Ein vollelektrischer R8 könnte 2022 kommen, aber wohl nur, wenn die Batterien besser werden

Zwischen 2015 und 2016 baute Audi weniger als 100 Exemplare des R8 e-tron. Dafür, dass man den elektrischen Sportwagen seit 2009 immer wieder anteaserte, war das Ergebnis letztlich eher ernüchternd. Es wirkte ganz so, als wolle man den Elektro-R8 gar nicht an den Mann/die Frau bringen. Der e-tron war ausschließlich in Europa erhältlich und wurde nur auf Bestellung gebaut. Es gab auch keinen Online-Konfigurator. An der Performance gab es allerdings wenig auszusetzen. Zwei E-Motoren an der Hinterachse sorgten für 462 PS und 921 Nm Drehmoment. 

Das genügte, um den immerhin knapp 1.850 Kilo schweren Sportler in 3,9 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit begrenzte man elektronisch auf 250 km/h. Ein 92-kWh-Akku sorgte beim R8 e-tron für eine Reichweite von 450 Kilometern. Alles in allem äußerst beeindruckende Zahlen, was man bei einem Preis von gut 980.000 Euro aber wohl auch verlangen kann. Damit war der elektrische R8 nahezu zehn Mal so teuer wie sein damaliges Pendant mit V8-Motor. 

Nichtsdestotrotz häufen sich in letzter Zeit die Berichte über einen neuen R8 e-tron für das Jahr 2022. Wenn man aber bei Audi nachfragt, wie es um ein neues Elektro-Supercar bestellt ist, klingt die Antwort nicht unbedingt so, als hätte man es besonders eilig.  

"Es könnte sein. Wir werden sehen, was passiert ... wenn die Batterie-Technologie an einen Punkt gelangt, an dem wir ein Supercar machen können ... wir werden sehen. Es könnte sehr cool werden", sagte der amerikanische Audi-R8-Produktmanager Anthony Garbis auf Nachfrage unserer Kollegen von Motor1.com USA. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, verwies Garbis zusätzlich auf die Batterie-Technologie und -Kosten als Schlüsselelemente für den Bau eines rentablen E-Supersportlers.

"Aber wie stellt man es an? Und an welcher Preisgrenze? Sind wir schon so weit, dass Batterien das tun, was wir von ihnen brauchen?" Garbis erwähnte, dass die Kosten für Batterien zuletzt gefallen seien. Zielgrößen nannte er jedoch nicht. "Wir nähern uns aktuell der Marke von 100 US-Dollar (89 Euro) pro Kilowattstunde."

So gesehen müsste Audi derzeit gut 8.500 Euro nur für das (95-kWh-)Akkupaket seines ersten reinen Serien-Elektrikers e-tron locker machen. Der Basispreis des SUVs liegt bei 79.900 Euro. Ein weiteres Problem: Die Batterie samt Crash-Struktur wiegt hier 700 Kilo. Für einen Supersportwagen wäre das deutlich zu viel.

Dennoch ist die Hoffnung auf ein elektrisches Audi-Supercar nicht unbegründet. Erst im Januar bestätigte man den Bau der aufsehenerregenden Studie PB18 e-tron, wenn auch nur in einer Kleinserie von 50 Exemplaren. Der Supersportler hat drei E-Motoren mit insgesamt 680 PS, eine flüssigkeitsgekühlte Festkörperbatterie und wiegt lediglich 1.550 Kilo.

Mehreren Berichten zufolge planen die Ingolstädter neben dem viertürigen Sportcoupé e-tron GT auch einen e-tron GTR als R8-Nachfolger. Er könnte eine verkürzte Version der J1-Plattform nutzen, auf der auch Porsche Taycan und e-tron GT aufbauen. Derzeit bleibt uns allerdings nichts anderes übrig als abzuwarten.

Bildergalerie: 2015 Audi R8 e-tron