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500L
Tests
Gelifteter Fiat 500L mit Turbobenziner im Test
Nicht schön, aber variabel

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
31. Mai 2017 um 12:17 Uhr
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"Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten." Genauso wie den armen Galliern um Asterix und Obelix geht es auch dem Grüppchen von B-Segment-Vans, das sich gegen die Flut der SUVs stemmt: Citroën C3 Picasso, Fiat 500L, Ford B-Max, Hyundai ix20, Kia Venga, Nissan Note und derzeit auch noch Opel Meriva. Der 500L wurde nun geliftet. Wir haben ihn getestet.
Optisch breiter und neue Namen
Laut Fiat wurden beim Facelift 40 Prozent der Teile ausgewechselt. Das ist `ne Menge, doch weder an den Motoren, noch am Fahrwerk oder am Sitzkonzept wurde etwas verändert. Die Modifikationen betreffen vor allem die Optik innen und außen sowie das Infotainment. Durch einen vergrößerten unteren Lufteinlass wirkt der Wagen nun breiter als bisher. An den unglücklichen Proportionen ändert das freilich nichts. Besonders eigen wirkt die Langversion, die aber auch weniger als zehn Prozent der Verkäufe ausmacht. Die allermeisten von den jährlich etwa 3.500 Stück, die bisher in Deutschland verkauft wurden, gingen in der Variante mit Offroadoptik weg. Die Bezeichnungen ändern sich mit dem Facelift. So heißt die optional siebensitzige Langversion (bisher "Living") künftig 500L Wagon, die Variante mit Offroadoptik (bisher "Trekking") wird zum 500L Cross und der normale 500L erhält den Beinamen Urban.
Viel Farbe, neues Display
Nicht nur durch die drei Varianten, auch farblich ist der 500L variabel. Es gibt zehn verschiedene Lacktöne, das Dach kann außer in Wagenfarbe auch in Schwarz oder Weiß bestellt werden. Innen gibt es ebenfalls Armaturenbretter und Sitze in verschiedenen Farben. Unter der Instrumentenkuppel lugen nun drei runde Instrumente hervor. Das mittlere enthält ein Display, auf dem unter anderem die Richtungspfeile des Navis angezeigt werden. Die Navi-Karten erscheinen statt auf einem Fünf-Zoll-Display nun auf einem neuen Sieben-Zoll-Monitor. Dieses macht einen guten Eindruck – vor allem spiegelt die matte Glasoberfläche nicht.
Weiches Fahrwerk
Allerdings war beim Testwagen das Dreiecksfenster an der A-Säule mangelhaft verklebt, und die Klappe über einem USB-Anschluss löste sich beim Öffnen komplett ab. Fiat führte beides darauf zurück, dass es sich um ein frühes Serienfahrzeug handelte. Jedenfalls erhält der Van mit dem Facelift nun ein neues Lenkrad, und der Schalthebel liegt griffgünstiger. Dass die Sitze am Rücken wenig Seitenhalt bieten, fällt besonders auf, weil der 500L in der Kurve durch das weiche Fahrwerk stark wankt. Zu den beliebtesten Motoren – es gibt drei Benziner und zwei Diesel – gehört der 1.4 T-Jet. Mit 120 PS ist er das stärkste Otto-Aggregat und bietet mit 215 Newtonmeter ordentlichen Schub. Doch gerade bergauf landet man mit der Sechsgang-Schaltung öfter mal im Drehzahl-Nirwana. Nach dem Hochschalten stehen dann 1.500 bis 2.000 Touren auf der Uhr, und es geht kaum mehr voran. Außerdem gibt es für den 1.4 T-Jet keine Start-Stopp-Automatik.
Für 500er-Fahrer mit Familie
Fiat empfiehlt den 500L besonders für Familien – als Ersatz, wenn der normale 500er durch Nachwuchs zu klein wurde. Der nun 4,24 Meter lange 500L bietet nach wie vor 455 bis 1.480 Liter Kofferraum, was etwa auf Konkurrenzniveau liegt – der C3 Picasso bietet mit 500 bis 1.506 Liter nur wenig mehr. Die Rückbank lässt sich beim 500L serienmäßig längs verschieben. Wer den maximalen Kofferraum braucht, kann die Rücksitzlehnen nach vorne klappen und die Sitze dann noch im Ganzen nach vorne "wickeln". Durch den umklappbaren Beifahrersitz lässt sich auch langes Transportgut verstauen.
Günstige Preise
Der geliftete 500L steht ab 8. Juli 2017 beim Händler. Eine vollständige Preisliste gibt es noch nicht, doch schon die Basisausstattung Popstar (mit Klimaanlage und Bluetooth-fähigem Radio) könnte genügen. Wer das Sieben-Zoll-Display haben will, bestellt die Lounge-Version. Die unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers beginnen bei 16.490 Euro (für die Urban-Version mit 95-PS-Benziner). Doch laut Fiat soll es das Auto beim Händler schon ab 13.990 Euro geben. Überträgt man den Rabatt von 2.500 Euro, so dürfte die gefahrene 120-PS-Version statt 18.740 nur 16.240 Euro kosten. Schon ohne Nachlass sind die Preise günstig: Den Citroën C3 Picasso mit 110-PS-Turbo gibt es erst ab 20.340 Euro.
Wertung
-
- ★★★★★★★☆☆☆
Der Fiat 500L ist mit dem Facelift äußerlich und innerlich etwas gefälliger geworden. Aber wer auf Optik achtet, kauft sicher lieber einen Renault Captur oder einen Mazda CX-3. Die Stärke des italienischen Vans liegt vor allem in der Variabilität: Die verschiebbare Rückbank, das Tumble-Sitzsystem und der umklappbare Beifahrersitz sind was wert, wenn man auch mal Möbel oder ein Fahrrad transportieren will. Der zuweilen zähe 120-PS-Turbobenziner und das weiche Fahrwerk sind akzeptabel, wenn man in Bezug auf Fahrdynamik keine großen Ansprüche stellt und eher auf einen günstigen Preis achtet.
+ hohe Innenraumvariabilität, günstiger Preis
- weiches Fahrwerk, schlechte Gangabstufung
-
Antrieb
75%
-
Fahrwerk
70%
-
Karosserie
70%
-
Kosten
80%
Preisliste
Fiat 500L 1.4 T-Jet Urban Popstar
Grundpreis: 18.740 *) Euro
Ausstattungen Preis in Euro elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (beheizbar) Klimaanlage Serie
Radio mit Bluetooth-Unterstützung Serie Tempomat Serie verschiebbare Rücksitzbank mit Tumble-System Serie ABS, ESP, 6 Airbags Serie LED-Tagfahrlicht Serie *) unverbindliche Preisempfehlung, beim Händler ca. 16.300 Euro
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Turbobenziner, DOHC, Multipoint-Einspritzung Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.368 Leistung in PS 120 Leistung in kW 88 bei U/min 2.500 Drehmoment in Nm 215 Antrieb Frontantrieb Gänge 6 Getriebe Schaltung Maße und Gewichte Länge in mm ca. 4.270 Breite in mm ca. 1.780 Höhe in mm ca. 1.660 Leergewicht in kg ca. 1.400 kg Kofferraumvolumen in Liter 455 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.480 Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h ca. 189 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden ca. 10,2 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,7 CO2-Emission in g/km 157 Schadstoffklasse Euro 6
Lesen Sie auch:
- - Der alte Fiat 500L im Test (Artikel von 2012)
- - Die (alte) Langversion im Test: Mehr als ein Leute-Kompressor?
- - Alter 500L mit Zweizylinder-Benziner und mit Diesel im Test
Bildergalerie: Nicht schön, aber variabel
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