zu schnell ist, kann der Fahrdynamikmanager über alle Systeme wie ESP, ABS und das DCC das Fahrzeug wieder unter Kontrolle bringen", schildert Benny die Vorzüge. 

Mehr Golf R:

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Aber was bedeutet das für den Fahrer? Benny Leuchter: "Der Fahrer spürt das System natürlich nicht direkt, aber er merkt, dass das Auto alles genauso macht, wie er das möchte. Das liegt an der extremem Regelgeschwindigkeit, die der Fahrdynamikmanager gegenüber separaten Systemen hat. Der Fahrer soll gar nicht groß nachdenken müssen, sondern stets das perfekte Setup vorfinden."

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