347 PS starker 3.0 TDI mit elektrischem Verdichter und 48-Volt-Mildhybrid-System in Coupé und Sportback

Audi wechselt den Antrieb des S5 aus: Statt eines V6-Benziners kommt nun ein V6-Diesel zum Einsatz. Das betrifft das S5 Coupé und den S5 Sportback, vom S5 Cabrio ist nicht mehr die Rede, es dürfte also entfallen. Der 347 PS starke 3.0 TDI bringt bis zu 700 Newtonmeter (zwischen 2.500 und 3.100 U/min) Drehmoment. Ein elektrisch angetriebener Verdichter sorgt für Power beim Anfahren, ein 48-Volt-Mildhybrid-System erhöht die Effizienz.


Der 3.0 TDI in den neuen S5-Modellen ist aus dem Audi SQ5 TDI bekannt. Der Normverbrauch liegt sowohl beim Coupé wie beim Sportback bei 6,2 Liter pro 100 Kilometer (161 Gramm CO2 pro Kilometer). Die alten Benzinversionen emittierten rund 170 Gramm CO2 pro Kilometer -- die Emissionen sinken also nur um etwa fünf Prozent. Der Sechszylinder-Diesel ermöglicht einen Standardsprint in 4,8 Sekunden (Coupé) beziehungsweise 4,9 Sekunden (Sportback), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. 

Der Antrieb integriert den elektrisch angetriebenen Verdichter (EAV) und ein 48-Volt-Mildhybridsystem (mHEV). Herzstück des Systems ist ein 48‑Volt-Riemen-Starter-Generator mit einer maximalen Rekuperationsleistung von 8 kW. Neben dem 48-Volt-Hauptbordnetz gibt es nach wie vor ein 12-Volt-Bordnetz. Für die Komponenten im 12‑Volt-Netz wird diese Spannung heruntertransformiert. Eine Lithium-Ionen-Batterie unter dem Gepäckraumboden mit 0,5 kWh Kapazität dient als Energiepuffer.

Der EAV besteht aus einem Verdichterrad, das ähnlich wie das Turbinenrad eines Abgasturboladers arbeitet. Das Rad wird jedoch nicht vom Abgasdruck sondern durch eine E-Maschine angetrieben. Dieser Elektromotor hat eine Leistung von 7 kW und beschleunigt das Rad in zirka 300 Millisekunden auf 65.000 U/min. Das geschieht immer dann, wenn die Lastanforderung durch den Fahrer hoch, das Energieangebot im Abgas zum Antrieb des Verdichterrades jedoch niedrig ist. In diesem Fall wird die Ansaugluft zum EAV geleitet. Die verdichtete Luft gelangt dann direkt in den Brennraum. So steht bereits bei niedrigen Drehzahlen die geballte Power bereit. Beim Kavalierstart an der Ampel bringt der EAV mehrere Meter Vorsprung gegenüber Vergleichsautos ohne EAV, so Audi. Neben dem EAV hat der Diesel aber auch noch einen normalen Abgasturbolader.

Das Mildhybrid-System kann den realen Verbrauch um bis zu 0,4 Liter pro 100 Kilometer senken, verspricht Audi. Der Riemen-Starter-Generator (RSG) bringt es auf 8 Kilowatt Rekuperationsleistung. Seine 60 Newtonmeter Drehmoment ermöglichen es, den Diesel öfter im idealen Lastbereich zu betreiben, was Sprit spart.

Durch die relativ starke Lithium-Ionen-Batterie kann außerdem der Motor abgeschaltet werden, wenn keine Kraft gefragt ist. Der Akku erhält dann die Stromversorgung aufrecht. So wird der Motor schon beim Unterschreiten von 22 km/h abgeschaltet. Wenn man zwischen 55 und 160 km/h vom Gas geht, kann das Auto so bis zu 40 Sekunden lang mit abgeschaltetem Motor segeln. Das Auto entscheidet in jeder Situation automatisch, ob Segeln, Freilauf oder Rekuperieren effizienter ist.

Das Mildhybrid-System bedeutet aber auch höheren Komfort, denn es kann den Diesel besonders vibrationsarm (oder aber, wenn das in der aktuellen Situation nötig ist, besonders schnell) starten. Der konventionelle Anlasser kommt nur noch beim ersten Start zum Einsatz, wenn kaltes Motoröl hohe Kräfte erfordert. Wenn der Fahrer dagegen nach einer Segelphase oder einem Stopp wieder Gas gibt, übernimmt der RSG den Warmstart des Verbrennungsmotors.

Bildergalerie: Audi S5 Coupe TDI (2019)

Der 3.0 TDI leitet seine Kraft auf eine Achtstufen-Tiptronic. Eine Kupplung unterbricht den Kraftschluss, wenn der Motor im Leerlauf dreht oder deaktiviert ist. Von der Achtstufen-Automatik aus überträgt der Allradantrieb die Motorkräfte auf die Räder. Als Herzstück dient ein selbstsperrendes (das heißt ein rein mechanisch arbeitendes, nicht elektronisch gesteuertes) Mittendifferenzial. Es schickt die Kraft normalerweise im Verhältnis 40:60 auf Vorder- und Hinterachse. Bei Traktionsverlust leitet es bis zu 70 Prozent nach vorn oder bis zu 85 Prozent der Kraft nach hinten. Bei sportlicher Kurvenfahrt werden die kurveninneren Räder abgebremst, was das Eindrehen erleichtert. Noch rasanter wird die Kurvenfahrt mit dem optionalen Sportdifferenzial, das die Momente überwiegend zum kurvenäußeren Hinterrad lenkt.

Optional sind auch eine "Dynamiklenkung" mit geschwindigkeitsabhängiger Übersetzung sowie adaptive Dämpfer erhältlich. 18-Zoll-Räder mit Reifen der Dimension 245/40 sind Serie, auf Wunsch gibt es 19-Zöller mit Reifen der Serie 255/35 oder 20-Zöller mit Reifen im Format 265/30. Die Bremsen bestehen vorne aus belüfteten 375-Millimeter-Scheiben und schwarzen (optional roten) Sechskolben-Festsätteln mit S-Schriftzügen.

2020 Audi S5 Coupe TDI

Optional wird ein virtual cockpit (in Kombination mit MMI Navigation plus) angeboten, das mit seinem 12,3-Zoll-Bildschirm die konventionellen Instrumente ersetzt. Ebenfalls optional gibt es ein Head-up-Display. Das Top-Infotainmentsystem ist MMI Navigation plus mit einem 8,3-Zoll-Monitor sowie einem Dreh-/Drück-Steller inklusive Touchpad.

Marktstart für den neuen Audi S5 TDI ist im Mai 2019. Coupé und Sportback kosten gleich viel, nämlich 65.300 Euro. Das sind 2.000 Euro mehr, als die alten Versionen mit Benziner kosteten. Zur Serienausstattung zählen LED-Scheinwerfer, Wischblinker, ein Sportfahrwerk, 18-Zoll-Räder, elektrisch einstellbare Sportsitze vorn mit Alcantara-Leder und Sitzheizung.

Bildergalerie: Audi S5 Sportback TDI (2019)