Ab und zu baut selbst ein wenig experimentierfreudiges Unternehmen wie VW verrückte Dinge. Zum Beispiel das ziemlich spezielle T-Roc Cabriolet mit Stoffverdeck. Und Volkswagen Brasilien hat einen Virtus (im Prinzip die südamerikanische Limousinen-Version des Polo) enthüllt, der von 30 Ingenieuren innerhalb von nur sechs Wochen in ein Oben-ohne-Auto verwandelt wurde.

Die viertürige Cabrio-Limousine im Kleinwagen-Format ist dabei ein einzigartiges Projekt, das speziell für den Besuch des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva im VW-Werk in São Bernardo do Campo, São Paulo, entwickelt wurde. Es scheint kein Cabrio im eigentlichen Sinne zu sein, denn keines der Bilder zeigt den Virtus mit aufgesetztem Dach. Abgesehen vom Verlust der B- und C-Säulen hat der Wagen aber auch noch weitere Veränderungen erfahren.

Bildergalerie: VW Virtus Cabriolet

Das brasilianische VW-Team verlängerte das Fahrzeug, indem es den Radstand vergrößerte, was zu einem geräumigeren Heckbereich führte. Diese Modifikation erforderte jedoch eine Änderung der Größe des Kraftstofftanks. Außerdem musste die Karosserie nach dem Entfernen des Daches verstärkt werden. Darüber hinaus wurde zwischen den vorderen und hinteren Sitzen eine Querstange eingebaut, an der sich die Passagiere im Fond im Stehen festhalten können.

Nach dem Fusca/Beetle (1959, 1993), der Polo Limousine (2003) und dem Fox (2005) ist der skurrile Virtus das fünfte Fahrzeug, das Volkswagen Brasilien für den Besuch des jeweils amtierenden Staatspräsidenten umbaut. Lula da Silva besichtigte das Werk, während er auf dem Rücksitz des Virtus Cabrio saß. Das Auto wird nun in einem Museum für historische Fahrzeuge in der Fabrik stehen.

Toyota hat Anfang des Jahres einen ähnlichen Umbau vorgenommen und ein Century Convertible SUV vorgestellt. Dieses Einzelstück wurde nicht für den Präsidenten gebaut, da Japan eine Monarchie ist. Stattdessen handelt es sich um ein Paradefahrzeug, das vom japanischen Sumoverband genutzt werden soll.