Euro NCAP schlägt Alarm: Gefährliche Sicherheitslücke beim MG3
Prüforganisation warnt vor Sicherheitsrisiko beim MG3: Besitzer sollten die Sitzschienen reparieren lassen
Es ist ein Szenario, das sich kein Autofahrer vorstellen möchte: Bei einem Frontalaufprall reißt der Fahrersitz aus der Verankerung. Genau dieses gefährliche Versagen beobachteten Experten der Prüforganisation Euro NCAP beim Crashtest des Kompaktwagens MG3. Weil der Sitz beim Aufprall ausrastete, war die Sicherheit des Insassen nicht mehr gewährleistet.
Euro NCAP rät allen Besitzern des MG3, die von dem Rückruf betroffen sind, sich so schnell wie möglich mit ihrem jeweiligen Vertragshändler in Verbindung setzen. Die Reparatur ist bei autorisierten Händlern kostenlos möglich. Alle registrierten Besitzer eines MG3, der vor August 2025 gebaut wurde, sollten bereits direkt von MG kontaktiert worden sein.
Bildergalerie: MG3 1.5 (2025) im Test
Gefährliches Versagen beim Crashtest des MG3
Der Ursprung der Warnung liegt in einem Frontalaufpralltest, den Euro NCAP im Jahr 2025 durchführte. Dabei ereignete sich ein für die Tester besorgniserregender Zwischenfall: Die Schienen des Fahrersitzes versagten unter der Wucht des Aufpralls, was dazu führte, dass sich der Sitz aus seiner Verankerung löste – ein Szenario, das im Falle eines realen Unfalls die Wirksamkeit von Airbags und Gurten massiv beeinträchtigen und zu schwersten Verletzungen führen kann.
Nach einer detaillierten technischen Überprüfung musste der Hersteller MG nun einräumen, dass dieses Risiko tatsächlich auch im Straßenalltag besteht. Das Unternehmen reagierte auf die Ergebnisse der Experten und entwickelte ein verbessertes Design der Sitzverankerung, das die Gefahr des Ausrastens laut Euro NCAP vollständig eliminiert. Während die Produktion neuer Fahrzeuge bereits im August 2025 umgestellt wurde, stellt die Flotte der bereits verkauften Wagen weiterhin ein Risiko dar.
Der Fahrersitz des MG3 kann bei einem Unfall aus der Verankerung reißen
Betroffen sind deshalb alle MG3-Modelle, die vor August 2025 produziert wurden. Der britische Hersteller hat nach eigenen Angaben bereits damit begonnen, die entsprechenden Halter über die europäischen Behörden zu kontaktieren, doch offenbar sind noch nicht alle Fahrzeuge in den Werkstätten zur kostenlosen Nachbesserung erschienen.
Euro NCAP und MG appellieren an die MG3-Besitzer
Obwohl MG die Fehlerbehebung zügig eingeleitet hat, liegt die Verantwortung inzwischen bei den Kunden. Euro NCAP betont, dass die Reparatur bei autorisierten Vertragshändlern kostenfrei ist. "Es war ein schwerwiegender Sicherheitsmangel, den Euro NCAP aufgedeckt hat, und wir begrüßten die entschlossene Reaktion von MG Motor", unterstreicht Dr. Aled Williams, Programmdirektor von Euro NCAP, die Dringlichkeit der Maßnahme
"Besitzer eines MG3 oder MG3 Hybrid+, die noch nichts von dem Rückruf gehört haben oder noch keine Maßnahmen ergriffen haben, sollten sich an ihren MG-Händler wenden. Dieser wird bestätigen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist und gegebenenfalls die Reparatur kostenlos veranlassen."
Bildergalerie: MG3 (2024) im Crashtest
Sicherheit als fortlaufender Prozess
Der Fall verdeutlicht, dass Käufer preiswerter Modelle nicht zwangsläufig auf Sicherheit verzichten müssen, solange die Kontrollmechanismen des Marktes greifen. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, dass ein derart elementares Bauteil wie die Sitzschiene erst durch externe Prüfer als Schwachstelle identifiziert werden musste.
Neukäufer eines MG3 können laut Euro NCAP mittlerweile unbesorgt sein, weil die Korrekturen bereits in der laufenden Serie umgesetzt wurden. Wer jedoch ein älteres Modell fährt, sollte im eigenen Interesse prüfen, ob das Fahrzeug bereits repariert wurde, um im Ernstfall nicht im wahrsten Sinne des Wortes den Halt zu verlieren ...
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