12-Volt-System basiert auf 70-PS-Saugbenziner

Fiat 500 und Fiat Panda erhalten als erste Benziner-Modelle von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ein Mildhybrid-System. Fiat 500 Hybrid und Fiat Panda Hybrid kombinieren einen 70 PS starken Saugbenziner mit einem Riemen-Starter-Generator im 12-Volt-Bordnetz und Handschaltung. Bestellstart ist noch im Januar 2020.

Die Antriebstechnologie von 500 Hybrid und Panda Hybrid ist identisch. Als Verbrenner kommt ein neuer Dreizylinder-Saugbenziner mit einem Liter Hubraum und 70 PS zum Einsatz. Der Zweiventiler mit variablen Ventilsteuerzeiten liefert ein Drehmoment von 92 Newtonmeter bei 3.500 U/min. Er arbeitet zusammen mit einem Riemen-Starter-Generator (RSG), der das normale 12-Volt-Bordnetz nutzt. Hinzu kommt eine Lithium-Ionen-Batterie, die 11 Amperestunden Energie speichert. Das sind bei 12 Volt Spannung gerade mal 0,132 kWh.

Bildergalerie: Fiat Panda Hybrid (2020)

Der RSG ermöglicht zudem im Vergleich zu einem konventionellen Anlasser einen deutlich vibrationsärmeren Motorstart. Der Starter-Generator ist über den Riemen mit dem Motor verbunden; dieser Riemen treibt auch die anderen Nebenaggregate an.

Der RSG rekuperiert beim Bremsen und im Schubbetrieb und speichert die so gewonnene Energie in den Akku zurück. Außerdem unterstützt er den Verbrenner zum Beispiel beim Anfahren mit bis zu 3,6 kW (knapp 5 PS).

Der RSG ermöglicht es auch, den Motor beim Ausrollen schon bei 30 km/h abzuschalten. Bei Bedarf (zum Beispiel wenn der Vordermann wieder anfährt) wird der Verbrenner unverzüglich und automatisch neu gestartet.

Da die beiden MHEV-Modelle eine Handschaltung haben, muss der Fahrer dazu allerdings den Leerlauf einlegen. Damit er das tut, erscheint ein entsprechendes Symbol im Instrumentenfeld. Während dieses sogenannten Segelns übernimmt die Lithium-Ionen-Batterie die Versorgung der elektrischen Verbraucher.

Fiat 500 Hybrid und Fiat Panda Hybrid werden mit einer neuen Sechsgang-Schaltung ausgestattet, dessen lang übersetzter sechster Gang den Verbrauch weiter senken soll. Wie viel Liter der MHEV-Antrieb spart, teilt Fiat noch nicht mit. Doch sollen die CO2-Emissionen niedriger als beim Vierzylinder-Benziner 1.2 8V mit 69 PS aus der Fire-Baureihe sein. Beide Modelle erfüllen die Abgasnorm Euro 6d.

Fiat 500 Hybrid

Zur Einführung werden die beiden MHEV-Modelle (Mild Hybrid Electric Vehicle) in einer speziellen Launch Edition angeboten. Diese sind am "Hybrid"-Schriftzug am Heck sowie einem Logo an der B-Säule zu erkennen: Der Buchstabe H wird hier von zwei Tautropfen gebildet. Beide Modelle werden in der exklusiven Karosseriefarbe Tau Grün lackiert, einem sehr hellen, schwachen Grün.

Die Sitzbezüge bestehen aus Seaqual, einem von der gleichnamigen spanischen Naturschutz-Organisation zertifizierten Material aus recyceltem Kunststoff. 10 Prozent davon ist Plastik, das aus dem Meer eingesammelt wurde; die restlichen 90 Prozent stammen aus normalem Recycling-Kunststoff.

Fiat 500 Hybrid und Fiat Panda Hybrid können noch im Januar 2020 bei den Händlern bestellt werden, die Auslieferung startet dann im ersten Quartal 2020. Zum Preis äußert sich Fiat noch nicht.

Fiat 500 und Panda gehören europaweit zu den beliebtesten Kleinstwagen. Dabei vertritt der stets dreitürige 500 die Lifestyle-Seite, während der fünftürige Panda eher praktisch ausgelegt ist. Zusammen läuten sie das Hybrid-Zeitalter bei Fiat ein, auch wenn es nur die kleinste Stufe der Elektrifizierung geht: den 12-Volt-Mildhybrid. Doch bald soll der Fiat 500 mit rein elektrischem Antrieb folgen.

Bildergalerie: Fiat 500 Hybrid (2020)