Ein Stufenheck mit sportlichen Ambitionen

Normalerweise wäre der Peugeot 405 ein idealer Kandidat für unsere Rubrik "Kennen Sie den noch?". Aber es gab zwei besonders heiße Versionen, die aus der Masse herausstechen: der Mi16 und der T16. Heute wollen wir uns mit dem schwächeren 405 Mi16 befassen.

Er war zwar nicht der stärkste 405 (der 405 T16, turboaufgeladen, leistete dank der Overboost-Funktion 220 PS), aber er war vielleicht der berühmteste von allen.

Der Mi16 war ab Verkaufsbeginn des 405 im Jahr 1987 zusammen mit den Ausführungen GL, GR und SRi erhältlich. Natürlich beherbergte die attraktive Karosserie von Pininfarina spezifische Komponenten wie einen Sportstoßfänger, einen Heckspoiler, Seitenschweller und spezifische Leichtmetallräder.

Es war nicht nur ein auffälliges Modell, sondern stach auch bei der Aerodynamik hervor. Der cW-Wert betrug damals sehr gute 0,30.

Logischerweise optimierten die Peugeot-Ingenieure das Fahrwerk, um ein sportlicheres Fahrgefühl zu erreichen. Dies bedeutete, dass die vordere Federung um 9 Prozent steifer war, während dieser Prozentsatz hinten auf nicht weniger als 22 Prozent erhöht wurde. 

Peugeot 405 Mi16 1987

Das Ergebnis war ein Auto mit einer ausreichenden Dosis Komfort für lange Fahrten und einem sehr neutralen Gefühl bei Kurvenfahrten, so die damaligen Experten. Auf der anderen Seite zeigten die Bremsen bei starker Beanspruchung eine gewisse Ermüdung, obwohl sie mit vier Scheiben ausgestattet sind. Übrigens gehörte ABS zur Standardausrüstung.

Als Motor wurde ein Vierzylinder-Sauger mit 1,9 Litern und 160 PS (einige behaupteten, 156, andere 158 ...) bei 6.500 U/min gewählt. Das zugehörige Fünf-Gang-Getriebe senkte das Drehzahlniveau um acht Prozent. Mit Katalysator sank die Leistung ab 1988 auf 147 PS, um 1993 wieder auf 152 PS zu steigen.

Der 16-Ventilblock hatte eine Drehzahlbegenzung bei 7.200 U/min und war quer angeordnet, so dass der 405 Mi16 Frontantrieb hatte. Übrigens erschien 1990 der Mi16x4 mit zwei Antriebsachsen und Torsen-Sperrdifferential.

Peugeot 405 Mi16 1987

Mit der Stoppuhr in der Hand beschleunigte der 405 Mi16 von 0 auf 100 km/h in etwa 9,0 Sekunden. Darüber hinaus waren bis zu 220 km/h möglich.

Ein sehr günstiger Punkt war die gute Reichweite dank eines 70-Liter-Kraftstofftanks. Auch der Verbrauch war nicht unvernünftig: 6,5 Liter auf 100 Kilometer bei 90 km/h, 8,1 bei 120 km/h und 11,3 in der Stadt.

Trotz der generell eher nüchternen Erscheinung wies der Innenraum des 405 Mi16 einige besondere Elemente auf, wie das Dreispeichen-Lenkrad und Sitze mit größerer seitlicher Abstützung.

Peugeot 405 Mi16 1987

Bei den Instrumenten gab es zusätzliche Öldruck- und Temperaturanzeigen. Der Tachometer ging bis 240 km/h. Die Sicht nach hinten wurde durch den Spoiler und den Kofferraumdeckel etwas eingeschränkt.

Was kostete ein Peugeot 405 Mi16 damals? 38.650 DM waren es. Nicht gerade wenig, aber der deutlich krassere T16 lag später bei über 60.000 Mark. Heute notiert ein guter 405 Mi16 (sofern man überhaupt einen findet) bei 7.200 Euro.

Bildergalerie: Peugeot 405 Mi16 (1987)