Es gibt ein paar Namen, die einem in den Sinn kommen, wenn man über die Geschichte des Wohnmobils oder des kompakten Reisemobils spricht. Einer dieser Namen ist seit jetzt 40 Jahren Marco Polo. Zunächst auf Basis des  "Bremer Transporters" und seit 2015 als V-Klasse Marco Polo. Wir blicken anlässlich des Jubiläums zurück ... und in die Zukunft.

Der erste Marco Polo gehörte in den 1980er-Jahren zu den kompakten Reisemobilen, die Maßstäbe für das Segment setzten. Charakteristisch waren die imposante Motorhaube, die Lackierung in Bahama-Beige und die beige-braune Innenausstattung. Da das Basisfahrzeug des T1 zunächst in Bremen produziert wurde, erhielt es den Spitznamen "Bremer Transporter". Mit einer Höhe von 2,97 Metern war der erste Marco Polo ein imposanter Anblick.

Ein Facelift folgte 1988. Das Wohnkonzept des Marco Polo blieb gegenüber der ersten Generation aber unverändert. Es umfasste nach wie vor ein Dachbett, eine Sitzbank-Kombination im Heck, drehbare Sitze für Fahrer und Beifahrer, eine Küchenzeile mit Spüle, Herd und Kühlschrank sowie Schrank- und Schubladenmodule.

Bildergalerie: Mercedes-Benz Marco Polo feiert 40. Geburtstag

Durch die Verringerung der Höhe auf unter zwei Meter und die Einführung eines Faltdaches wurde die zweite Generation des Marco Polo auf Basis des Vito Vans 1996 deutlich garagenfreundlicher. Gleichzeitig musste der Fahrgastraum funktionaler werden. Die Sitz-Bett-Kombination im Fond ist auf einem Schienensystem montiert und kann verschoben werden. Die Schränke sind mit Rollläden versehen. Der Tisch konnte in der Schiebetürabdeckung verstaut werden und der freie Zugang zum Fond wurde durch eine fußbetätigte Feststellbremse ermöglicht. Auch hier folgte ein Facelift. Im Jahr 1999 war es soweit.

2003 machte die dritte Generation des Marco Polo auf Basis des Viano weitere Fortschritte in Sachen Funktionalität. Neu waren unter anderem ein elektrisch betätigtes Faltdach, ein Dachbett mit punktelastischen Federelementen und eine Sitzbank mit elektrisch umklappbaren Rückenlehnen und Luftkissen in den Sitzträgern für besseren Seitenhalt. Das Facelift stand dann 2010 an.

Seit 2015 wurde der Marco Polo dann in seiner aktuellen Form auf Basis der V-Klasse präsentiert. Die vierte Generation setzt neue Maßstäbe in puncto Ästhetik und Komfort. Zu den Highlights gehörten und gehören der Bodenbelag im Yacht-Stil, die LED-Ambient-Innenbeleuchtung sowie eine große Auswahl an hochwertigen Dekor- und Polsterelementen.

Mit dem Facelift 2019 und den anschließenden Updates bot der Marco Polo auch mehr Technik, darunter das Multimediasystem MBUX und die Reisemobilsteuerung MBAC (Mercedes-Benz Advanced Control), die das Fahrzeug in ein Smart Home verwandelt. Die allerneuste Version der Marco Polo V-Klasse wurde Sommer 2023 vorgestellt und feiert in diesem Jahr ihre Marktpremiere.

Der neue Mercedes-Benz Marco Polo wurde auf der V-Klasse gebaut

Seit dem vergangenen Jahr ergänzt ein Camping-Modul für den Citan Tourer und die T-Klasse die Marco Polo-Familie. Das Modul befindet sich im Kofferraum des Fahrzeugs und wird mit Verzurrösen gesichert. Es besteht aus einem Standardbett für zwei Personen und einem optionalen Küchenblock mit Spüle und Gasflaschenkocher. Auf Wunsch kann auch eine Kühlbox angebaut werden. Zur weiteren optionalen Ausstattung gehören eine Zusatzbatterie, ein Bettpaket mit Verdunkelungselementen und Lüftungsgittern mit Moskitonetzen für die Fenster und Fenstertaschen sowie ein Campingtisch mit Stühlen.

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T-Klasse mit Marco-Polo-Modul

Eines der zentralen Themen für die Zukunft des Marco Polo ist die Elektromobilität. Der Schritt in die elektrische Zukunft wird die neue Plattform VAN.EA sein, die modular und skalierbar ist und ab 2026 eingeführt wird. Damit wird dann auch das Reisemobil-Portfolio elektrifiziert und erweitert. Auf Basis des VAN.EA wird Mercedes-Benz künftig vollelektrische Reisemobile in mittleren und großen Größen anbieten.