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Rimac Nevera und Bugatti Chiron im Vergleich: Hyper-Brüder
Der eine ist elektrisch, der andere hat 16 Zylinder. Unglaublich sind sie beide.


Von: Fabio Gemelli
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
14. Jul. 2021 um 19:13 Uhr
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Die junge Geschichte von Rimac Automobili und seinem Gründer Mate Rimac ist inzwischen eng mit der von Bugatti verwoben. Die elsässische Marke für Hypercars der Extra-Luxusklasse wird von dem bosnisch-kroatischen Unternehmer in einem brandneuen Joint Venture mit Porsche geführt.
Die unglaubliche Herausforderung, vor der Rimac steht, ist die Entwicklung der Bugatti-Hypercars der Zukunft, wobei der Schwerpunkt auf der Elektrifizierung und, in einer noch ferneren Zukunft, auf dem reinen Elektroantrieb liegen wird. In ein paar Jahren werden wir also einen Hybrid-Bugatti sehen, aber wir wissen nicht, ob dieser elektrifizierte Erbe des Chiron noch den berühmten W16 verwenden wird.
Bildergalerie: Bugatti Chiron im Fahrbericht

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In der Zwischenzeit versichert uns Mate selbst, dass die Bugattis von morgen keine Rimacs mit französischer Aufschrift sein werden. In diesem Sinne möchten wir die beiden aktuellen Hypercars des Joint Ventures, den Rimac Nevera und den Bugatti Chiron, miteinander vergleichen. Elektro gegen Verbrenner also, eine Herausforderung, die auf dem Papier erstaunliche Zahlen bietet. Sehen wir sie uns gemeinsam an.
Es klingt seltsam, aber zwei der leistungsstärksten und schnellsten Autos der Welt verwenden diametral entgegengesetzte Technologien. Da ist zum einen der Rimac Nevera, der mit einer Leistung von 1.914 PS die Messlatte für emissionsfreie Elektro-Hypercars noch höher legt.


Auf der anderen Seite steht der Bugatti Chiron, die vielleicht extremste Form der Verbrennungsmotoren, mit seinem außergewöhnlichen W16-Benziner mit 8,0 Liter Hubraum und 1.500 PS. Es ist ein wahres Meisterwerk des Maschinenbaus, das einst vom verstorbenen Volkswagen-Konzernchef Ferdinand Piech in Auftrag gegeben wurde.
Von den Abmessungen her liegen die beiden extremsten Hypercars auf dem Markt, die sich mechanisch so sehr unterscheiden, sehr nahe beieinander: Der Nevera ist 20 cm länger als der Chiron, aber auch etwas schmaler und gleich hoch.
Rimac Nevera Bugatti Chiron Länge 4,75 m 4,54 m Breite 1,98 m 2,03 m Höhe 1,20 m 1,21 m Radstand 2,74 m 2,71 m Bereifung 275/35 R20
315/35 R20 285/30 ZR20
355/25 ZR21 Leergewicht 2.150 kg 1.995 kg Leistungsgewicht 1,12 kg/PS 1,30 kg/PS
Auch der Radstand ist mit knapp 2,70 Metern sehr ähnlich, während der Bugatti 155 kg leichter ist. Der Rimac zahlt den Preis für die 6.960-Zellen-Lithium-Mangan-Nickel-Batterie und wiegt 2.150 kg. Die größere Leistung des Nevera führt jedoch zu einem günstigeren Leistungsgewicht als das des Chiron: 1,12 kg/PS gegenüber 1,30 kg/PS.


Um mit dem vierfach aufgeladenen W16 des Chiron mithalten zu können, benötigt der Nevera nicht weniger als vier Elektromotoren, die mit zwei Ein-Gang-Getrieben gekoppelt sind. So zaubert Rimac: Der neue Zweisitzer leistet 1.914 PS und übertrumpft damit die 1.500 PS des Bugatti mühelos.
Rimac Nevera Bugatti Chiron Antrieb 4 Elektromotoren 8.0 W16-Quadturbo-Benziner Leistung 1.914 PS 1.500 PS max. Drehmoment 2.360 Nm 1.600 Nm Getriebe 2 Ein-Gang-Getriebe 7-Gang-DSG Kraftübertragung Allrad Allrad
Beide Autos verfügen über einen Allradantrieb, doch während dieser beim Elektroauto durch die Übertragung der Leistung und des Drehmoments jedes Elektromotors auf die einzelnen Räder erreicht wird, finden wir beim Chiron ein klassischeres mechanisches System mit Getriebewellen und zwei Differentialen. Apropos Drehmoment: Hier setzt sich der Nevera mit 2.360 Nm klar durch.
Hier kommen wir zum Auftritt dieser beiden monströsen Vertreter zweier gegensätzlicher technischer Schulen. Wir sprechen von wahnwitzigen Tempi und absurden Beschleunigungszeiten, wobei der Bugatti Chiron mit 420 km/h knapp die Höchstgeschwindigkeit für sich entscheiden kann. Der Rimac Nevera rächt sich mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 1,97 Sekunden.
Rimac Nevera Bugatti Chiron Höchstgeschwindigkeit 412 km/h 420 km/h Beschleunigung 0-100 km/h 1,97 Sek. 2,4 Sek. Beschleunigung 0-300 km/h 9,3 Sek. 13,1 Sek. Verbrauch und CO2-Emissionen n.b. - 0 g/km 22,5 l/100 km - 516 g/100 km Kapazität Batterie/Tank 120 kWh 100 l Reichweite 550 km 444 km
Ebenso unfassbar ist die Beschleunigungszeit von 0 auf 300 km/h des Nevera, die mit 9,3 Sekunden fast vier Sekunden schneller ist als die des Chiron. Beeindruckend ist auch der Abstand der CO2-Emissionen, der beim Rimac wie bei jedem reinen Elektroauto bei Null liegt, beim Bugatti aber fast unschlagbare 516 g/km erreicht: mehr als ein halbes Kilogramm Kohlendioxid, das alle hundert Kilometer in die Atmosphäre abgegeben wird!


In Bezug auf die Reichweite gewinnt der Nevera auch noch, zumindest nach den behaupteten 550 km gegenüber den theoretischen 444 km des Chiron. Dafür sorgt eine 120-kWh-Batterie, der ein 100-Liter-Benzintank gegenübersteht.
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Für beide Herausforderer liegt der Basispreis, ohne besondere Modifikationen oder kundenspezifische Anpassungen, bei rund 2 Millionen Euro. Der Nevera setzt auf runde Zahlen, während der Chiron bei 2,5 Millionen Euro beginnt. Gerade Bugatti pimpt ihren Chiron aber gegen Aufpreis nach ihren persönlichem Geschmack optisch auf.
Rimac Nevera Bugatti Chiron Grundpreis 2,0 Millionen Euro 2,5 Millionen Euro Stückzahl 150 Exemplare 500 Exemplare
Der Nevera wird in einer Auflage von 150 nummerierten und von Mate Rimac signierten Exemplaren produziert. Vom Bugatti Chiron werden voraussichtlich 500 Stück gefertigt, darunter Sonderserien und Derivate wie der Super Sport oder der Pur Sport.
Bildergalerie: Rimac Nevera

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