48-Volt-System nicht nur für den 2.0 CRDi, sondern auch für beide PS-Stufen des 1.6 CRDi

Der Mildhybrid ist bei Hyundai auf dem Vormarsch: Nach dem Tucson 2.0 CRDi erhält ab Sommer 2019 auch der 1.6 CRDi ein 48-Volt-Mildhybridsystem. VAnders als Ende April 2019 kommuniziert, betrifft das nicht nur die 136-PS-Variante, sondern auch die Version mit 116 PS. So haben demnächst dann alle Diesel im Tucson serienmäßig ein Mildhybridsystem an Bord.

Was nutzt das Mildhybridsystem dem Autofahrer? Nehmen wir den 136 PS starken Tucson 1.6 CRDi. Hier soll das 48-Volt-System eine Verbrauchsminderung um bis zu sieben Prozent bringen. Der Normverbrauch liegt bei 4,4 bis 4,9 Liter je 100 Kilometer, die CO2-Emissionen betragen 117 bis 130 Gramm pro Kilometer. Man sieht: Der Normverbrauch hängt stark von der Ausstattung, vom Getriebe und dergleichen ab. Prozentual macht dies hier bis zu elf Prozent aus. Im Vergleich wirkt die Ersparnis durch das Mildhybridsystem von sieben Prozent recht gering. Bei der 116-PS-Version ist die Ersparnis mit 12 Prozent etwas größer. Hier sinkt der Verbrauch laut Hyundai von 5,0 auf 4,4 Liter, die Emissionen von 132 auf 117 Gramm.

Hyundais Mildhybridsystem für den Tucson 1.6 CRDi (2019)

Das Mildhybridsystem umfasst eine 48-Volt-Batterie, einen riemengetriebenen Startergenerator und einen Gleichspannungswandler, der die Spannung von 48 Volt für den Bedarf der übrigen Verbraucher auf 12 Volt heruntertransformiert.

Der Startergenerator ist über einen Riemen mit der Kurbelwelle des Diesels verbunden und unterstützt diesen beim starken Beschleunigen mit bis zu 12 kW (16 PS) und 55 Newtonmeter. Gibt der Fahrer nur mäßig Gas, entlastet der 48-Volt-Generator den Diesel und nutzt die Energie aus der 0,44 kWh großen Lithium-Ionen-Polymer-Batterie unter dem Kofferraumboden. Der Startergenerator wird zudem für die Rekuperation genutzt.

Hyundais Mildhybridsystem für den Tucson 1.6 CRDi (2019)
Die 48-Volt-Elektromaschine erlaubt eine Rekuperation mit bis zu 12 Kilowatt

Die Vorteile des von Hyundai selbst entwickelten Systems sind besonders im Stadtverkehr erlebbar, so der Hersteller. So schaltet der Diesel beim Heranrollen an eine rote Ampel deutlich früher ab, denn die Start-Stopp-Funktion wird bereits beim Unterschreiten von 30 km/h aktiviert.  Der 48-Volt-Startergenerator sorgt zudem für einen schnelleren und ruhigeren Motorstart. Der herkömmliche Starter wird nur noch für den ersten Start bei kaltem Triebwerk benötigt. Bei konstanter Geschwindigkeit entkoppelt das System den Startergenerator vom Antrieb („Segeln“) oder nutzt ihn zum Laden (mit bis zu 12 kW, wie beim Boosten).

Hyundais Mildhybridsystem im Tucson 1.6 CRDi (2019)
Screenshot aus dem Hyundai-Konfigurator: Auch die 116-PS-Version des Diesels gibt es mit 48-Volt-System

Der neue Tucson 1.6 CRDi mit Mildhybridtechnik ist bereits im Hyundai-Konfigurator enthalten. Die 116-PS-Version gibt es ab 26.470 Euro (mit 116 PS, Frontantrieb und Handschaltung, Ausstattung Pure), die 136-PS-Variante gibt es ab 27.670 Euro.

Hyundai will die 48-Volt-Technik sukzessive in weitere Motoren und Modelle einführen. Auch Schwestermarke Kia hat das Mildhybridsystem bereits im Programm (beim Sportage mit 2,0-Liter-Diesel).

Auch bei anderen Marken ist die Mildhybridtechnik im Kommen:

Quelle: Hyundai

Bildergalerie: Hyundais Mildhybridsystem für den Tucson 1.6 CRDi (2019)