Am frühen Morgen des 30. November 2021 zieht BMW die Tücher vom Concept XM, einem Ausblick auf das erste M-eigene Hochleistungs-SUV. Man munkelt über 700 PS und mehr mittels eines Plug-in-Hybrids. Alle Oldtimerliebhaber denken hingegen bei den Buchstaben XM an etwas ganz anderes. Nämlich den 1989 vorgestellten CX-Nachfolger von Citroën.

Das auffällige keilförmige Design des Citroën XM, der im September 1989 auf der IAA in Frankfurt seinen ersten großen Auftritt hatte, stammte von Bertone, wenngleich die Designabteilungen von Citroën und Peugeot noch Feinschliff betrieben. Technisches Highlight war das sogenannte Hydractive-Fahrwerk, eine Weiterentwicklung der unter anderem von der Citroën DS und vom Vorgänger Citroën CX bekannten Hydropneumatik.

Citroen XM, tutte le foto storiche

Bei dem Hydractive-Fahrwerk wurde erstmals eine variable Federung mit elektronisch kontrollierter, veränderbarer Feder- und Dämpfungsabstimmung realisiert. Fünf Sensorensysteme – an Lenkung, Gas, Bremse, Geschwindigkeit und Karosserieneigung – wurden mit der Hydropneumatik kombiniert und ermittelten binnen einer tausendstel Sekunde die optimale Federungseinstellung (komfortabel weich oder sportlich straff).

Schon kurz nach seiner Präsentation sahnte der Citroën XM diverse Auszeichnungen ab – so wurde er zum "Auto des Jahres 1990" gewählt und konnte darüber hinaus insgesamt vierzehn nationale und internationale Preise gewinnen.

Citroen XM, tutte le foto storiche

Die Motorenpalette reichte während der langen Laufzeit des XM vom 2,0-Liter-Benziner mit 121 PS bis zum 3,0-Liter-V6 mit 167 respektive 200 PS im Spitzenmodell Pallas. Viel Lob heimsten die Dieselmotoren ein, insbesondere der D12-Turbodiesel mit 109 PS und 2,1 Liter Hubraum. Sein Sauger-Pendant kam auf 82 PS Leistung.

Von Mai 1989 bis Juli 1994 wurde die erste Serie (Y3) des Citroën XM produziert. Die von August 1994 bis Juni 2000 produzierte zweite Serie (Y4) unterschied sich äußerlich durch das mittig angebrachte Markenemblem sowie einen geänderten Heckspoiler. Zugleich wurde hier auch die Qualität verbessert.

Citroen XM Break, tutte le foto storiche

Werksseitig gab es den Citroën XM zunächst nur als 4,71 Meter lange Schräghecklimousine. Eine Besonderheit war eine Art zweite Heckscheibe hinter den Fondsitzen, um Zugluft bei geöffnetem Kofferraum zu vermeiden. Ab November 1991 ergänzte die 4,96 Meter lange Kombiversion XM Break mit gigantisch großem Stauraum das Angebot. 

Für Umbauten bot sich der Citroën XM ebenfalls an, speziell der Kombi: So baute Heuliez den Citroën XM Break zum Krankenwagen um; Rappold in Wülfrath ermöglichte seinen Einsatz als Bestattungswagen. Allerdings machte der Break nur gut ein Zehntel an den XM-Verkäufen aus: In elf Jahren entstanden 333.405 Fahrzeuge, davon 302.370 Limousinen. In Deutschland wurden 42.694 XM zugelassen.

Und wie ist es nun mit der Übertragung des Namens XM zu BMW? Nun, hier dürfte sich der Konzern mit Stellantis womöglich auch mit finanzieller Unterstützung geeinigt haben, auch weil Citroën keine Neuauflage ihres XM in absehbarer Zukunft plant. Hier ist das aktuelle Flaggschiff in Europa der C5 X.

Eine interne Quelle der Franzosen wird mit folgenden Worten zitiert: "Die Verwendung des Namens XM durch BMW ist das Ergebnis eines konstruktiven Dialogs zwischen Citroën und BMW und wurde daher gut diskutiert und berücksichtigt. Es ist in der Tat das Ergebnis eines "Gentlemen's Agreement", das Citroëns Einführung eines neuen Modells, das ein X und eine Zahl kombiniert, nämlich C5 X, und BMWs Wunsch widerspiegelt, ihren Namen X mit ihrer Motorsportwelt zu verbinden, die den berühmten Buchstaben M trägt. Citroën behält das Recht, X in Namen wie CX, AX, ZX, Xantia , Xsara ... und XM zu verwenden".

Bildergalerie: 30 Jahre Citroën XM