Unglaubliches Duo beim weltweit größten Bulli-Treffen

Der sogenannte "Samba-Bus" von VW ist quasi der Heilige Gral unter den Bulli-Freunden und Liebhabern der T1-Baureihe (1950 bis 1967). Jetzt kam es im Rahmen des "Busfest" in England zu einem wirklich unglaublichen Wiedersehen.

Glaubt man den historischen Wetteraufzeichnungen, war der 6. September des Jahres 1954 in Wolfsburg ein typischer Spätsommertag. Menschen gingen zur Arbeit. Viele von ihnen taten das im Volkswagen Werk; sie stellten dort den Käfer her. Und den Bulli. Einige dieser Volkswagen Mitarbeiter produzierten an diesem Tag wenige T1a als „Kleinbus Sonderausführung“ mit acht Dachfenstern und einem Sonnendach – später „Samba-Bus“ genannt. Zwei „Samba“ diesen Tages, die schon damals Exoten waren, wurden nach Dänemark verkauft. Dann verloren sich ihre Wege. Dass sie sich nun wiedertrafen, ist eine kleine Sensation.

Auf den Tag genau 65 Jahre nach dem Produktionsdatum der zwei „Samba-Busse“ fand in Malvern – geografisch ungefähr auf 6 Uhr von der gefühlten Mitte Englands aus gelegen – das weltweit größte Treffen der Bulli-Fans statt: das „Busfest“. Mit dabei: die Freunde und „Samba-Bus Fahrer“ Rikki James und Andy Morgan. Mehr zufällig hatten sie einige Zeit zuvor bei einem Bulli-Treffen entdeckt, dass die Wagen beide am selben Tag produziert worden waren. Zwillinge sozusagen. Dass sich solche Zwillinge nach einer derart langen Zeit wieder begegnen, ist extrem selten. Weil es nicht viele Autos gibt, die so alt werden; weil solche Fahrzeuge im Laufe der Jahrzehnte in aller Herren Länder verstreut werden.

 

So verwundert es kaum, dass die zwei „Samba-Busse“ die diesjährigen Highlights in Malvern waren. Die Geschichte beider Busse ist verrückt, denn beinahe hätte es auch sie heute nicht mehr gegeben. Rikki James importierte seinen Bulli 1996 aus Schweden; drei Jahre zuvor hatte ihn jemand in einem Wald geparkt und dem Lauf der Dinge überlassen. Nach seiner Rettung wurde der „Samba-Bus“ aufwendig restauriert. „Seitdem“, so Rikki, „bin ich mit ihm fast 100.000 Meilen durch Europa gereist.“ Andy Morgan fand seinen „Samba-Bus“ vor vier Jahren in Frankreich. „Als ich meinen Samba kaufte, ging es ihm wirklich schlecht“, so Andy. Doch dann setzte er alles dran, um den Wagen für dieses einzigartige Treffen der Zwillinge wieder auf Vordermann zu bringen. Obwohl die zwei Busse am selben Tag produziert wurden, liegen ihre Fahrgestellnummern 221 Fahrzeuge auseinander. Aber so war das damals, in einer Zeit mit analoger statt digitaler Logistik.

Bildergalerie: Zwei VW Samba-Busse von 1954 beim Busfest 2019