"Aus die Maus", "Ende Gelände" und "Schluss mit Kuss", so schnell kann es gehen und drei Monate sind rum – unser Opel Crossland 1.2 verlässt uns. Zwar schon zwei Wochen früher als geplant, aber das lag nicht am kleinen City-SUV selbst. Ein kleiner Stein – beziehungsweise die Größe ist uns nicht bekannt – hinterließ einen bösen Sprung in der Windschutzscheibe. Glück, wer hier eine Teilkaskoversicherung sein Eigen nennt.

Aber genug davon, richten wir unser Augenmerk wieder auf den Crossland. Den gemütlichen und entspannten Opel, denn er ist mehr der Praktiker als der Sportive. Das zeigt schon die Beschleunigung von 10,9 Sekunden auf 100 km/h, die beim beherzten Tritt aufs Gaspedal allerdings subjektiv schneller vonstatten geht. Mit eineinviertel Tonnen ist der Wagen für ein SUV recht leicht, wobei der 110 PS starke aufgeladene Dreizylinder-Motor wenig Mühe hat für ausreichend Vortrieb.

Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3
Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3

Das jetzt härter abgestimmte Fahrwerk macht Mut, das Fahrzeug mehr zu fordern als das Vor-Facelift. Den Crossland deutlich flotter durch kurvige Straßen zu bewegen, macht nun Spaß und bereitet fast schon sportives Fahrgefühl. Selbst mit den maximal möglichen 17-Zoll-Felgen (bei unserem Testwagen serienmäßig) dämpft das Fahrwerk jedoch angenehm, umso mehr, wenn der Fahrer nicht allein im Crossland sitzt. Sind mehrere Passagiere mit an Bord und der Kofferraum vollgepackt, gibt es kaum Grund, sich über den Fahrkomfort zu beschweren.

Kommen wir zu einem Kritikpunkt: Der Schaltung. Wie bereits in den ersten zwei Teilen unseres Dauertests erwähnt, besitzt der Crossland ein manuelles Sechsganggetriebe, welches eher zum schaltfaulen Fahren als zum knackigen Gangwechsel einlädt. Die Schaltwege sind lang und einfach zu ungenau, um hier Freude aufkommen zu lassen. Oder wie Kollege Hohmeyer notierte: "… als wenn man mit einem Stock in einem Eimer Sand rühren würde!"

Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3
Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3
Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3

Gut, ganz so schlimm ist es zwar nicht, aber schaltfaules Fahren in höheren Gängen belohnt uns dafür auch mit einem ordentlichen Durchschnittsverbrauch. Exakt 4.377 Kilometer sind wir in den knapp drei Monaten gefahren und haben dabei achtmal tanken müssen. Am Ende ermittelten wir einen Schnitt von 6,57 Liter auf 100 Kilometer, als Bestwert stehen dabei 5,36 Liter im Fahrtenbuch.

Aber der Crossland will ja kein Sportwagen sein, sondern ist vor allen Dingen ein praktisches Gefährt. Für ein Fahrzeug dieser Länge (knapp 4,22 Meter) ist das Platzangebot im Innenraum außerordentlich gut und verfügt auch über einen großen Kofferraum. 410 bis 520 Liter Stauvolumen passen rein, je nach Stellung der um 15 Zentimeter verschiebbaren Rückbank (Serie bei GS-Line und Ultimate, 420 Euro Aufpreis bei Elegance oder Business Elegance).

Legt man die Lehnen der Rücksitze um, steigt der Wert auf 1.255 Liter. Auch nicht immer selbstverständlich in dieser Fahrzeugklasse: Beim Umklappen der Rücksitzbank entsteht eine ebene Ladefläche.

Guten Halt geben die ergonomischen Aktivsitze (nicht erhältlich im Basis-Crossland und Edition) mit dem Prüfsiegel der Aktion Gesunder Rücken, die auch bei längeren Fahrten unterstützend wirken und weder zu weich noch zu hart sind. Das Multimedia Navi Pro gehörte bei unserem Modell, genauso wie das Head-Up Display, zum Serienumfang. Für die meisten anderen Linien müssen 950 Euro, beziehungsweise 300 Euro Aufpreis für die ausfahrbare Scheibe investiert werden.

Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3
Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3
Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3
Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3
Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3

Die hinteren Plätze können, wie schon erwähnt, um 15 Zentimeter in Längsrichtung verschoben werden, aber selbst, wenn man das voll ausnutzt, wird es für Erwachsene jenseits der Normgröße – wozu ich mich mit meinen 1,92 Meter zähle – um den Kopf herum beengt. Die Beinfreiheit hinten ist ebenfalls nicht besonders üppig, für ein Fahrzeug knapp über der 4,20 Meter-Marke aber in Ordnung.

Der Winkel der Rücksitzlehnen lässt sich stufenlos verstellen und so in die gewünschte Chill- oder Betposition bringen, hilft aber bei der Kopffreiheit nur bedingt, da sich die Dachschräge nach hinten abfallend abwärts neigt.

Nichtsdestotrotz bietet der Innenraum viele Ablagen, eine Mittelarmlehne vorne (ab Elegance Serie), eine 12-Volt-Buchse sowie zwei USB-Anschlüsse im unteren Bereich der Mittelkonsole. So kann das Smartphone bequem aufgeladen werden (Wireless Charging via Qi-Laden ist nur in der Ausstattungslinie Business Elegance erhältlich, warum auch immer?!), während noch zwei weitere Geräte verwendet werden können. Auch das riesige Handschuhfach bietet viel Platz zur Aufbewahrung für jede Menge Utensilien, die man so an Bord haben möchte.

Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3

Kommen wir abschließend zum Preis: Bei unserem Testfahrzeug handelt es sich um die Ultimate-Ausstattung für 29.570 Euro. Inklusive sind hier Klimaautomatik, 17-Zoll-Alufelgen, das Multimedia Navi Pro samt Head-Up-Display, eine beheizbare Windschutzscheibe, Rückfahrkamera sowie Parkassistent und das Funktions-Paket mit verschiebbaren Rücksitzen und Gepäckraumboden.

Gegen Aufpreis gibt es dann noch die Metallic-Lackierung in Chili Rot (560 Euro), perforierte Ledersitze (625 Euro), Wireless-Charging (125 Euro), das Premium Sound System (400 Euro) und zu guter Letzt den Online-Telematikdienst "Opel Connect" für 300 Euro. Kosten insgesamt: 31.580 Euro.

Was bleibt als Fazit? Der Opel Crossland ist ein praktischer kleiner SUV, der sich vor seiner Konkurrenz aufgrund der Variabilität und des guten Raumkonzepts nicht verstecken muss. Der 110-PS-Benziner reicht vollkommen für den Alltag aus und mit der neuen Optik im Vizor-Style kommt er auch gar nicht mehr bieder rüber.

Ein schneller Blick auf einschlägige Portale zeigt, dass es den Crossland 1.2 DI Turbo in der sportlichen GS-Line bereits ab knapp 20.000 Euro gibt, für den leicht besser ausgestatteten Ultimate legt man 1.500 Euro mehr.

Für Sparfüchse tuts auch der Elegance für knapp unter 19.000 Euro, wobei man hier dringend die Funktions-Ausstattung mit verschiebbaren Rücksitzen und Gepäckraumboden als Extra einplanen sollte. Ein Muss, denn sonst geht die ganze schöne Praktikabilität flöten.

Bildergalerie: Opel Crossland 1.2 DI Turbo (2021) im Dauertest, Teil 3

Bild von: Fabian Grass

Opel Crossland

Motor Dreizylinder-Turbobenziner, 1.199 ccm
Leistung 81 kW (110 PS) bei 5.500 U/min
Max. Drehmoment 205 Nm bei 1.750 U/min
Getriebeart Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb Frontantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h 10,9 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 187 km/h
Länge 4.217 mm (4.229 mm mit Unterfahrschutz-Optik)
Breite 1.765 mm
Höhe 1.605 mm
Kofferraumvolumen 410 - 1.255 Liter (520 - 1.255 Liter mit verschiebbaren Rücksitzen)
Anzahl der Sitze 5
Leergewicht 1.254 kg
Zuladung 541 kg
Anhängelast 840 kg (gebremst, bei 12 Prozent Steigung)
Verbrauch 5,7 - 6,1 Liter/100 km (kombiniert, nach WLTP-Zyklus)
Emission 130 - 138 g/km CO2 (nach WLTP-Zyklus)
Basispreis 22.560 Euro
Preis des Testwagens 31.580 Euro