Angesichts der zunehmenden Globalisierung und den wachsenden Abhängigkeiten der Automobilindustrie ist es gut, sich daran zu erinnern, wie sich die Dinge ändern und welche neuen Rollen manche Akteure spielen. Nach mehr als einem Jahrhundert mit einer relativ stabilen Landschaft zwischen europäischen und amerikanischen Herstellern und später japanischen und koreanischen Autobauern erlebt der globale Markt seit einiger Zeit eine China-Revolution.

Und wir sprechen hier nicht von "nur einem weiteren" Hersteller. China verändert aufgrund seiner Größe und seiner geopolitischen Faktoren die globale Rangfolge der Neuwagenverkäufe. Diese Woche findet die Beijing Motor Show statt und es scheint angebracht, einen Blick auf die Hersteller zu werfen, die im eigenen Land regieren. Und welche dieser Marken sollte man auch global im Auge behalten?

Das sind die großen chinesischen Hersteller

BYD, Changan, Chery und Geely sind die größten Hersteller, wenn man den Absatz von Autos der eigenen Marke betrachtet (SAIC zum Beispiel verkauft viel mehr, aber fast die Hälfte seines Volumens entfällt auf Fahrzeuge, die in Joint Ventures mit VW und GM hergestellt werden).

BYD ist bereits international für seine Elektro- und Plug-in-Autos bekannt. Im vergangenen Jahr war BYD weltweit die zweitgrößte Marke mit den meisten verkauften Elektroautos (nach Tesla) und die erste bei den Plug-in-Hybrid-Modellen. Das Potenzial des Unternehmens ist sehr groß, da es sich in einem Marktsegment zwischen Volumen- und Premium-Herstellern mit sehr wettbewerbsfähigen Fahrzeugen nicht nur in Bezug auf den Preis, sondern auch auf die Qualität positioniert. Es wird erwartet, dass BYD in diesem Jahr zum größten Elektroautohersteller der Welt aufsteigt.

Motor1 Numbers: Diese China-Marken sollte man im Auge behalten

Changan ist international nicht so stark wie BYD, aber in China ist das Unternehmen schon sehr groß und wächst dank einer sehr breiten Produktpalette schnell (es gibt die gleichnamige Marke, Shenlan oder Deep Blue als Basismarke, Oushan als Volumenmarke, Qiyuan als Premiummarke und AVATR als Hightechmarke). Vorerst konzentriert sich Changan auf die Schwellenländer, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass das Unternehmen seinen Horizont erweitern wird.

Chery hingegen bereitet sich mit fast 1,9 Millionen verkauften Fahrzeugen auf die zweite Phase seiner Expansion vor: die Eroberung Europas. Die Formel ist einfach: Schaffung spezieller Marken für Märkte, in denen das Wort "Chery" sehr chinesisch klingen kann. Aus diesem Grund wurden die Marken Jaecoo und Omoda geschaffen, die bereits in Russland und einigen asiatischen Märkten aber bald auch in Europa erhältlich sind. Chery ist auch der zweite chinesische Hersteller, der den Beginn einer lokalen Produktion in Europa ankündigt.

Geely ist dank der Übernahme westlicher Marken der internationalste Konzern. Tatsächlich ist es der einzige chinesische Hersteller mit ausländischen Marken. Nämlich Volvo, Polestar, Lotus, LEVC und einem Teil von Proton sowie smart. Diese Präsenz verschafft Geely bereits jetzt einen Vorteil gegenüber allen lokalen Konkurrenten, da sich das Unternehmen nicht um die Positionierung seiner chinesischen Marken kümmern muss. Trotzdem arbeitet die Gruppe an der Einführung der Premiummarke ZEEKR in Europa und an der Expansion von Lynk & Co.

Chinesische Hersteller steigen in der Rangliste schnell auf

Konzern Weltweite Verkäufe in 2023
Toyota 11.097.836
Volkswagen 9.063.309
Hyundai 7.304.064
Stellantis 6.201.668
GM 4.548.000
Ford 4.413.000
Honda 4.016.100
Nissan 3.439.771
Suzuki 3.072.824
BYD 3.020.706
Geely 2.681.997
Mercedes-Benz 2.563.200
BMW 2.555.483
Renault 2.233.377
Changan 2.097.794
Chery 1.881.949
Tesla 1.808.581
SGMW 1.403.066
SAIC 1.263.910
Mazda 1.244.613

Aufstrebende China-Hersteller

Neben diesen vier großen Konzernen gibt es noch sechs weitere chinesische Autohersteller, die ziemlich viel verkaufen. Das Joint Venture zwischen SAIC, General Motors und Wuling, genannt SGMW, drängt in die beliebten Segmente. Nicht nur in China, sondern auch in einigen südostasiatischen Ländern.

Dann gibt es Great Wall Motors (GWM), zu dem fünf verschiedene Marken gehören: Great Wall, Wey, Ora, Tank und Haval (einige dieser Produkte sind bereits in Europa erhältlich). Dann gibt es SAIC, Eigentümer von MG (Chinas stärkste Marke in Europa), GAC, FAW, JAC und Dongfeng, die eine Vielzahl verschiedener Marken besitzen, die außerhalb Chinas noch einen langen Weg vor sich haben.

Und es gibt auch noch Start-Ups

Weiter unten in Bezug auf das Volumen finden wir einige Start-Ups, die wir aufgrund ihrer Technologie und ihrer Ziele in Betracht ziehen sollten. Dazu gehören Nio und Xpeng, die luxuriösen Anti-Teslas. Li Auto mit seinen EREV-SUV und Leapmotor (Teil von Stellantis) mit seinen Elektroautos.

Der Autor des Artikels, Juan Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei  JATODynamics.