Schnellladung mit bis zu 85 kW Ladeleistung möglich

Der neue Fiat 500 Electric gehörte sicherlich zu den am sehnlichsten erwarteten Autos auf dem Genfer Autosalon 2020. Nachdem die Messe abgesagt wurde, verschob Fiat die Präsentation auf den heutigen 4. März. Hier ist also endlich alles, was Sie über die Strom-Knutschkugel wissen müssen.

Fiat selbst spricht übrigens schlicht vom "New 500" und der dritten Generation. Fest steht, dass der Elektro-Cinquecento sich optisch nicht allzu weit vom bekannten und beliebten Retro-Design entfernt. Die Frontpartie hat Fiat etwas modifiziert, der 500 mit Stecker guckt etwas strenger hinaus in die Welt. Ein Umstand aber ist bemerkenswert: In der Version mit dem großen Rolldach des 500C wird der saubere Italiener zu einem der ersten Cabrios mit E-Antrieb. Fest steht zudem, dass es offenbar zunächst keinen Fünftürer gibt, wie wir in Renderings lange gemutmaßt hatten.

Die neue Plattform verleiht der dritten Generation des 500 mehr Präsenz: Sie ist 6 Zentimeter breiter und 6 Zentimeter länger als der bisherige 500, der Radstand wurde um 2 Zentimeter verlängert.

Wenden wir uns zunächst der Technik zu: Beginnen wir also mit dem Akkupack mit einer Kapazität von 42 kWh, was an sich schon ein interessanter Wert ist. Dies kann mit einem Ladesystem kombiniert werden, das eine Spitzenleistung von 85 kW ermöglicht. Mit dem passenden Schnelllader lassen sich 80 Prozent der Batterie in nur 35 Minuten wieder aufladen. Innerhalb von fünf Minuten kann eine Reserve von 50 Kilometer nachgezapft werden. Insgesant ist eine Reichweite von bis zu 320 Kilometer nach WLTP möglich.

Bildergalerie: Fiat 500 Giorgio Armani

Der neue Fiat 500 wird mit einer Combo-2-Buchse auf der rechten Seite ausgestattet sein, aber nicht nur das. Für das Aufladen im Haushalt wird die Erstausgabe des Wagens eine "Easy Wallbox" enthalten, ein System, das den Anschluss über eine Steckdose zu Hause und die Nutzung von 3 kW Ladeleistung ermöglicht. Darüber hinaus ist die "Easy Wallbox" für eine Leistungssteigerung auf 7,4 kW bereit, so dass man zu Hause in etwas mehr als 6 Stunden vollständig aufladen kann. Das Fahrzeug wird auch mit einem Mode-3-Kabel zum Aufladen aus dem öffentlichen Stromnetz geliefert.

Es geht spannend weiter: Der stromernde 500 ist das erste Stadtauto mit autonomer Fahrfähigkeit der Stufe 2 mit adaptivem Tempomat und Spurhalter, Geschwindigkeitsassistent durch Erkennung von Verkehrssignalen, einem Totwinkelwarner und auch einem Müdigkeitsdetektor.

Bildergalerie: Fiat B.500 "Mai Troppo" di Bvlgari

Der Elektromotor bietet eine Leistung von 87 kW (118 PS) mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h (begrenzt) und einer Beschleunigung in 9 Sekunden für 0-100 km/h und 3,1 Sekunden für 0-50 km/h. Drei Fahrmodi gibt es: Normal, was ein Fahren ähnlich wie bei einem Verbrennungsmotor verspricht.

Bei "Range" liefert das System maximale Rekuperation für den One-Pedal-Betrieb und schließlich einen Sherpa-Modus, der so schön definiert ist, dass er an die Himalaya-Sherpas erinnert. Wie diese soll er dem Fahrer an sein Ziel bringen. Um das zu erreichen wirkt er auf verschiedene Parameter ein: die Geschwindigkeit wird auf 80 km/h begrenzt, hinzu kommt eine Änderung der Gasannahme, Deaktivierung der Klimaanlage und Sitzheizung. 

Fiat 500 Elektro (2020)

Auffallend ist der neu gestaltete, auffällig digitale Innenraum: Interaktion und Kommunikation sind auch mit dem neuen Infotainment-System UConnect 5 mit dem Betriebssystem Android Automotive verbunden und ebenfalls mit Apple CarPlay über einen 10,25-Zoll-High-Definition-Touchscreen eingerichtet. Die Integration ermöglicht es unter anderem, den Ladezustand des Akkus vom Smartphone aus zu überprüfen und das Aufladen zu programmieren.

Ein Schalthebel fehlt, zwischen den Sitzen gibt es nur Tasten zur Auswahl des Fahrmodus. So wird eine Art Durchstieg möglich und es sieht im Elektro-500 besonders aufgeräumt aus. Interessant: Auf dem Lenkrad steht nicht etwa "Fiat", sondern schlicht "500".

Bildergalerie: Fiat 500 Kartell

Giorgio Armani, Bulgari und Kartell, drei ikonische Unternehmen aus Italien, haben parallel zur Weltpremiere des neuen Fiat 500 drei Unikate gestaltet. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der drei einzigartigen Modelle - der 500 Giorgio Armani, der B.500 "MAI TROPPO" von Bulgari und der 500 Kartell - geht an eine der Umweltorganisationen von Leonardo Di Caprio.

Der neue Fiat 500 wird zunächst über ein Online-Portal in der Frühbesteller-Version "La Prima" ("die Erste") vorbestellbar sein. Der Preis wird 37.900 Euro betragen, einschließlich Wallbox, aber noch ohne den Abzug von Öko-Prämien. Allerdings reden wir hier von einer Vollausstattung. Normale Versionen dürften bei gut 30.000 Euro liegen. Näheres wird sich im Sommer 2020 zeigen, wenn der Elektro-500 in den Handel kommt.

Bildergalerie: Fiat 500C Elektro (2020)