Warum hat Skoda eigentlich keinen T6-Ableger?

Wer in Westeuropa lebt, kennt den Skoda 1203 vielleicht nicht. Dieser kleine, zweckmäßige Transporter ging 1968 in Tschechien in Produktion und wurde fast 30 Jahre lang in Serie produziert. Bis 1999 entstanden gut 70.000 Fahrzeuge, noch heute wird er in Kleinserie von einem Unternehmen namens Ocelot gefertigt. 

Der 1203 hat bei unseren Nachbarn einen ähnlichen Stellenwert wie bei uns der VW Bulli. Kurios: Obwohl Skoda 1968 noch voll auf den Heckmotor setzte, befindet sich beim 1203 der Motor vorne, weil die Entwicklung des Transporters schon 1956 begann.

So ist es nicht verwunderlich, dass es bei Skoda Leute gibt, die diesen alten Van lieben, und einer von ihnen ist Daniel Hájek. Er arbeitet als User-Interface-Designer für den traditionsreichen Automobilhersteller und hatte kürzlich die Gelegenheit, einen Beitrag zu Skodas "Icons Get a Makeover"-Serie zu leisten.

Hájek hat eine persönliche Verbindung zum 1203; seine Familie besaß einen, der auf ihrem Bauernhof eingesetzt wurde, und im Alter von 15 Jahren war es das erste Fahrzeug, das er fuhr.

"Ja, ich habe mit meinen Kollegen darüber gesprochen und sie sagten, dass ich, wenn ich Erfahrung mit dem 1203 habe, versuchen könnte, ihn für das neue Jahrtausend neu zu gestalten", so Hájek. "Aber ich denke auch, dass ein solches Fahrzeug für die heutige Marke Skoda großartig wäre."

Skoda 1203
Skoda 1203

In Anbetracht des jüngsten Wiederauflebens von Wohnmobilen vermuten wir, dass Hájek mit dieser Einschätzung nicht falsch liegt. Hajeks Design ist nicht einfach der alte 1203 mit aufgeblähten Proportionen und abgerundeten Kanten. Bei seiner Interpretation als Pop-up-Camper gibt es zahlreiche Styling-Elemente, die eine Hommage an das Original darstellen, aber Hájek war es wichtig, dass der neue 1203 für sich selbst steht.

Die abgerundeten Scheinwerfer und die hervorstehenden Kanten für die Dachlinie und den Kühlergrill sind Einflüsse des klassischen Modells, und das nach innen abfallende Dach ist eine Hommage an die schmale Breite des ursprünglichen 1203.

"Ich wollte, dass aus meiner Studie klar hervorgeht, dass es sich um das gleiche Fahrzeug handelt, aber ich wollte nicht, dass es zu offensichtlich retro ist", sagte er. "Ich habe ein modernes Fahrzeug entworfen, das eine Hommage an die Legende ist."

Seltsamerweise ist das Armaturenbrett des 1203 sehr minimalistisch gestaltet und verfügt nicht einmal über ein Touchscreen-Infotainment-System. Das ist überraschend, wenn man bedenkt, dass Hájek sich mit dem Design von Benutzeroberflächen beschäftigt.

Aber für diesen modernen 1203 stellt er sich die Konnektivität mit dem Tablet oder einem mobilen Gerät einer Person vor, anstatt mit einem fahrzeugbasierten System. In einem Zeitalter, in dem große Bildschirme als Statussymbol gelten, gefällt uns dieser bescheidene Ansatz für einen neuen 1203 sehr gut.

Wird Skoda ihn bauen? Obwohl dies technisch gesehen ein offizielles Rendering von Skoda ist, handelt es sich um reine Fiktion. Aber wir haben uns schon oft gefragt, warum die Marke eigentlich kein Derivat des VW T6 (oder bald T7) baut. Mit Blick auf die Retro-Studie VW ID.BUZZ, einem Elektro-Kleinbus im Look des T1, der 2022 in Serie geht, würde sich ein Neo-1203 mit Elektroantrieb gut machen. Oder, Skoda?

Bildergalerie: Skoda 1203 im Rendering modern interpretiert