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Sunlight T 68 XX "20 Years Edition" im Test: Nordkap-Abenteuer

Von Bayern bis zum Nordkap: Der Sunlight T 68 XX überzeugt als komfortabler Reisebegleiter auf der 10.000-Kilometer-Tour

Sunlight T 68 XX
Bild von: Motor1.com

Zum 20-jährigen Jubiläum hat Sunlight eine besondere Edition des T 68 herausgebracht: Der T 68 XX "20 Years Edition" ist mit seiner vielseitigen Ausstattung und robusten Bauweise perfekt für komfortable Reisen. Dieses Sondermodell steht für zwei Jahrzehnte Erfahrung und Innovation im Reisemobilbau. Die Allgäuer versprechen, damit neue Maßstäbe in Sachen Komfort, Design und Funktionalität zu setzen.

Auch der Cliff ist in einer Sonderedition erhältlich, der teilt einige der exklusiven Ausstattungsmerkmale mit dem T 68 XX. Die XX-Editionsbeklebung mit kartografischen Mustern in Kombination mit dem schwarzen Chassis und dem silbernen Glattblech des Aufbaus verleiht dem Teilintegrierten eine moderne Optik, die ein bisschen nach vorne denkt. Mit einer Länge von 7,39 Metern bietet er großzügigen Wohnraum bei noch kompakten Außenmaßen – perfekt für alle, die Komfort nicht mit übermäßiger Größe erkaufen wollen.

Bildergalerie: Sunlight T 68 XX "20 Years Edition" (2024) Wohnmobil im Test

Beim ersten Blick ins Fahrzeuginnere fällt sofort die durchdachte Raumaufteilung auf. Dazu kommt die "XX-Edition Wohnwelt", die dem Innenraum des T 68 XX eine moderne und gleichzeitig wohnliche Atmosphäre verleiht. Die Sitzpolster aus grün-schwarzem Stoff und Echtleder passen perfekt zur indirekten LED-Beleuchtung, die sowohl in den Staufächern als auch unter den Sitzen integriert ist.

Das helle Design in Kombination mit indirektem Licht sorgt für eine ruhige Atmosphäre im Innenraum, perfekt zum Entspannen nach einem langen Fahrtag. Die drehbaren, ergonomisch geformten Sitze im Fahrerhaus bieten noch mehr Sitzgelegenheiten und sind ideal für ein gemütliches Abendessen, Entspannung und auch gelegentliches Arbeiten unterwegs.

<p>Drehbare Cockpit-Sitz im XX-Design</p>

Wohnwelt XX Edition mit Echtleder Applikationen

<p>XX-Emblem am Kopfteil des Heckbetts</p>

XX-Emblem am Kopfteil des Heckbetts

Von Bayern ans Nordkap: Die Tour beginnt

An einem schönen Morgen starten wir unsere Reise in der Nähe von Augsburg. Das Beladen des Sunlight T 68 XX ist dank der großen Heckgarage und zahlreicher Staumöglichkeiten im Innenraum unkompliziert. Mit 140 PS unter der Haube und einem 6-Gang-Schaltgetriebe macht sich der Teilintegrierte auf den Weg Richtung Norden.

Die ersten Kilometer auf der Autobahn vergehen angenehm. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, ohne schwammig zu wirken. Die Geräuschdämmung ist gut, aber bei Geschwindigkeiten über 110 km/h hat die LTE-Antenne leider ein störendes Windpfeifen verursacht. Nur eine Frage der Abdichtung der Antenne – die sich leicht beheben lässt –, ansonsten bleibt es auch bei höheren Geschwindigkeiten relativ leise im Innenraum. Das ist ein Segen auf langen Strecken.

Daten und Abmessungen Sunlight T 68 XX "20 Years Edition"
Länge / Breite / Höhe 739 / 232 / 293 cm
Innenhöhe 210 cm
Zugelassene Sitzplätze (einschließlich Fahrer) 4 + 1
Schlafplätze 2 + 3 (optional Hubbett, optional Mittelbett)
Bettgröße Heck 210 x 80 / 215 x 80 / 210 x 168 cm
Masse in fahrbereitem Zustand 3012 (2861 bis 3163) kg
Technisch zulässige Gesamtmasse 3500 kg
Anhängelast 12 % gebremst / ungebremst 2000 / 750 kg

Nach knapp 900 Kilometer erreichen wir am späten Abend Puttgarden. Hier verbringen wir die erste Nacht auf einem Stellplatz direkt am Fährhafen. Das Heckbett ist mit Maßen von knapp 2,10 m x 1,70 m superkomfortabel. Da haben sogar wir Erwachsenen genug Platz. Auch unser achtjähriger Sohn hat es sich dort zusammen mit uns bequem gemacht.

Das war zwar erst einmal ungewohnt, da er die letzten Jahre im Sunlight T 670 S (Norwegen-Roadtrip 2023) und Dethleffs Just Go T (Montenegro-Roadtrip 2022) immer im Hubbett verbrachte, aber das Bett ist mehr als ausreichend groß für eine kleine Familie. Die Kaltschaummatratzen sorgen für einen angenehmen Schlaf, und man kann den Schlafbereich vom Wohnbereich abtrennen und so einen gemütlichen Ort zum Entspannen schaffen, ideal für lange Fahrten.

<p>Die Bettgröße beträgt ca. 210 x 168 Zentimeter</p>

Die Bettgröße beträgt ca. 210 x 168 Zentimeter

<p>Holzlattenrost für erhöhten Liegekomfort</p>

Holzlattenrost für erhöhten Liegekomfort

<p>Genug Platz für zwei Erwachsene plus Kind</p>

Genug Platz für zwei Erwachsene plus Kind

Durch Skandinavien: Langstrecken-Künstler

Als nächstes geht's mit der Fähre nach Dänemark. Von da aus fahren wir auf den skandinavischen Landstraßen, die uns durch offene, weite Landschaften und dichte Wälder führen. Hier bestätigt sich der positive erste Eindruck: Der Sunlight T 68 XX überzeugt mit einer ausgewogenen Kombination aus stabiler Straßenlage und komfortablem Fahrverhalten. Auch bei leichtem Seitenwind gibt der robuste Aufbau ein sicheres Gefühl, und die gute Rundumsicht hilft bei kleinen Manövern oder dem Einparken.

Kurz vor der finnischen Grenze machen wir Halt an einem idyllischen alten Bootsanlegerhafen. Perfekt, um die Angelruten auszupacken, die wir in der geräumigen Heckgarage verstaut haben. Dank des Stauraums haben wir sogar noch Platz für einen kleinen Holzkohlegrill, was zeigt, wie geräumig die Heckgarage ist.

Rovaniemi und die Vätsäri Wilderness Area

In Rovaniemi, dem Heimatort des Weihnachtsmannes, erleben wir die ersten richtig kühlen Nächte während unserer Augustreise. Die Standheizung des Sunlight T 68 XX sorgt aber dafür, dass es im Innenraum schön warm ist. Auch die Isolierung macht ihre Sache gut – trotz niedriger Außentemperaturen bleibt es im Wohnbereich angenehm warm.

An diesem Abend macht sich die LTE/WiFi-Antenne bezahlt. Trotz der abgelegenen Lage können wir dank des stabilen Internets (bis 300 Mbps) die Aurora-App checken, die uns über mögliche Nordlichter informiert. Obwohl die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter im August sehr gering ist, behalten wir die App im Auge – man weiß ja nie!

Ausstattung und Daten Sunlight T 68 XX "20 Years Edition"
Kühlschrank / Gefrierfach 156 / 29 Liter
Wassertank inkl. Boiler / Abwassertank 122 / 92 Liter
Steckdosen 230 V / 12 V / USB-Steckdose (doppelt) 5 / 1 / 4
Heizung Truma Combi 6 Gas
Stauraum für Gasflaschen mit Füllgewicht 2x 11 kg
Stauraumtür links B × H 75 x 80 cm
Stauraumtür rechts B × H 95 x 110 cm
Dach- und Wandstärke / Fußbodenstärke 34 mm / 42,5 mm

Als Nächstes geht's für uns weiter in die finnische Wildnis, zur unberührten Vätsäri Wilderness Area am Inarijärvi-See. Die Straßen in dieser Gegend sind ziemlich abgelegen und unbefestigt, was bedeutet, dass das Fahrwerk und die Bodenfreiheit des Sunlight T 68 XX besonders gefordert werden. Aber das Fahrzeug meistert die Herausforderung mühelos: Die hohe Bodenfreiheit und die robuste Federung lassen das Fahrzeug selbst über grobe Schotterwege sicher rollen.

Praktisch erweisen sich die LED-Lampen im Schlafbereich mit integriertem USB-Anschluss zum Laden von Smartphone oder Tablet. Diese funktionieren auch ohne Landstrom und beziehen ihren Strom von der Aufbaubatterie des Sunlight-Wohnmobils – perfekt für unsere abendlichen Lesestunden oder um die Aurora-App zu checken.

Sunlight T 68 XX
<p>LTE-Router mit bis zu 300 Mbps</p>

LTE-Router mit bis zu 300 Mbps

<p>Combi-Gasheizung der Marke Truma</p>

Combi-Gasheizung der Marke Truma

Entlang der rauen Küste des Varangerhalvøya-Nationalparks

Unser Weg führt uns durch den beeindruckenden Varangerhalvøya-Nationalpark, eine raue und windgepeitschte Landschaft, die den Sunlight T 68 XX erneut auf die Probe stellt. Die felsige Küste und die kargen Hochebenen bieten eine echt einzigartige Kulisse für unsere Reise. Trotz der anspruchsvollen Straßenverhältnisse meistert unser Wohnmobil die Strecke ohne Probleme.

Ein echtes Highlight ist unser Abstecher nach Vardø, der östlichsten Stadt Norwegens. Als nächstes besichtigen wir das beeindruckende Hexenmahnmal, das an die Opfer der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert erinnert. Das moderne Mahnmal sticht mit seiner Architektur aus der Umgebung heraus und lädt zum Nachdenken ein. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Drakkar Leviathan Denkmal, eine beeindruckende Skulptur, welche an die reiche Seefahrertradition der Region erinnert.

<p>Das Drakkar Leviathan Denkmal</p>

Das Drakkar Leviathan Denkmal

<p>Hexenmahnmal, das an die Opfer der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert erinnert</p>

Hexenmahnmal, das an die Opfer der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert erinnert

Am Ziel: Das Nordkap

Nach knapp eineinhalb Wochen sind wir endlich am Nordkap angekommen. Die Sunlight T 68 XX hat uns zuverlässig ans Ziel gebracht. Der Anblick der Mitternachtssonne am Nordkap ist überwältigend. Die rote Scheibe schwebt knapp über dem Horizont und taucht das Meer und die Felslandschaft in ein surreales Licht.

Es ist, als stünde die Zeit still. Stundenlang sitzen wir mitten im Nirgendwo vor unserem Sunlight T 68 XX, eingehüllt in warme Decken, fernab des von Wohnmobilen überquellenden Parkplatzes direkt am Nordkap und lassen diesen magischen Moment auf uns wirken.

Da stört es auch nicht, dass in unserem Testfahrzeug kein Smart-TV installiert ist, der sich normalerweise per WLAN mit dem LTE-Router verbindet und zu Netflix & Chill" einlädt. Dafür können wir dank der stabilen Internetverbindung unsere Erlebnisse per Videocall mit der Familie teilen - ein besonderer Moment, den wir so schnell nicht vergessen werden.

Rückweg über Senja und die Lofoten

Auf dem Rückweg nehmen wir uns Zeit für einige der schönsten Orte Nordnorwegens. Auf der Insel Senja besteigen wir den Segla, einen der spektakulärsten Berge der Region. Die Heckgarage des T 68 XX erweist sich als praktischer Stauraum für unsere Wanderausrüstung. Von Senja aus setzen wir mit der Fähre zu den weltberühmten Lofoten über. Die Überfahrt verläuft reibungslos und wir finden mühelos einen Platz auf dem Fährdeck - wenn auch mit etwas Wartezeit in der Schlange.

Immer weiter nach Südwesten erkunden wir die kleinen Inseln der Lofoten. Die engen, kurvigen Straßen stellen für unseren wendigen Teilintegrierten kein Problem dar. Vorbei an malerischen Fischerdörfern, schroffen Bergketten und türkisblauen Buchten erreichen wir schließlich Å i Lofoten, das bekannte und überaus hübsche Fischerdorf am äußersten Ende des Archipels.

Hier, auf dem Parkplatz des Ortes, wirkt unser T 68 XX plötzlich ganz klein neben einem stattlichen Krug Expedition Rhino XL. Der Größenvergleich lässt uns schmunzeln und erinnert uns daran, wie kompakt und wendig unser Reisebegleiter trotz seines großzügigen Innenraums ist.

Rückfahrt: Padjelanta Nationalpark und Arjeplog

Auf dem Rückweg nach Schweden machen wir einen Abstecher in den spektakulären Padjelanta-Nationalpark. Die Landschaft dort ist geprägt von tiefen Seen und weiten, unberührten Ebenen. Die Fahrt durch diese abgelegene Region ist nicht nur ein landschaftliches Highlight, sondern auch eine Begegnung mit der Tierwelt. Unzählige Rentiere überqueren hier die Landstraßen oder grasen am Rand der Fahrbahn, oft so gelassen, dass wir die Geschwindigkeit stark drosseln müssen.

Das ist zwar kein Hindernis, aber eine besondere Erinnerung daran, wie nah man in dieser Region der Natur kommt. Der Sunlight T 68 XX beweist hier, dass er sich auf schmalen, oft unbefestigten Straßen gut manövrieren lässt. Schließlich erreichen wir Arjeplog, einen kleinen Ort im schwedischen Lappland, der für seine eisigen Winter und als Testgebiet für Autos bekannt ist. Die raue, aber wunderschöne Umgebung macht diesen Abschnitt der Reise zu einer eindrucksvollen Etappe.

Letzte Etappen – Schweden, Dänemark und zurück

Als nächstes geht's von Arjeplog aus weiter Richtung Süden. Unser Ziel sind die großen schwedischen Seen Vänern und Vättern. Dazwischen liegen noch Östersund und weitere Stopps. Die beiden Seen sind die größten in Schweden und bieten entlang der Ufer tolle Stellplätze und einen schönen Blick auf das blaue Wasser. Kurz vor Östersund erwartet uns ein besonderes Erlebnis: Wir überqueren eine alte Brücke, auf der wir einige Hundert Meter die Fahrbahn mit Zugschienen teilen müssen.

Nach einer langen Fahrt erreichen wir für die letzte Übernachtung einen kleinen, idyllischen Bauernhof in den schwedischen Wäldern. Hier lebt eine holländische Familie, die vor einigen Jahren mit ihren drei Kindern von den Niederlanden nach Schweden gezogen ist, um sich den Traum vom Leben mit Tieren und Natur zu erfüllen. Für nur 10 Euro pro Nacht können Wohnmobil-Reisende wie wir auf dem ehemaligen Pferde-Paddock übernachten und das einfache Leben genießen – ein kleines Stück Schweden, das noch lange in Erinnerung bleibt.

Alltagstauglichkeit und Optimierungsmöglichkeiten

Auf unserer Reise erweist sich der Sunlight T 68 XX als zuverlässiger Begleiter. Der 140 PS starke Motor des Fiat Ducato meistert sowohl lange Autobahnstrecken als auch anspruchsvolle Bergpassagen. Der Verbrauch hält sich mit durchschnittlich 9,8 Litern auf 100 Kilometer in Grenzen - angesichts der Größe und des Gewichts des Fahrzeugs ein hervorragender Wert.

Besonders beeindruckt hat uns das geräumige Heckbett. Und dank der beiden Schränke links und rechts lässt sich der Stauraum darunter optimal nutzen - ideal für die Unterbringung von Schmutzwäsche oder der Fotoausrüstung. Die Küche erweist sich als vollwertig und praktisch. Der zweiflammige Gasherd und die 156 Liter fassende Kühl-/Gefrierkombination bieten ausreichend Kapazität, um auch längere Zeit autark unterwegs zu sein. Die großzügige Arbeitsfläche macht das Kochen auch für die ganze Familie zum Vergnügen.

Im Bad überzeugt die gegenüberliegende separate Dusche, die auch auf längeren Reisen hohen Komfort bietet. Die Wassertanks mit 122 Litern Frischwasser und 92 Litern Abwasser ermöglichen mehrere Tage ohne Nachfüllen und ohne Grauwasserentleerung.

Einige Details sind verbesserungswürdig: Die Abdichtung der LTE-Antenne könnte optimiert werden, um Windgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten zu vermeiden, und die immer wieder fehlschlagende Verbindung via Android Auto mit dem Entertainment-System der Marke Zenec sorgt für Frust. Auch eine Verdunkelungsmöglichkeit für den Dachlüfter im Bad wäre wünschenswert.

Fazit: Ein würdiges Jubiläumsmodell

Nach fast drei Wochen und knapp 10.000 Kilometern on the road zeigt sich der Sunlight T 68 XX "20 Years Edition" als würdiger Vertreter der Jubiläumsmodelle. Die gut durchdachte Ausstattung, das großzügige Platzangebot und die hochwertigen Materialien machen das Fahrzeug auch für abenteuerliche Touren in entlegene Gebiete geeignet. Die Küche, die praktische Heckgarage und die durchdachte Raumaufteilung sorgen dafür, dass auch der Komfort nie zu kurz kommt.

Im Vergleich zu Alternativen wie dem Bürstner Campeo TD, dem Etrusco Base T 6.9 SB oder dem Dethleffs Just Go T punktet der Sunlight T 68 XX vor allem durch sein ausgewogenes Gesamtpaket und die hochwertige Jubiläumsausstattung.