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Test: Hyundai Tucson (2018) 2.0 CRDi mit 48-Volt-Technik
Facelift und Mildhybrid zur Auffrischung des Kompakt-SUVs

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
11. Jul. 2018 um 17:20 Uhr
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Es ist kein einfaches Los: Der Kona recht frisch, der Santa Fe komplett neu und bald startet auch noch der Nexo mit Brennstoffzelle. Rein gefühlt sieht Hyundais Bestseller Tucson inmitten seiner SUV-Brüder inzwischen ziemlich alt aus. Was tun? Ein Facelift und neue Technik sollen den Tucson attraktiv halten.
Nur drei Jahre nach dem Debüt sind das durchaus ungewöhnliche Maßnahmen. Doch erleben wir in diesen Tagen diverse vorgezogene Modellpflegen. Antriebspaletten müssen auf die frischeste Abgasnorm Euro 6d-Temp umgestellt werden, also wird gleich am ganzen Auto Feinschliff betrieben. Mit Blick auf den Tucson macht das Sinn, schließlich ist das SUV der meistverkaufte Hyundai in Deutschland.
48-Volt-Mildhybrid als technische Premiere
Was tut sich bei der Optik? Sowohl die Front- als auch die Heckpartie wurden modifiziert. Radikale Einschnitte blieben aus, neu sind zum Beispiel mehr Chrom um den Grill und optionale LED-Scheinwerfer. Hinzu kommen mehr Assistenzsysteme und als Premiere 48-Volt-Mildhybridtechnik. Alle Benzin-Direkteinspritzer erhalten einen Partikelfilter, bei den Diesel-Modellen ist eine SCR-Harnstoffeinspritzung an Bord. Das 48-Volt-Stromnetz ist Bestandteil des Zweiliter-Diesel mit 185 PS Leistung. Der Starter-Generator ist über einen Riemen mit der Kurbelwelle verbunden und unterstützt den Motor beim Beschleunigen mit bis zu 12 Kilowatt (gleich 16 PS) Leistung. Unter dem Gepäckraum hat Hyundai eine Lithium-Ionen-Batterie installiert. Ihr Inhalt von 0,44 Kilowattstunden wird per Rekuperation aufgeladen.
Wahrlich kein Riesen-Akku also, im Gegenzug bleibt das Kofferraumvolumen mit 513 bis 1.503 Liter Kapazität auf gutem Niveau. Gleiches gilt für das Platzangebot, überall lässt sich bequem lümmeln. Das Cockpit des Tucson wurde sichtbar überarbeitet, auf der Mittelkonsole thront ein bis zu acht Zoll großer Monitor. Trotz Soft-Touch-Oberflächen ist der Hartplastikanteil nicht zu leugnen, auch bei den chromfarbenen Einlagen gilt: Es ist alles Kunststoff, was glänzt. Aber blicken wir auf die positiven Aspekte: Alles ist aufgeräumt, die Bedienung geht leicht von der Hand. Apropos Bedienung: Auch die Tucson-Modelle mit Schaltgetriebe weisen nun serienmäßig eine elektrische Parkbremse auf.
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Unser Testwagen, jener bereits erwähnte 185-PS-Diesel, ist allerdings mit der optionalen Achtgang-Automatik ausgestattet. Hier handelt es sich um eine Neuentwicklung. Wie fährt sich diese Kombination? Unauffällig im positiven Sinne: Ruhig und entspannt gleitet man dahin, selbst mit den aufpreispflichtigen 19-Zöllern. Die Lenkung könnte etwas präziser sein und die Automatik manchmal etwas flotter agieren, doch beides fällt unter die Rubrik „Petitessen“, ebenso die leicht grummelige Note des Motors über 2.000 Umdrehungen. Ein besonderer 48-Volt-Effekt ist beim Fahren nicht spürbar, einzig eine Anzeige im Instrumentendisplay zeigt die Vorgänge an. Um ehrlich zu sein: Die Technik klingt progressiver, als sie ist. Aber für extreme Umweltfreunde hält Hyundai noch andere Autos bereit: Ioniq, Kona Elektro und Nexo.
Motoren und Preise
Wenden wir uns noch kurz den anderen Motoren des gelifteten Tucson zu: Los geht es mit dem 1.6-Liter-Benziner mit 132 PS, Frontantrieb und Sechsgang-Schaltung, darüber rangiert ein 177-PS-Turbo. Dieser wird auch mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe angeboten. Ebenfalls nur 2WD weist der Basisdiesel mit 116 PS auf, wer Allrad ordern möchte, greift zur 136-PS-Maschine. Auch für sie ist das Doppelkupplungsgetriebe im Programm.
Und die Preise des in Tschechien gebauten Tucson? Sie starten bei 22.970 Euro, womit das SUV um 130 Euro teurer ist als das bisherige Modell. Rund 15 Prozent Verkaufsanteil erwartet Hyundai für den 48-Volt-Diesel. Er kostet auf den Blick happige 39.100 Euro, hat dann aber schon die Style-Ausstattung mit Navigation, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Sitzheizung hinten an Bord. Inklusive Automatikgetriebe steigt der Preis auf 41.000 Euro an.
Natürlich darf der Vergleich zum SUV-Platzhirsch, dem VW Tiguan, nicht fehlen. Er kostet mit 190-PS-Diesel, Allrad und DSG in der Highline-Ausstattung 41.950 Euro. Hyundai-Kunden sparen also fast 1.000 Euro.
Fazit: 7 von 10 Sternen
Es muss nicht immer VW Tiguan sein: Mit dem gelifteten Tucson hat Hyundai mehr denn je eine gelungene Alternative im Programm. Pluspunkte sammelt der Tucson beim Platzangebot und dem Preis. Ob man unbedingt den 48-Volt-Diesel braucht, bedarf der gründlichen Überlegung.
Bildergalerie: Test: Hyundai Tucson (2018)
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Hyundai Tucson
Länge 4.480 mm
Breite 1.850 mm
Höhe 1.640
Bodenfreiheit 172 mm
Kofferraumvolumen 513 - 1.503 Liter
Leergewicht 1.718 kg
Zuladung 532 kg
Anzahl der Sitze 5
Motor Vierzylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung
Antrieb Allradantrieb
Max. Drehmoment 400 Nm bei 1.750 - 2.750 U/min
Leistung 136 kW (185 PS)
Getriebeart Achtstufen-Automatik
Beschleunigung 0-100 km/h 9,5 s
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h
Verbrauch 5,8 Liter/100 km
Emission 153 g/km
Marktstart Juli 2018
Basispreis 41.000 Euro
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