Verlängerter Radstand, ein wenig Lichtkunst, sechs Auspuffendrohre

Aufgrund des neuen, 28 Millionen Dollar teuren Rolls-Royce Boat Tail ist der Bugatti La Voiture Noire nicht mehr der teuerste Neuwagen aller Zeiten. Das macht das komplett schwarze W16-Hypercar aus Molsheim nicht weniger beeindruckend, besonders jetzt, da die Serienversion endlich in finaler Form enthüllt wurde. 

Wobei "Serienversion" vermutlich ein wenig übertrieben ist, wenn man bedenkt, dass nach genau einem Exemplar schon wieder Schluss ist. Der Preis? Nun, man hat einen Käufer gefunden, der entspannte elf Millionen Euro für das Auto auf den Tisch gelegt hat. Vor Steuern, versteht sich. 

Das schwarze Auto ist eine Neuinterpretation von Jean Bugattis verloren gegangenem Type 57 SC Atlantic. Die Entwicklungszeit betrug zwei Jahre. Gut 65.000 Entwicklungsstunden wurden investiert, um das Chiron-basierte Einzelstück fertig zu stellen. 

Zu den Änderungen gehören eine komplett eigenständige Karosserie und ein verlängerter Radstand. Und ja, auch die sechs Auspuffendrohre sind noch absolut an Ort und Stelle. Sie sind ebenfalls eine Hommage an das legendäre Vorbild und dominieren das Heck des Autos. 

Aber nochmal zurück zum Abstand zwischen den Achsen. Der wächst gegenüber einem "normalen" Chiron um 250 Millimeter. Insgesamt ist der LVN 450 Millimeter länger. Das Einzelstück verfügt über eine Karosserie aus mit Klarlack überzogenem Sichtcarbon, das Bugatti „Black Carbon Glossy“ nennt. Das soll kaum Reflexionen erzeugen, dafür aber "Spannung und Drama".

Und dann sind da noch die Leuchten. In den Frontscheinwerfern stecken über 25 einzeln gefräste Leuchtelemente pro Seite – ein immenser Aufwand selbst für ein Einzelstück, sagt Bugatti. Das Frontgitter stammt aus dem 3D-Drucker, die neuen, superbreiten Rückleuchten sind erstmals in einem Stück ohne Zwischenfuge eingefasst.

Leider enthält auch diese neueste Fotogalerie keine Bilder des Interieurs. Immerhin verrät Bugatti, dass es - wie das historische Vorbild - mit Vollleder in Havana Braun ausgestattet ist. Polierte und gedrehte Aluminium-Einleger finden sich an der Mittelkonsole und den Türtafeln, der Gangwahlhebel ist aus Rosenholz. 

Wie Bugatti erklärt, ist der LVN mehr als nur ein Chiron mit neuer Kleidung. Neben dem verlängerten Radstand habe es weitere Veränderungen gegeben, etwa an der Kühlung und den Rädern. Der Charakter des Fahrzeugs habe sich hin zu einem Grand Tourer verändert. 

Aufgrund der Änderungen, die auch die Aerodynamik betreffen, musste das Auto den kompletten Test- und Abstimmungszyklus neu durchlaufen. Das beinhaltet den Windkanal, den Prüfstand, aber auch Fahrten auf öffentlichen Straßen und Rennstrecken bei allen Geschwindigkeiten. 

Es sei noch erwähnt, dass der Volkswagenkonzern bereits die Vorstellung eines neuen Bugatti für Ende 2021 angekündigt hat. Gerüchten zufolge könnte es sich dabei um ein Einzelstück eines Chiron Roadster handeln, aber zu diesem Zeitpunkt ist noch nichts offiziell. 

 

Bildergalerie: Bugatti La Voiture Noire Serienfahrzeug