Das Mittelklasse-SUV erhält ab Juli 2019 neue Motoren (Update)

Der Mercedes GLC trat im Herbst 2015 die Nachfolge des GLK an. Nun bekommt das Mittelklasse-SUV ein Facelift inklusive neuer Motoren und einer beeindruckenden Zahl moderner Fahrerassistenzsysteme.

Beginnen wir bei der erneuerten Motorenpalette. Zum Marktstart gibt es zwei Benziner und drei Diesel, weitere Motorisierungen sollen folgen:

  Leistung (V-/E-Motor) Drehmoment (V-/E-Motor) Verbrauch
GLC 200 4Matic 197 + 14 PS 280 + 150 Nm 7,1 l/100 km
GLC 300 4Matic 258 + 14 PS 370 + 150 Nm 7,1 l/100 km
GLC 200 d 4Matic 163 PS 360 Nm 5,2 l/100 km
GLC 220 d 4Matic 194 PS 400 Nm 5,2 l/100 km
GLC 300 d 4Matic 245 PS 500 Nm 5,8 l/100 km

Der GLC erhält die neuen Vierzylinder. Bei den Benzinern ersetzt der M 264 den M 274, bei den Dieseln löst der OM 654 den Vorgängermotor OM 651 ab. Die neue Motorengeneration bringt einen geringeren Verbrauch und niedrigere CO2-Emissionen, doch selbst die sparsamste Dieselvariante emittiert noch 137 Gramm CO2 pro Kilometer -- man sieht, wie groß der Abstand zu den ab 2021 geltenden CO2-Grenzwerten noch ist: Mercedes muss dann auf einen markenspezifischen Flotten-Durchschnitt von 105 Gramm kommen.

Die Benziner verfügen über ein 48-Volt-Mildhybridsystem mit einem riemengetriebenem Starter-Generator, das auch ein Boosten mit 10 kW (etwa 14 PS) sowie das Segeln bei abgeschaltetem Motor ermöglicht. Für die sonstige Emissionsminderung haben die Diesel sogar zwei SCR-Katalysatoren, einen motornahen und einen am Unterboden. Alle Versionen haben Allradantrieb und das Automatikgetriebe 9G-Tronic.

Außerdem erhält der GLC nun das Dynamic-Body-Control-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern. Die Bedienung erfolgt über die Fahrmoduswahl Dynamic Select mit den Betriebsarten Sport, Sport + sowie Comfort. Das Fahrwerk ist mit einer direkter übersetzten Lenkung verkoppelt. Mit dem Offroad-Paket umfasst das System auch den Modus Offroad (Feldwege, Schotter, Sand und Schnee) und Offroad + (schwierigeres Gelände mit felsigen oder steilen Hängen). Das ESP bietet nun eine breitere Spreizung und in den Modi Sport und Sport + mehr Dynamik.

Was die Fahrerassistenz-Systeme angeht, hat Mercedes offenbar fast alles aufgefahren, was die Regale so hergaben. Vieles davon ist allerdings zum Beispiel aus der E-Klasse bekannt, wo wir die einzelnen Systeme mal in Bild und Text erklärt haben. Das Fahrerassistenz-Paket umfasst so prosaische Dinge wie einen Abstandstempomaten. Aber auch der in der E-Klasse eingeführte "aktive Spurwechsel-Assistent" (automatischer Spurwechsel beim Setzen des Blinkers und aktiviertem Abstandstempomaten zwischen 80 und 180 km/h), der aktive Geschwindigkeitslimit-Assistent (passt in Zusammenarbeit mit der Verkehrszeichenerkennung die Geschwindigkeit automatisch ans Tempolimit an) und eine Rettungsgassenfunktion für den Autobahn-Stau gehören zum Paket. Vor Staus, Kreuzungen und dergleichen wird auch automatisch das Tempo reduziert, wenn ein Navi an Bord ist. Außerdem gehören ein Ausweich-Lenk-Assistent, ein aktiver Spurhalteassistent und ein aktiver Totwinkelassistent zu dem Paket. Ein Ausstiegswarner soll das gefürchtete Dooring verhindern, also das Risiko, beim Türöffnen einen Radfahrer zu "fangen". Natürlich gibt es auch einen Parklenkassistenten und einen Querverkehrswarner fürs Rückwärts-Ausparken. Dieser warnt allerdings auch vor Hindernissen vor und seitlich vom Fahrzeug. Der Anhängerrangier-Assistent, der beim Rückwärtsfahren mit Anhänger hilft, basiert auf einem Winkelmessungs-Sensor im Kugelkopf der Anhängerkupplung. Eine 360-Grad-Rundumsicht hilft ebenfalls beim Parken und Rangieren, ob mit oder ohne Hänger. Die Car-to-X-Kommunikation schließlich warnt per Funksignal von vorausfahrenden Autos vor temporären Gefahren wie einem Unfall oder dergleichen.

Die Optik ändert sich nur dezent, wie unser Vergleich mit der alten GLC-Version von 2015 zeigt (neue Version mit größerer Zahl auf dem Nummernschild):

Mercedes-Benz GLC 2015
Mercedes-Benz GLC 2019

Die Scheinwerfer sind etwas anders geformt und haben eine andere Tagfahrlicht-Signatur. Auch wirken der Grill und der Unterfahrschutz nun sportlicher und robuster. Innen ziehen die großen Displays des Multimediasystems MBUX (Mercedes-Benz User Experience) ein -- inklusive Gestensteuerung (mit Unterscheidung der Gesten von Fahrer und Beifahrer) sowie Hey-Mercedes-Sprachbedienung. Hier ein Vergleich zwischen dem Cockpit von 2015 (links) und 2019:

Kennzeichen C
Mercedes-Benz GLC 2019

Das neue Multifunktions-Lenkrad beinhaltet die Bedienung des Abstandstempomaten und die in der E-Klasse eingeführten Touch-Control-Buttons. In der Mittelkonsole ersetzt ein Multifunktions-Touchpad den "Dreh-Drücksteller" (von den Schwaben auch gern Rädle genannt). Außerdem erhält der GLC optional die Energizing-Komfortsteuerung zur vereinfachten Steuerung der vielfältigen Systeme im Fahrzeug (wie Licht- und Musikstimmungen, Klimatisierung, Massagefunktion, Sitzheizung und -belüftung). Auch die Daten eines passenden Wearables von Garmin (also einer Fitness-Pulsmessuhr oder dergleichen) fließen mit in die Steuerung ein.

Das Kombiinstrument besteht optional aus einem 12,3-Zoll-Display, das Multimedia-Display in der Mitte ist in 7,0 und 10,25 Zoll erhältlich. Wählbar sind drei individuelle Darstellungen. Neu ist die Touch-Fähigkeit des Multimedia-Displays sowie die Touch Control-Buttons am Multifunktionslenkrad.

Ein weiteres Highlight in Verbindung mit MBUX ist die Sonderausstattung Augmented Video, welche die Navigation um eine Augmented-Reality-Funktion ergänzt. Dabei erfasst eine Kamera vor dem Innenspiegel die Umgebung und zeigt automatisch auf dem Multimedia-Display ergänzende Informationen zum Videobild. Dazu gehören unter anderem Verkehrsschilder, Abbiegehinweise, Hausnummern oder Namen. Die Suche nach einer bestimmten Adresse soll so um einiges einfacher werden. Neu ist auch der serienmäßige Motorstart-Knopf in Turbinenoptik.

Marktstart für den gelifteten GLC ist in Juli 2019. Der GLC 200 d 4matic startet bei 47.725 Euro, der 220er-Diesel bei 49.486 Euro. 

Bildergalerie: Mercedes-Benz GLC 2019