Trotz der dicken Tarnung: Äußerlich ändert sich nicht viel. Darunter dafür umso mehr

Im Reich der Premium-Mittelklasse-Limousinen ist derzeit ganz schön was los. Mercedes liftete erst vor einigen Monaten seine C-Klasse, BMW kommt gerade eben mit einem komplett neuen 3er ums Eck und für 2019 erwarten wir ebenfalls ein unüblich umfangreiches Facelift für den Audi A4. Darauf muss natürlich auch Jaguar reagieren. Selbst wenn deren XE in den meisten Märkten eine eher untergeordnete Rolle spielt. 

Der schöne Jag ist ein Fahrdynamiker par excellence, lässt dafür im ein oder anderen Alltagsbereich wie dem Platzangebot etwas zu kräftig federn. Daran wird freilich auch ein Facelift nichts ändern, aber eine dringend benötigte Auffrischung in puncto Antriebe, Infotainment und Assistenten kann so eine Modellpflege schon liefern. Und genau das wird in diesem Fall auch passieren.

Versteifen wir uns also nicht all zu sehr auf Äußerlichkeiten. An der XE-Optik wird sich nicht wirklich viel ändern. Wir erwarten kleinere Korrekturen an Scheinwerfern, Rückleuchten und Stoßfängern. Deutlich dramatischer dürfte die Überarbeitung hingegen innen ausfallen. Eine Möglichkeit wäre die Implementierung des vom E-Auto I-Pace bekannten Touch Pro Duo-Infotainmentsystems. Mit seinen zwei Bildschirmen könnte es deutlich mehr Hightech in die XE-Kabine zaubern. Dazu passt auch die Implementierung der neuesten Assistenzsysteme inklusive semi-autonomer Funktionen.

Den größten Sprung dürfte der geliftete XE aber unter der Haube machen. Er basiert wie XF und F-Pace auf der sogenannten D7a-Plattform. Selbige war bisher nicht bereit für Elektrifizierung, was sich durch einige Modifikationen offenbar in Richtung XE-Facelift ändern wird. Man schafft Platz für 48-Volt-Bordnetze und Hybridantriebe. Die bekannten Ingenium-Vierzylinder-Benziner mit 200, 250 und 300 PS werden also mildhybridisiert. Der 1,5-Liter-Dreizylinder-Plug-in-Hybrid, der bald im neuen Range Rover Evoque debütiert, soll auch im XE zum Einsatz kommen. Eine rein elektrische Version ist beim derzeitigen Unterbau nicht machbar. Was mit dem äußerst launigen 380-PS-V6 aus dem XE S passiert, ist unklar. Derzeit ist er nicht bestellbar. 

Was es auch nach dem Facelift nicht geben wird, ist ein XE Kombi. Eine Sportbrake-Variante wäre sicher eine feine Sache, aber außerhalb Großbritanniens und Deutschlands interessiert sich kein Mensch für diese Fahrzeug-Gattung. Sprich: Kosten stehen in keinem guten Verhältnis zum Nutzen. Das gilt wohl auch für eine mögliche, superheiße SVR-Version. Wenn Sie also Interesse an einem brachialen Jaguar XE haben, dann viel Glück beim Aufstöbern eines gebrauchen Project 8. Das breitbackige 600-PS-Biest wurde lediglich 300-mal gebaut.

Der überarbeitete Jaguar XE könnte sein Debüt auf dem Genfer Autosalon im März 2019 geben und kurz darauf in den Verkauf gehen. 

 

Fotos: Automedia

Bildergalerie: Jaguar XE 2019 Erlkönigbilder