Das Elektro-SUV ist ganz schön schwer, aber auch ganz schön gut

Alle Hobbyköche unter Ihnen werden es wissen: Aus den gleichen Zutaten kann man verschiedenste Dinge zubereiten, damit es jedem schmeckt. Genauso verfährt die automobile Großküche des Volkswagen-Konzerns schon seit gut 50 Jahren. 1972 kam der Audi 80 auf den Markt, aus dem sich ein Jahr später VW den ersten Passat strickte. Aktuell ist es auch nicht anders: Einige Monate nach dem VW ID.4 bringt Audi jetzt den Q4 e-tron auf den Markt. 

Wir konnten nun den Q4 e-tron fahren und zwar als schnittigeren Sportback, eine Karosserieform, die es bei seinen Brüdern ID.4 und Skoda Enyaq noch nicht gibt. Wie schon angedeutet, nutzt das Trio die gleiche MEB-Plattform. Und so sind der Audi und der VW mit knapp 4,59 Meter bis auf einige Millimeter gleich lang. Mit 1,86 Meter ist der Q4 e-tron aber um einen Zentimeter breiter als der ID.4. Einen ausführlichen Vergleich mitsamt dem Enyaq finden sie hier.

Der Dachverlauf des Sportback knapst im Gegensatz zum "normalen" Q4 e-tron bei der Höhe und der Kopffreiheit zwei Zentimeter ab. Praktische Nachteile hat das aber nicht, sofern Sie keine Kühlschränke transportieren, wie ich schon jetzt verraten kann. Unseren ausführlichen Testbericht finden Sie auf InsideEVs.de, unserer Schwesterseite rund um das Thema Elektromobilität.

Bildergalerie: Audi Q4 e-tron 40 Sportback (2021) On-Location

Zufälligerweise bin ich mit dem 204 PS starken ID.4 nach Ingolstadt gereist, um dort dessen Audi-Pendant in Gestalt des Q4 Sportback 40 e-tron (so die ganz korrekte Bezeichnung) in Empfang zu nehmen. Farbe: Auroraviolett Metallic, dazu S Line außen wie innen. Mein erster Eindruck: Obwohl wie erwähnt einen Hauch breiter als der VW, fühlt sich der Audi weniger massig an.

Vielleicht liegt es am zweckmäßigeren Cockpit des ID.4, aber im Q4 fühle ich mich auf Anhieb wohler. Digitale Rundinstrumente statt eines kleinen Displays und physische Tasten etwa für die Klimatisierung. Das kenne ich schon vom Audi A3 vs. VW Golf und es hat mir schon dort gut gefallen. Zugegeben, innen ist der Q4 nicht unbedingt hochwertiger als der ID.4, aber selbsterklärender. 

Audi Q4 Sportback 50 e-tron quattro (2021)

Ein echter Pluspunkt: Der Q4 rekuperiert sehr gut, vor allem mit dem optionalen Assistenzsystem zum prädikativen Fahren in Verbindung mit der Verkehrszeichenerkennung. Motto: Bald kommt 70 oder ein Ortseingang, geh vom Fahrpedal. Das zahlt sich aus: Nach 70 Kilometer über Stadt und Land stehen 352 Kilometer Restreichweite und ein Verbrauch von 17,0 kWh/100 km.

Mit meinem Testverbrauch von 17,8 kWh liege ich eher am unteren Rand der Spanne, die Audi für den 40er Sportback angibt: 16,8 bis 19,6 kWh laut WLTP. Aufladen kann ich den Wagen mit bis zu 125 kW Leistung. Doch diese Obergrenze soll im Herbst auf 170 kW steigen, besagen Gerüchte.

Preislich startet der Audi Q4 40 e-tron bei 47.500 Euro vor Prämien, der Sportback kostet 2.000 Euro mehr. Audi erwartet, dass zu dieser Version auch die meisten Q4-Kunden greifen werden. Und vermutlich zu vielen Extras, denn die Aufpreisliste ist enorm lang. Jedoch dürfte der Großteil aller Q4 im Firmenleasing an die KundInnen gebracht werden, Steuervorteil und Prämien inklusive.

Ein Blick auf tagesaktuelle Leasingangebote lohnt sich also. Wer aber nicht unbedingt Audi fahren muss oder will und nur ein 4,60-Meter-Elektro-SUV möchte, sollte sich unbedingt den famosen Hyundai Ioniq 5 näher betrachten.

Fazit:

Der Audi Q4 e-tron kostet zwar gut 3.000 Euro mehr als der VW ID.4, ist aber auch das bessere Auto. Das Außendesign bleibt Geschmackssache, doch innen ist die Bedienung deutlich besser. Zudem fährt sich der Q4 wesentlich agiler und kaschiert seine Masse brillant.

Pluspunkte: das tolle Platzangebot, die sehr gute Rekuperation und die Option der Sportback-Variante. Das 40er-Modell ohne Quattro erweist sich als goldene Mitte im Q4-Portfolio.   

Bildergalerie: Audi Q4 Sportback 50 e-tron quattro (2021)