Fiat 500L mit Erdgasantrieb im Test

Es gibt Leute, denen braucht man mit einem Fiat gar nicht zu kommen. Und wenn Fiat, dann kein Van. Und wenns ein Van sein muss, dann bitte wenigstens mit starkem Motor. Doch diese Klientel hat schon nach der Überschrift mit dem Lesen aufgehört. Falls nicht, hier noch mal eine Warnung: Es geht in diesem Test nicht um einen Porsche, sondern um den Fiat 500L mit einem 80 PS starken Zweizylinder für den Erdgasbetrieb. Wir haben ihn getestet.

Grandi vibrazioni
Mit einem Dreh ist der Motor an, und es geht los. Die ersten fünf Sekunden läuft der Wagen stets mit Benzin, danach wird auf Erdgas umgeschaltet. Ansonsten kann ich jederzeit per Knopfdruck die Kraftstoffsorte wechseln. Dabei ertönt nur ein leises Klack von den Gasflaschenventilen. Die fünf PS weniger (80 statt 85 PS) sind nicht zu spüren, wenn ich nicht gerade beschleunige. Was aber sofort auffällt, sind die Vibrationen des Zweizylinders. Schon im Leerlauf wird mein Hintern sanft massiert. Drehe ich über 4.000 Touren hinaus, tönt das 0,9-Liter-Motörchen wie ein röhrender Hirsch. Drücken wir es positiv und italienisch aus: Grandi vibrazioni, grandi emozioni! Im Stadtverkehr beschleunigt der Fiat 500L 0.9 8V TwinAir Natural Power (so die bürokratische Bezeichnung) ganz annehmbar, 140 Newtonmeter Drehmoment sind schon ganz ordentlich. Aber bei Tempo 100 noch beschleunigen? Da wird es zäh. Die Spitze von 163 km/h ist ebenfalls nicht gerade rekordverdächtig.

Großartige Rundumsicht
Nein, ein Autobahnauto ist der Erdgas-500L nic...