Entwicklungsvorstand Markus Schäfer setzt eindeutig auf Elektromobilität

Nicht nur VW, auch Mercedes setzt ziemlich eindeutig auf Elektromobilität. So will der Stuttgarter Hersteller bis 2030 nicht weniger als 70 Prozent der konventionellen Motorversionen streichen. Die Verbrenner sollen im gesamten Portfolio elektrifiziert werden. Ansonsten will man aber immer weniger Entwickler für die konventionelle Technik einsetzen. Das sagte nun Daimler-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer gegenüber FAZ.net.

Für die Elektromobilität sprechen laut Schäfer aber vor allem die eindeutigen politischen Weichenstellungen. Dazu gehört wohl auch die kommende Euro-7-Abgasnorm, die scharfe Grenzwerte vorgeben soll, wie man gerüchteweise hört. "Den Plänen zufolge sollen Autos die kaum noch messbaren Emissionswerte unter allen Bedingungen im Alltag einhalten, also auch bergauf mit Anhänger einen Pass hoch. Das überschreitet Grenzen der Physik", so der Technik-Chef von Mercedes. Die neue Norm könnte Verbrenner-Autos deutlich teurer machen, befürchtet Schäfer. 

Der Elektroantrieb werde wegen der hohen Batteriekosten noch auf längere Zeit teurer bleiben als ein konventioneller. glaubt Schäfer. Doch langfristig - vielleicht schon 2030 - könnte es möglich werden, ein Elektroauto in sechs Minuten von 20 auf 80 Prozent aufzuladen. Das würde Ladepausen bedeuten, die heutigen Tankvorgängen nahe kommen.

Seine Pläne zur Einführung der nächsten Elektromodelle hatte Mercedes kürzlich dargelegt. Danach sollen sechs neue Elektromodelle der EQ-Familie bis 2022 starten: vom kompakten EQA bis zur Oberklasselimousine EQS.

Der Smart wird ohnehin seit dem Facelift nur noch elektrisch angeboten. Die nächste Fahrzeuggeneration soll bei Geely in China gebaut werden. Der Neustart ist für Ende 2022 geplant, wie Smart-Markenchef Daniel Lescow gegenüber der FAZ verriet. Zu erwarten ist aber kein kleiner Zweisitzer mehr wie der heutige Fortwo, sondern ein kompaktes SUV - mit verschiedenen Reichweiten.

Die Elektromobilität ist derzeit an allen Fronten auf dem Vormarsch. Am stärksten von den deutschen Herstellern setzt VW-Chef Herbert Diess auf sie. Der Wolfsburger Konzern setzt dabei vor allem auf den Elektrobaukasten MEB, jedoch auch auf andere Plattformen für größere Autos. BMW und Mercedes dagegen halten sich vorerst alle Optionen offen. So will Daimler künftig die meisten Modelle als Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid und Elektroauto bauen, wobei alle Varianten auf der gleichen Plattform basieren und parallel auf der gleichen Produktionslinie gebaut werden können.  

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