Seat ist tot? Von wegen: Die Marke lieferte im Jahr 2023 weltweit 288.400 Fahrzeuge aus (2022: 232.700), was einem Zuwachs von starken 24,0 Prozent entspricht. Cupra konnte 230.400 Auslieferungen verbuchen. Wäre in der Vergangenheit noch mehr drin gewesen? Kaum bekannte Konzepte aus der werkseigenen Sammlung haben unser Interesse geweckt.

Besonders auffällig ist der auf unserem Titelbild zu sehende Seat Ateca "Mattracks" mit Raupen statt Rädern. Er wurde für eine Medienpräsentation im Jahr 2017 anlässlich der Ateca Snow Experience hergestellt. Ein Satz von Mattracks produzierter Schneeketten ersetzte die Räder eines Ateca 2.0 TDI 4Drive mit 190 PS. Erhöht und verbreitert, ist sein natürlicher Lebensraum der Schnee, aber er ist für den Verkehr auf der Straße zugelassen.

Bildergalerie: Spezielle Seat-Modelle vom Ibiza Cabrio zum Raupen-Ateca

Offene Autos sind stets attraktiv, derzeit ist die Lage für Frischlüfter aber schlecht, wie das angekündigte Aus des VW T-Roc Cabrio zeigt. Aber es gab auch bessere Zeiten wie etwa die 1980er-Jahre. Damals entstand ein Ibiza Cabrio, das auf der ersten Generation des Ibiza basiert. Die Reinheit der Linien dieses 2+2-Sitzers ohne Überrollbügel stammt aus dem Studio Italdesign. Das heißt, die Firma von Giorgio Giugiaro, der damals für das Design des Ibiza verantwortlich war.

Seat Ibiza Cabriolet

Seat Ibiza Cabriolet

Warum der schicke Wagen nicht auf den Markt kam, bleibt spekulativ. Womöglich benötigte Seat alle Kapazitäten für den Bau des erfolgreichen normalen Ibiza. Eventuell wollte Konzernmutter Volkswagen auch nicht das bis Anfang der 1990er gebaute Golf I Cabrio durch den schicken Spanier gefährden. Fraglich wären wohl auch die Absatzchancen gewesen, da die Marke Seat außerhalb Spanien noch recht unbekannt war.

Seat Ibiza Cupster (2014)

Seat Ibiza Cupster (2014)

Seat Marbella Pick Up

Seat Marbella Pick Up

Wir springen ins Jahr 2014: Damals kam der Seat Ibiza Cupster auf den Markt, ein auffälliger und eleganter Flitzer mit niedriger Windschutzscheibe und Höckern am Heck. Auch nach dem 850 Spider von 1969 (ein Lizenzbau von Fiat) war die Zeit für Seat noch nicht reif, ein Modell mit offenem Dach in Produktion zu bringen.

Der Seat Marbella Pick Up hingegen war im Begriff, gebaut zu werden. Es war eine einfachere und praktikablere Version als das Konzept des Marbella Playa, der ebenfalls nicht in Produktion ging. Das auffälligste Element war, dass die Ladefläche nur durch ein Schutzgitter von der Kabine getrennt war. Wer Nutzwert bauchte, musste leider stets auf den Seat Terra zurückgreifen.