Der Tesla Cybertruck war eine der wichtigsten Neuvorstellungen in der amerikanischen Automobilwelt in 2023. Nicht nur in Bezug auf das Design, sondern auch wegen seiner Bedeutung: Der Hersteller startet im Pick-up-Segment. Es war kein Ereignis von weltweiter Bedeutung, da dieser Fahrzeugtyp außerhalb Nordamerikas nicht sehr beliebt ist. Es gibt zwar auch andere Pick-up-Märkte, aber die dortigen Modelle sind alle kleiner als der Cybertruck.

Die ersten Einheiten des Tesla Cybertruck wurden im Dezember 2023 ausgeliefert. Aber wie laufen die Verkäufe bis jetzt?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass es nach drei Monaten seit dem Verkaufsstart noch zu früh ist, um Rückschlüsse auf die kommerzielle Leistung eines Autos zu ziehen. Jedes Modell ist anders und jeder Markt hat seine eigene Dynamik. Auch die Verfügbarkeit der Produkte spielt eine Rolle. Dennoch lassen sich bereits Tendenzen erkennen, die die Entwicklung der kommenden Monate vorwegnehmen könnten.

2.800 Einheiten in drei Monaten

Laut der Daten von JATO Dynamics wurden vom Tesla Cybertruck zwischen Januar und März dieses Jahres 2.803 Einheiten in den USA verkauft. Davon wurden 869 im Januar, 925 im Februar und 1.009 im März abgesetzt. Es gibt also einen Aufwärtstrend. Allerdings einen sehr langsamen, der mehr Fragen als Antworten über den Erfolg dieses seltsamen Pick-ups offen lässt.

Zum Vergleich: Tesla hat im gleichen Zeitraum insgesamt 140.200 Autos verkauft, verteilt auf Model 3, Model Y, Model S, Model X und den Cybertruck. Das bedeutet, dass der polarisierende Pick-up nur 2 % der Gesamtzulassungen der in den USA verkauften Teslas ausmacht. Das ist sehr wenig, wenn man bedenkt, wie viel Medienecho er seit seiner Einführung erhalten hat. Die Verkaufszahlen des Tesla Cybertruck sind auch beim Blick auf die Größe des Pick-up-Segments in Amerika sehr gering.

Tesla-Verkäufe in den USA – Q1 2024

Tesla-Verkäufe in den USA – Q1 2024

Das Problem ist die Motorisierung. Elektroautos im Allgemeinen sprechen die Mehrheit der amerikanischen Verbraucher nicht an. Sie finden sie einfach sehr teuer und schwer aufzuladen. In diesem Zusammenhang hat JATO eine Studie über die Gründe durchgeführt, warum die Menschen in den USA weiterhin mit Verbrennern fahren wollen.

Zwischen Januar und März dieses Jahres wurden in Amerika 595.400 Pick-up-Trucks verkauft. Davon hatten fast 540.000 Einheiten Benzin- oder Mild-Hybrid-Motoren und 41.500 Einheiten hatten Vollhybrid-Antriebe. Auf Elektro-Pick-ups entfielen 14.200 Stück, das sind 2,3 % des gesamten Segments. Ein klares Beispiel für die Vorliebe der Verbraucher für diese Art von Fahrzeugen.

Absatz von Pick-ups in den USA nach Motorisierung – Q1 2024

Absatz von Pick-ups in den USA nach Motorisierung – Q1 2024

Zweitgrößter Verkäufer

Obwohl das Interesse der Öffentlichkeit an elektrischen Pick-ups nicht sehr groß ist, ist der Tesla Cybertruck im März bereits der zweitbestverkaufte Elektro-Pick-up. Der Bestseller ist nach wie vor der Ford F-150 Lightning mit 7.335 Einheiten im ersten Quartal, das sind 8,7 Prozent der insgesamt verkauften Fahrzeuge mit allen verfügbaren Antrieben für dieses Modell. An dritter Stelle der Bestsellerliste steht der Rivian R1T mit 2.737 Einheiten.

Verkäufe von elektrischen Pick-up-Trucks in den USA – Q1 2024

Verkäufe von elektrischen Pick-up-Trucks in den USA – Q1 2024

Um fair zu sein: Elektroautos haben es in Amerika schwer. Wenn man dann noch bedenkt, dass das Pick-up-Segment traditionell sehr benzinlastig ist, erhält man Ergebnisse wie dieses. Kann der Cybertruck diesem Trend entgegen wirken und den Elektro-Pick-up zu einem Trendfahrzeug machen, wie es das Model 3 und das Model Y in ihren jeweiligen Segmenten getan haben? Abwarten!

Der Autor des Artikels, Juan Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei JATO Dynamics.