Zoff in Italien: Die Rede ist nicht vom berühmten Fußball-Torwart, vielmehr streitet sich die dortige Industrie mit der Regierung. Die Entscheidung der Regierung, keine Anreize für den Autokauf in das derzeit diskutierte Haushaltsgesetz aufzunehmen, schlägt weiterhin hohe Wellen. Doch die Wirtschaftsverbände sind darüber nicht glücklich und melden sich zu Wort.

Von Anfia bis Unrae, über Aniasa, Assofond, Federauto, Motus-E und Ucimi haben sie sich zusammengeschlossen, um an die Regierung zu schreiben und sie zu bitten, die getroffene Entscheidung "unverzüglich zu korrigieren".

Vergebliche Versprechungen

Die Verbände zeigen sich zu Beginn des Schreibens "geeint und ungläubig" angesichts des völligen Fehlens von "Maßnahmen zur Bewältigung der ökologischen und energetischen Mobilitätswende " im Haushaltsplan der Regierung Draghi.

Eine böse Überraschung, wenn man bedenkt, dass "die aktive Beteiligung an den Arbeiten der 'Tavolo Automotive' zu mehreren Vorschlägen für Maßnahmen geführt hat, sowohl für die Industriepolitik zur Umstellung der Automobilindustrie als auch für die mehrjährige Planung zur Unterstützung der Anschaffung von emissionsfreien und -armen Fahrzeugen für Bürger und Unternehmen".

All dies führt dazu, dass "spezifische Maßnahmen im NRP im Bereich der Energiewende und der nachhaltigen Mobilität" fehlen, wodurch Italien "das einzige europäische Land mit einer bedeutenden Automobilproduktion" ist, das "die Verbraucher nicht beim Kauf von emissionsfreien und -armen Autos und Nutzfahrzeugen" unterstützt und "keine spezifischen Maßnahmen zur Sicherung des Beschäftigungsniveaus" ergreift.

Emissioni CO2 auto e test di omologazione
Typgenehmigungsprüfungen für Emissionen

Gefährdete Ziele

Die Folgen wären anders und ebenfalls schwerwiegend: "Diese Entscheidungen - wir lesen zwischen den Zeilen - bergen die Gefahr, dass Italien die im Nationalen Energie- und Klimaplan festgelegten Ziele für den Anteil von Null- und Niedrigst-Emissions-Fahrzeugen an der Fahrzeugflotte und die Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2030 und 2050, die auf europäischer Ebene festgelegt wurden und denen sich unser Land angeschlossen hat, nicht erreichen kann.

Erforderlich ist jedoch ein Programm mit zwei Zielen: "Förderung der Erneuerung des Fuhrparks, der nach wie vor zu den ältesten, sichersten und umweltschädlichsten in Europa gehört, und Unterstützung der Verbreitung umweltfreundlicher Fahrzeuge, die sonst unweigerlich einen Rückschlag erleiden und die positive Entwicklung, die in den letzten Jahren durch den Ökobonus ausgelöst wurde, zunichte machen wird".

Appell an Draghi

Der abschließende Appell richtet sich daher an "Minsterpräsident Draghi, die zuständigen Minister Giorgetti und Cingolani sowie Minister Franco" und lautet, "das völlige Fehlen einer Automobilpolitik in einer für den Sektor äußerst heiklen Zeit unverzüglich zu beheben, indem die angekündigten Verpflichtungen eingehalten und die Maßnahmen umgesetzt werden, die seit langem von allen Akteuren gemeinsam und einmütig erklärt wurden".

Nebenbei: Auch in Deutschland erreichen die Fördertöpfe für Elektroautos und Plug-in-Hybride bald ihr bereitgestelltes Volumen. Noch hat die künftige Bundesregierung nicht verlautbaren lassen, wie es diesbezüglich weitergeht. Man darf gespant sein, ob sich Industrie und Verbände auch wie in Italien zu Wort melden werden.