Der VW Polo GTI und Ford Fiesta ST müssen sich warm anziehen

Nach jahrelangen Gerüchten und Spekulationen können wir nun endlich bestätigen, dass Hyundai eine vollwertige N-Version des i20 entwickelt. Während die hier gezeigten Erlkönigbilder vielleicht nicht allzu aufregend sind, da sie einen frühen Test-Mule zeigen, gibt es einige wichtige Änderungen im Vergleich zur regulären Version des Kleinwagens. Basierend auf dem vor über einem Jahr eingeführten Facelifting wurde der Supermini am Nürburgring gesehen, wo Hyundais schnelle N-Abteilung über ein europäisches Technikzentrum verfügt.

Also, was unterscheidet diesen Prototypen vom normalen i20? An der Rückseite des Autos hat der Stoßfänger eine rudimentäre Aussparung, in die zwei Endrohre passen. Das Seitenprofil zeigt, dass der Wagen dank einer wohl steiferen Aufhängung tiefer liegt. Die Räder sehen größer aus als wir es vom Fünftürer gewohnt sind, und die Bremsen, die sich dahinter verstecken, könnten auch etwas größer sein.

Bildergalerie: Hyundai i20 N Test Mule erwischt

Die etwas breiteren Radkästen an Vorder- und Hinterachse könnten ein Zeichen dafür sein, dass Hyundai die Spur des i20 für die Performance-Version vergrößern wird. Die Frontschürze wurde praktisch vom Standardfahrzeug übernommen, aber seien Sie versichert, dass es einige Änderungen am Serienmodell geben wird, da wir ein fieseres Aussehen erwarten.

Was Hyundais Antwort auf den Volkswagen Polo GTI und den Ford Fiesta ST antreibt, ist wenig überraschend: ein turboaufgeladener 1,6-Liter-Vierzylindermotor. Der T-GDI-Motor ist gut für 177 PS in Modellen wie dem Kona und Tucson, aber die Ingenieure könnten dem Aggregat leicht mehr Leistung entlocken. Es sollte nicht allzu schwierig sein, wenn man bedenkt, dass der Kia Ceed GT den gleichen Motor mit 204 PS Leistung verwendet.

Es wird vermutet, dass die Hüllen Ende diesen Jahres fallen und der Hyundai i20 N im Frühjahr 2020 auf den Markt kommt. Trotzdem fragt man sich natürlich, ob er nicht einen kurzen Lebenszyklus haben wird, wenn man bedenkt, dass das reguläre Modell im April 2018 überarbeitet wurde. Es besteht auch die Möglichkeit, die N-Version auf Basis der dritten Generation des i20 zu sehen, was angesichts der kurzen Modellzyklen der Koreaner nicht ausgeschlossen ist. Das aktuelle Auto gibt es seit 2014, so dass es voraussichtlich um 2021 durch die nächste Generation ersetzt wird. Zwei Dinge sprechen für eine längere Wartezeit auf den i20 N: Noch ist man mit einem Mule unterwegs, der nur Antrieb und Fahrwerk erprobt. Zudem dürfte Hyundai-N-Boss Albert Biermann wohl lieber ein Sportmodell von Grund auf neu konstruieren (wie beim i30 N) als eine recht alte Basis aufzupeppen, die seinerzeit nicht für N-Experimente konstruiert wurde. 

Für einen Hyundai i20 N auf aktueller Plattform spricht wiederum die Tatsache, dass es einen i20 WRC gibt. So könnte ein i20 N zum Bindeglied zwischen WRC-Modell und normaler Version werden.

Fotos: Automedia